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Gottfrid Arnolds unparteyische Kirchen- und Ketzer-Historie : von Anfang des Neuen Testaments biss auf das Jahr Christi 1688
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Allgemeine AmMckungm

einander gantz verleschet- Was sistgtaber auff solche gezänste / schelten/schmähen/ sophistisire» / lügen/ trügen/-verdrehen anders/ als daß sie selbst ihreautorita* vernichten/ die doch groß seynsolte / daß sie der zuhorer und ieser hertzenanstechen/die sie zur gottsilrgkeit erwe-cken selten : die Christliche einkrachtwird getrennt i ohne welche wir keineChristen seyn : denn wenn etwa ein disten-sius entstehet/so bleibte »irchtbeydisiputi-ren/ sondern das gefcchte gehet erst mitgrausamen schelten an / man handelt diefache in berssin den schrrfsten/ und das ge-beifse schlagt endlich durch die schmah-sucht in eine raserey aus. Es ist übel zuhören / daß nirgendsgreulicherc und beißstudere Injurien zu lesin seyn / als in denxolcmicir oder streitschristten der Ibcolo-gen. Denn die menschliche gemüthersind von natur so halsstarrig / daß wassie einmal heraus gesagt/wenn es gleichohngefahr und ohne bedacht geschehenwäre/dennoch immer verfechten / ob siegleich ihren irrthum sehen/ nur damitman sie nicht vor irrig halte. Und dieseverstockunghengetsonderlich denen an /welche die Bibel auslegen stllen/ als wel-che ihren irrchum schwerlich oder garnicht erkennen / und sich s elbst nicht über-winden können. Denn erstlich schämensie sich / hernach werden sie bey dem zan-cken halsstarrig /endlich gar rasend undfechten mit schmäh Worten austs heffrig-stedraust loß/ eben wie die Donarrsten rc.

( o) Cafpair.Zieglerüs in Clerico renir« praef» Äc Num.

XXX. p,«9.1eqq.

6. Dem ein anderer beystimmet : Diesekranckheit plaget absonderlich die schul-leuke/welche nur ihre zeit miksipeculirenzugebracht. Diese halten so gleich allevor Haupt-feinde/ welche nicht alles vororacula halten / was sie sich etwa einbil-den. Eben solcher wüth / wo nicht garein grösstrer/treibct den priester -haustenumb: Einjedcrmeinet/Gorcmüsteihmsonderlich gnädig seyn: und wenn je-mand von ihren Meinungen abgehet / stbeschuldige»/ sie ihn nicht nur / daß er ihreauüorität hindan gesttzet/stndern auchgottloser weise aus Verachtung der him-listhenwarheit/ oder aus Halsstarrigkeitoffenbare rrrthümer nicht ablegen wolle.Wunder ists/daß die/st die fansirmuthder Christlichen religion andern predi-gen/solche von greulichen «stesten erfüll-te gemüther haben. Es sage mir je-mand / unter welchen leisten mehr ehrund geld-geitz/ neid/zorn/ halsstarrrg-kert gest,»den werde/ und wo ein jeder sichund das stinige so hoch hält/ daß er als-bald andere zur Hölle» verdarnk/die nichteinstimmen wollen. ( P ) Und endlich nocheiner : Ich weiß nichr/ob ich es eine rräg-hetk oder Hostart nennen soll/wenn mannicht das ansehen haben wil/ als hattenran etwas vergeblich gelernck. was sieeinmal ausgesprochen haben/ das mussgelten/ es laute wie «s wolle. Sie er-

starrcndarinnen/und bringen ihnen selbstmit list und gewalt ein eigen reich zu We-ge. Wer n»rGC>tkesnamerr vorwendet/derwil alsbald haben/daß es andcrenurglauben und nicht erst beurtheilen stilem2lust dessen worte soll man eyde schweren:dessen träume uird thorheitensöllenallestugs annehmen; was möchte doch wohleinesilaverey heissen/wenn esdresinichkist?' st)

(p) PuüendorLus 5 . ktlonrambanü dc Sratü Iinp.

Germ. cap. IIX §. 6. (q) Petrus Cunxus in

Sät. Menipp. p. 76. 7$.

7. Mit diesemalso beschriebenen Hochmuthist die greuliche radelsuchr verknüpffcr/ welchein denen/die ihre lust imverkatzcrn gefuchet/vonvielen als eineschadlichewurtzrl alles gezanckeSund verdammend erkanr worden. Nur einigezu erwehrten / so haben noch neulich folgendedarüber also geklaget : Unser fcculum (ver-stehe dieses X V il.j ist sehr fruchcbarvonkälzern entweder nric warheik oder ausschuld etlicher / welche mit blinden ersteroder vielmehr raserey ostk auch eine rech-te meynung austden cantzcln anbellen/oderauch mrt schristcen/ dre von ihrer Un-wissenheit ossenbarlich zeuge,»/ arrch de-nen allerrechkglaubigsten den sch and fle-cken einer karzerey anhängen wollen/ (r)diejenigen sind recht unsinnig / welche ih-re lust dran haben/ von allen»gcn zuzancken/ 0b sie gleich nicht den glaubenangehe»/ und also zur spalcunggelegen-heirgeben: welche alles/ was sie ober ih-re genossen herplaildern / als glaubens-artickel halsstarrig aufsdringcn / oderwas andern unversehens entfahren/dar-an doch die sielrgkeit nicht hanget/ dasnran so oder so verstehen kan / Mit Vorkeh-rung deo status controversia: alsbald dergrausamsten fünde der kätzerey beschuldi-gen. Solchen wirds übel gehen / wennsie nicht bussc thun /die um unnützer undunnötiger dinge willen die kirchealfotrennen/und die Zuhörer Mir unzelklgemclissu tiren in Unruhe sitze», (si-it) Joh. Andr. Schmidius pizf.inSagittariiTntiod.

HjE, (s) Slüterus PropyijeiHist.Eccl. Appenda

III. p,SO+.

8. Vor diesen hgt drr gedgchre Uulsi nus übecobiges hieven also geschrieben : jn unsernsieculo mangelrs Nicht an solchen / dierecht ihr leben im disiputire» suchen/unddie lieber zancken als leben wollen / wel-che nur durch anderer verlcunidung be-rühmt werde»» / daß sie dadurch in diehöhe kommen und emer^ire» wollen/wenn sie ehrliche und unschuldige Män-ner unterdrücket (t) Und kurtz vor diesennoch ein anderer. In dieser letzten bauch-welr können verböste menschen nrchusmehr / denn a»»derer leute schristcen undpredigten cavilliren und ein wörtlein 0 -der etliche zu erhäschen / daniir sie dasgantze werck gedencken verdächtig zumachen, (u) Endlich der gelehrte Erasimus:Es sind etliche st unschlachrrg / daß dasheilige studium stbeoloFiL bey etliche»/gany verhasi ist/ wenn sie darinnen hochgestiegen seyn; da sind sie mit ihren aus-