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Gottfrid Arnolds unparteyische Kirchen- und Ketzer-Historie : von Anfang des Neuen Testaments biss auf das Jahr Christi 1688
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von denen Katzer - Geschichten.

Dir verderbte Clensey gefallen / so offt un-sch-rldigc oder unwissende also unterdrücketworden/ und ob jene nicht der obrigkeitlichengemalt gemißbrauchet / und das so genand-te bräcllium seculare zur ruhe ihrer funden wi-der GOttes ordNung zu hülste genommen/die gantze gemeinde aber von erkantniß undentscheidung solcher sirche ausgeschlossen ha-ben?

20. Ob aber dennoch nicht zu weilen dieweltliche Regenten selber von der Clensey sichübertäuben lassen / und Ihr zur ungebühr hier-innen nachgesehen / oder die Hand geboten/wenn die Pfaffen nur mit grossen Herren ge-schmauset/geschmtichelt/und sich sonst inallengleich gesteller/ dadurch diese wol gar sich zurVerfolgung / verjagung oder blut-vergiessenaufreihen lassen?

21. Und ob nicht die absichten hiebey aufszeitliche / auf gewinn oder ausserlich-vermein-ten frieden / echaltung und Vermehrung desssaatsgegangen. Jtem/ob nicht vieles hie-oey aus furcht vor der allzumächtigen Cleri-fey oder den durch diese aufgebrachten undschwängen Pöbel und vor anderer besorgterAngelegenheit/schaden «Respect und einkünss-ten vorgenommen worden/ so sonsten wol un-terblieben wäre?

22. Ob und warum andere in oder ausseröffentlichen ämptern stehende Personen solchenungerechten proceduren nicht oder selten wi-dersprochen / und ob es nicht aus menschen-furcht / privatchaß/fwude und Vergnügung ansolchen handeln/glrichheir des sinnes in denenweltlichen lüften geschehen / daß solche verka-herte lerne so wenig ja gar keine Vertheidigergefunden?

23. Hingegen ob es einem erleuchteten unddurch die erfaiwung überzeugten gemüthe ge-nug thue/wenn bey solchen handeln die blossetirel/ Privilegien/jund andere von der Welt er-theilte vorzöge vorgeschützet / und alle gegen-jütze darnil abgehalten oder unterdrücket wer-den wollen?

24. Jngleichen ob sie in ansehung ihrerampter vor die erleuchtesten / heiligsten odergar vor unbetrüglich zu halten gewesen/derenaussprüchen 1 Relationen und anklagen manirbtolure glauben müssen: oder ob sie nicht ebendurch ihre irrige und unhrilige betrügliche Wor-te und werck'e oder urtheile und executionessich selbst in solchen Processen verdächtig undgcmtz untüchtig gemacht / und also wider-rechtlich eingedrungen? Gesetzt auch / daß siesonst vor der welk und vernunssr die klügsten/listigsten und begabtesten Männer geheissenhaben.

2s. Ob nicht die wenigsten oder fastkein einiger Kätzermacher eine behörige und zu-längliche vollständige kundschnfft von denenangeklagten Personen eingezogen / sondernnur aus hören sagen / auf das ungewisse ge-meine geschrey/auf veriäumdungen der fein-de/ ungegründettn äocumenten / verkehr-ten allegatiown und deutungen solcherschrifften und dergleichen fand rmhr allesgebauet?

26. Auch ob nicht solcher lenke gaNtzerVorsatz und Wille noch vor rechtschaffner Prü-fung dahin gegangen diesen und jenen schwartz

zu machen / es geschehe nun mit recht oderunrecht/ Nur damit der falsche zweck erlangetwerde?,

27. Ob sie nicht meist auf ihren eigenenbösen argwohn und elende Muthmaßungenalle ihre beschuldigüttgen gegründet / undhernach durch list und macht vollends mitder verkätzerung ausgebrochen und bey denunwissenden durchgedrungen?

28. Ja was noch mehr ist / ob nicht dieKatzermeister dmchgehends ihre vernunsst/heidnische Philosophie und eigne menschen-sq-tzungen unter dir Christliche Lehrer gemenget/und deswegen diejenigen nothwendig mißbil-ligen und verdammenmässm/welchenachdereinfältigkeit / die in Christo JCsu ist / alleinnach und aus dem licht des H. Geistes undseinem Wort ohne menscht. Zusatz die geheim-nisse GOttesgcfassek und bekannt/ auch dar-innen zu grossem maß der erkäntniß kommen/daß sie von denen welt - und steischlichen ge-müthern freylich nicht verstanden werden

29. Folglich ob diejenige Lehrer weißlichund gerecht gehandelt / die nach dem kurtzenund geringen maß und circkel ihrer eigenenlchr-att und buchstäblichen erkantniß alleandere abmessen und einschräncken wollen/auch / was über den horizont ihres begriffsgewesen / so gleich aus Unwissenheit und boß-heit vor unrichtig und irrig erklären wollen?Zumahlen da sie selbst alle ihre lehre nach ih-ren fleischlichen sinn/ehr-geld-geitz und Wol-lust eingerichtet / und also im gantzen gründder Stetigkeit heßlich geirret / oder wo sie jaim blossen verstand die warheit gefastet undangenommen / dennoch ohne die krafft desH. Geistes und wahren gehorsam des glau-bens dieselbe behalten und vertheidiget/ abernie unverdunckclt und unverkrhrt gelassenhaben.

zc>. Und ob diefchälerfolchm meistern undblinden leitern mit gutem gew-sstn nachschwa-tzen und ein gleiches unrecht dißfals begehenmögen/ohne daß sie selbst GOtt üm den gerstder Prüfung und weißheit angernffen ? Undweiter ob die so genandte protesiirendr §en-benten mit gutem gewissen denen falschen ka-tzer-Historien und Händeln unterm Pabsihmwtrauen und folgen mögen/ da sie selber in ver-that das hierinnen vorgehende unrecht ersah-»ren E

3 1 . Demnach / ob diese alle sich im gerntz-sten auf ein einiges epempcl Christi oder derApostel oder allerersten Lehrer beruften kön-nen / daß sie jemahls also verfahren hal-ten?

32. Vielmehr ob nicht eben derjenige unge-rechteste proceß mitdemHeylandeselbsi von de-nen ordinären Asseflbribus fynec{rii(o&ü' wiees Lateinisch heisset/</onMorii). hohen Prie-stern und Schrifftgeiehtten / Aeltisten undFürnehmen des volcks/Herode und Pilato/offenbarlich gespieler worden / nach klarembericht der Evangelisten?

33. Ob auch nicht die folgenden ordinari-Priester und Regenten unterJüden und Hey-den eben dergleichen mit denen Aposteln undChristlichen Bekenmm und Märtyrern vor*genommen '>

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