Band 
Zweyter Theil
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erlernt zu haben, so würde er nicht daran gehin-dert werden. So werden auch die, welche zu eini-ger Vollkommenheit gelangen wollen, wenn sieglauben werden, daß es ihnen dazu nöthig sey,eben so wol reisen, als dermals. Und sie werdeneher glauben, daß es ihnen nöthig sey, indem siesehen werden, daß die grössere Geschicklichkeit je-des andern, ihnen Kunden entziehen kann. DieMcisterssohne, die gar oft von solchen Verbindlich-keiten befreyet sind, werden zu ihrem Glücke eben-falls dazu genöthigt werden. Wenn aber ohne ge-recht zu haben, ein Mensch einen kleinen oder gros-sen Grad von Geschicklichkeit erworben hat, warumsoll man ihn hindern, sich denselben zu seinem undzu andrer Besten zu Nutz zu machen.

Herr Schlosser befürchtet, es werde aller Ort»nein Mangel an Gesellen entstehen, wenn die jungenHandwerksleute nicht mehr verbunden seyn werdenzu reisen. Ich muthmasse im Gegentheile, dieserMangel werde viel kleiner seyn, weil die Meisternicht mehr werden an zünftige Gesellen gebundenund ihrer Ausgelassenheit und Frechheit unterwor-fen seyn. Sie werden die ungeschickten Gesellennicht mehr so theuer bezahlen müssen; sie werdendie geschickten desto besser belohnen können. Unddieses wird mehr zur Vollkommenheit derKünste undder Handwerke beytragen, als die gesetzlich vorge-schriebene Dauer der Lehrjahre und der Wander,