Der zehnte December.432.
+ Schwenkfeld. 1561.Wies immer geßt! Wenn eiwas Gutes aufgeſteltt if.ſo wirds aleich zu weit getrieben, oder mißbraucht. Kaumwar durch Luther die Freiheit zu Denken wieder hergeſtellt,fn alaubte ieder bꝛrechtizt zu ſeyn, ſich ſein Snſt: m zu Maschen, umd daher entſtanden mit einemmale fo viele Seiten.Unter andern trat auch ein Schleſiſcher Edelmann— denndam als ſcheinen die Edeneute ſich um Religion noch betüm—ment zu hahen— mit folgenden Lehrſazen auf: Nicht dieheilige Schrift ſeie das wahre Wort Gottes, ſondern Chrisſtus: Ausſpendung der Salramente und Prediztamt ſeienicht gerade zur Seeliateit nothig: ein wahrer Tie ner Got-tes muͤße erleuchtet feyn, und daher konne jeder frommeChriſt lehren: die Lehre vorn Evangelium treibe man zuweit, und mache die Chriſten dadurch faul zu guten Wer—ken: es feis genug, daß man bloß Chriſto beichte: c.:.Sie machten fe viel Äumor, daß Schwenkfeld ſein Vater—land verlaſſen mußte. Er aieng zuerſt nach Straßburg, woer Anhaͤnger ſand, und in einigen Punkten virlieicht nochhat; und von da in Schwaͤbiſche Reichsſtaͤdte, deren balddieſe bald iene ihm zum Auſſenthalte diente, bis er in Ulmim zrſten Jahre ſeines Alters ſtarb.
Der eilfte December,433.Geb. Sort. 166.
*Probſ und Konſiſtorialrath zu Berlin, ein gebornerVoiagtlaͤnder. Er war ein eifriger Verehrer Speners, fowie es Reinbet von ihm war. Das merkwuͤrdigſte von ihm