Buch 
Gottfrid Arnolds unparteyische Kirchen- und Ketzer-Historie : von Anfang des Neuen Testaments biss auf das Jahr Christi 1688
JPEG-Download
 

Allgemeine Mmerckungen

ZO

wenn sie so viel wacht a\& willen tjßtte» /so legen ihre wicdersacher schon längst inder Holle- Unterdessen sättigen sie ihregrausamkeit nach vermögen mit ver-dammen / nnt strafstn »nd verfluchen.Den»» was siehet «na N nicht zu imßrer zeitvor schriffren/vonlauterbojen argwohn/und muthmasiungen der «neirmngen l u.f.f. (I) Zu diese,- verwirrten Zeiten ist die er-klär»,rg der lehre sehr schwer mrd gefähr-lich. Die schwcngkeit machet nochgrösser. Die sorgemvegen derer redens-arcen / welche / wenn sie nicht vorsichtigund mit unterscheid gebraucht werben/leichtlich irrthünrer oder1ha Irungen ver-ursachen. Aber die grosse schwcrigkeitrst/dregewohrrheitzu verleumden/ wel-che in dieser unserer zeitsogar sehr üoriretund herrschet/ daß ihrer viel nur bloß her-um gehen / uud sehen/ wen sie mit einerlästerung unterdrücken können, (m) Derteuffel treibt jetzt viel leute dazu /daß sieNichtsthun/ bennnurfragen/ fragen/und wollen dv so nicht geweift werden/sondern mehr gesehen seyn für andern/das ist teuffels dreck/ der stinckct zumahlübel/und wenn die Evangelischen Pre-diger auch beginnen anzufahen mitfol-cherr fragen umzugehen / werden sie ärgerdenn kein Sophist/ GGttbehütcuns da-für. Auchhmdernsolche fragen gute her-tzett / machen sie unfriedlich»/ ungewiß Undunsicher. Darum nach der lehre S-P>au-li sol man solche fragen lassen fallen/ undGott befehlen/ sich inehrbeflerßigenfrOinzu werden aus der Gchrisst denn gelehrt /wie geschrieben stehet- (ö)

(1) Ideraibid. P..LXXXVI.p.jo?; (m) TomoVI.

Scriptorum \i/iueb. Publ.p. V. (n) loh. ©>eiV

(in Artickek ober Rcgclsbrieff vom Pfanstand

I^urn.XXVi^p. Gi4- , , ,

9 : Das übrige/, was hiehernoch gehörenmöchte/so wol was eigentliche kätzcreyen seyn/und womit die kätzermacher sonst zu thun ge-habt/istsowölin diesergantzen historie-ls son-derlich indem letzten capittel des r.buchsaus-geführet worden. Es wird auch nun weiterzu sehen seyn nach

dem IV punct/

von der att und weift des katzermachens.

i.

21 denn anfänglich so wol die Historiei*Tund gemeine Praxis als verständigerleute anmerckungen lehren / wie leicht und ge-schwinde es doch bey der verkehrten welt gesche-hen sey/daß ein unschuldiger in verdacht oderwircklichen anklage der katzerey komme. Mandürste nur ein Wort gegen die Llerisey fahrenlqssctt/das nichc in ihren kram dienet/so sey derkaher-mantelschon smig/daßso garzusallen zei-ren eingetroffen/was Lrafmur dorren von densemigen an Churfürst Friedrichen schriebe:Es mißfallet Zwar ehrlichen teuren dasunverschämte betrügerische Wesen/ je-doch gefällt es denen / die sich vor die vor-uehnrsicnIbeoloonsundfänlenderLhrist-licken religron halten. ITim sehe nur/wie sie ausparcheilichkeit blind sind/und

ihren eigenen lästern noch schmeicheln.Man Haie es vor eine grausame schmä-hung / ja fast vor eine kätzerev / wenn ei-ner einen Theologum eilten rabulam oderzungendrescher heist/welches doch vielesind / Oder ihr» statt Theologi MxlaicKiyo*titulirt: Aber wenn man selbst öffentlichandere vor kürzer mrd antichrrsten er-klärt/ derrerr man feind ist/ das ist baldvergebe«», (a)

(a) Epist, ap. Jo. Frid. Maierum Not. ad SelnecccriOiar.dc Luth. p.87.

r. Es lehren ferner die exempel durch allezeiten und secten/ wie mancherley griffe/ crsin-düngen und arten die katzermeistcr gebraucht/diejenigen / denen sie gerne beygekommen wa-ren/ herunter zu machen. . Vor allen dingenhaben verständige auch überhaubc angemercktund geklagt/wie es alles unter dem vorwanddesciffersvordrelehregeschehen. EinTheo-logur, der es an sich selbst erfahren/ schriebe hie-vön: Zancksvchrige/ unruhige «»»rd ver-wirrte köpfst masse«t sich die Vertheidi-gung und beschütz»,rg der kirchenGGt-ees/ des glaube,ts und der religron an/die doch «richt aus einem gesunden ver*stand/ sondern aus thorhew schreiben/und jedekman/«richt nur die fei,rde/son-dern auch die freunde und unbebaute«herausfordcr,». Gewißlich unsere sderLutherischen) krrche ist sehr übel dran/deren heiligthümer unter dent vOrwandder vertheidiguttg nicht so wol einem je-den därgelege / als proKiruirt werden»wenn das nicht wäre /würde diekircheGtdttes weiirgerndthhaben/und unterden feinden nicht so beschrien/noch VONden kätzern gedruckt werde«. (b)

(i>) EubinU8 1. c.p. C:^.

; 3 . Einandererhatcbenauchauserfahrungfolgendes hievon gesetzt : Wenn nur nichtleider noch heutiges tages unter denen/dicrechtimschooß der kirchen sitzen/undwollen Nicht allein Linder der geistlichenmukter/der wahren Lhristlicheir krrchen/sondern auch wol dazu vornehure luminaUnd lichter derselben seyn/ etliche gefun-den würden/ die bisweilen auch mit ihren»«nöthigen streit-schrifsten wider ge-treue und um die kirche<L/-rrstl wolver-diente lehrer airfarrgen zu zürnetr/ diese!«bige und ihre hochnützliche arbeit Mitschweren ausslagen und bezüchtigungenZuprEgravIren Urrd den leuten verdächtigzu n rächen, (c) Und noch einer: Allerechk-schassctte leüte beklagen sich über der ver-gällten leute und zrrugendreschcr ihren ei-str/welche doch nur vor fulgura ex pelvi,»»nicht hoher gehalten werden / als etwavon den klugen die pabstlichc banflüche /weil die Prediger so gemeür und wolseildamit sind. Denn wer wolte nicht überden eifferihrer viel lachen / welche die ge-ringstenirrthürner als die grosse, r siindenverflucheir i Wem rst unbekarrt / wie hur-tig/nrrlde und grausam ihr seyd das-tzer-register zu vermehren? Dabero V-r-lentinus Andrem wol gesagt : was ür dasvoreme verkchrte fache/ daß fähigen sofruchtbar / die wachere so mrs cuchtbar

m

1