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Gottfrid Arnolds unparteyische Kirchen- und Ketzer-Historie : von Anfang des Neuen Testaments biss auf das Jahr Christi 1688
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von denen

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Anden Leser.

Jeweilinsonderheit bey derHistorie derer so genandten> kätzer sehr wichtige undj/doch bedenckliche lehr-pun-" cten / auch sonderbarewürckliche astiones mit ih-^ ren umstanden vorkommen;und abermnanin derselben vortrug und Unter-suchung nicht eben auff die gemeinen offt unei-nigen partheyischen und verkehttm erzehlungenund urtheile stehen/sondern bey Veranlassungso vieler handgmfflichen Urkunden/ bekänt-undZeugnisse die warheit möglichst genau erfor-schen/ und ohne absehen auff menschliche au-ctoritseto&er ststirische judicia viele solche ge-schichten anders als bisher gewöhnlich/darle-gen muffen: alswird ein gescheiderLeser ernst-lich und um der schuldigen gemeinen liebe wil-len ersuchet/G ott demSchöpffer unser aller dieehre zu geben/und sein urtheil oder wiederspruchwenigstens so lange auszusetzen / biß nachfol-gender vertrag hievon mit fleiß und ohne par-rheylichkeit erwogen worden. Man hat zudem ende sichdieftrbescheidenheit gebrauchet/daß erstlich einige vielen paradox und unge-wöhnlich scheinende fragen nicht als gewissefäfcc zum dispuuren aussaebiringen/ sondernals problemata und gewisse aus den Historienherausgezogene generale anmrrckungen/guL-stiones kastorum oder loci communes und Nt-

tickel denen zur warhaffcigcn Prüfung undent-scheidung capablen gemürhern zu überlegenvorgeleget worden. Angefthen man gerne ei-nesjedem gewissen überlast/wie es damit han-deln/und ob es sie annehmen oder verwerffenwolle: hingegen aber keines weges gemeinetist/sichjemals darüber in einschul-gezancke mitjemanden einzulassen / noch selbige dem aus-spruch der vulgären lpstsmatifchen scbolari-schen Rheologie zuunterwerffen/ weilendiestsalles lauter guLstionkstastorum betreffen/ dienicht als nur aus fundamentis historicis ent-schieden werden können. Sondern gleichwieder warhaffcige GOtt in diesen zeiren das lichtder warhert gegen die bisherige finsterniß im-mer Heller hervor brechen/und diebevestungender vemunffr nach und nach «mercklich durch-löchern und zum fall bereiten lasset: Asso möch-tenauchhieriüenkünssrig vielesalfcheprXjudicia hinweg fallen/ sonderlich / da man gemei-niglich die neuere zeugen der warheit nichtkrafftiger zu unterdrücken gemeinet/als wennrmn ihnen einen alten katzcr-nahmen angehest-tet/und die altenunrichtigen relariones wieder-

holet. Womit denn nicht allein denen unwis-senden ein blauer dunst vor die ohnedem blödeäugen gezaubert/und ein schrecken und grauenvor solchen abscheulichen fachen eingejaget/sondernauch unzehltch ander unglückund greu-eldurch diegottlose Cleriseyin derWeltgestiff-tet worden. Niemand wolle demnach eini-gen vortrag hiervon stracks verwerffen/ auchkeinen eher annehmen/biß er solchen entwederausdem klaren licht desH. Geistes und dessenlebendigem wort/ oder aus offenbaren docu-mentis glaubwürdigerSeribenten/oder aus ei-gner erfahrung (woferne er anders diese zuhabenfahigist) inftinemgemüthebekräfftigetfindet. Zu einiger anleitung ist Hiebey eine kur-tze beantwortung solcher fragen angehencket/welche denn mit dergantzen Historie nacheinan-der wohlzusammrngehaltenwerden kan: undhiezu haben wir allerseits höchst nötig/GOttselbst um den Geist der weißheit und offenbah-rung ernstlich und demütig anzurüsten/daßerselbst in dieser bedencklichen fache in unsern her-tzenrichter sevn/und uns forschen/prüfenundannehmen lehre / was sein warhafftiger sinnund Wille ist. Anders würde man nicht nurdurchgehends irren und auff den alten vorur-theilen/satzungen und hindernüssen der war-heit liegenbleiben/und denen Vatern in ihrenjünden und weisen nachfahren/ sondern auchalles / was mit vernunfft / gewonheit/ men-sch en-tand und austoritLt nicht einstimmet/mit Verletzung seines gewisseres verwerffen undGOtt selbst in der warheit von sich stossen.Es sollen aber diese fragen/wie sie nach einan-der beygefallen/theils die leute betreffen/wel-che von andern zu katzern gemacht worden/theils die/so sie dazu gemacht haben/theils diejachen oder Materien / arten und Mittel/worüber und wie dieses alles geschehen / undendlich mit was abstchten und erfolg man esgethan habe.

So fragt sichs demnach in anfthung

des I Puncts

von denen Kätzermachern selbst/

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B nicht diejenige lehrer/von welchen bey^ und nach der Apostel zeiten einige offen-barlich-böse und verkehrte leute als kätzerischeoder abgesonderte ( *<>->-<**<) menschen ge-meidet werden/von den folgenden verfalleneneifferern weit und vollkömmlich zu unterschei-

A- R.H. ErfterLheN.

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