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Gottfrid Arnolds unparteyische Kirchen- und Ketzer-Historie : von Anfang des Neuen Testaments biss auf das Jahr Christi 1688
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tn den ersten hundert Jchren.

Gleich wie auch ihm selber das geheimnüßChristi nach der offenbarung war kund wordenCap. in. z. Daß also die ossenbarung des Gei-stes einem jeden zum nutzen gegeben wurde i.Lor.XlI.7t XIV. 26. Drum will Clemens hu-ben/ die Christen sollen m die rrefjvn derGöttlichen erkärrknüst hinein schauen.Ignatius fordert von Polycarpo, er Jolle be-ten/ daß ihme das unsichtbare offenbaretvndLHrb werde. Und von den Römern hoffet er/ Gort

Jahr i.biße.

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Schriff-fett derProphotcn »ndApvlkcb

und der Dater selber/und derHErrJE-süs LHristus werde es ihnen offenbaren/daß er die warheit sage. Eben wie CHri-stus versprochen hatte/^oh. XIV. 21. aus derverheissung des Vaters 7 -rem. XXXi. 34.Joh. V i. 4s. daß sie alle sotten vonGOee ge-lehret seyn/und daß er sich selber wolle of-fenbaren / oder selber in ihre heryen ein-leuchten und erscheinen. Welches erfülletward/wenn die Christen/wie dort die Thessa-lonicher/selbff von GE>ttgelehrct waren/was siethun sotten/ i.n-e/i. - v.9.

4. Damit aber die menschen wegen ihrer na-türlichen Unachtsamkeit einen Wegweiser auchvonaussenzuCHristo hätten/fowurden sie aussdie schrissten und stimmen derPropheten undApostel gewiesen. Dieses worr muste in ki-rrem jedem so lange meistentheits zu erst schei-nen/ biß der tag selber anbrach/und CHristusder Morgenstern selber auffgieng/2.Pet.19.und so waren dazumal im ansang des EvaNgeliidie gemeinen beschaffen/daß sie zwar sonstett kei-nergabeMangel hatten/ aberdoch noch die Of-fenbarung CHristi erwarten musten/ welche inihnen noch nicht geschehen war/ wie dieCorin-theri.Lor.i^unddieEphesernochinsölchemgrad des Christenthums stunden. Eph.i. 17.Daher bedmfften die meisten auch noch milch/und waren kinder / mit denen Paulus nur nochnachdem Menschenreden muste/Kom. VI. 19.Ebr. V. !2. VI. x. i.Cor.Iili I.unö daherosie

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tungdesAbendmalsundandernübungennochermahnete. Die eintzige Gemeine zu Thessa-lonich mochtest) weitkommenseyn/daßsiesetbstvonGDttgelehretwar/unddaß es nicht nothwar' ihr zu schreiben. 1. Heil. IV. 9 Weswe-gen auch diese sendschreiben in solchem graddes Christenthums zur reget dienen können/darinnen selbige Christen damals gleich stun-den. Bey einem andern zustand ferne feineseelealso mit gründe gebunden werden/ daßsienicht hätte dursten weitergehen und wachsen/als wozu sie auch angemahnet wurden. Zu-malen die Amores selber offt gestunden / daßsievieles / was die leute damals nicht verstunden /oder auch / was die wett nicht verstehen und fas-sen konte/gantz ausliessen und verschwiegen/joh. XX. 1 x. Ebr. V. 12. welches denn noth-wendig hernach eittemMn durch den H. Geistselber hat gegeben werden müssen. Zuge-fchweigen/daß die Apostel ihre mündliche leh-ren und traditiones nikn die sthrifftlichen fttze-trn/ und also zeigeten/ wie sie nicht alles uNd voralle in schriffren hinterlassen können/ welchesdenn die andern ebenfalls von GOtt erwartethaben. 2. Theis. u. xs. 111.6 Angesehen das

nicht allen gleich und bequem gewesen Jahr i.

biß <7.

s : denn auch die Apostel selbst ihren gebrauch

vortrug zur Prüfung übergeben / und nechst demzum beweist die Propheten immer anführen.

s- f^. men s^e sich auch nicht öffentlich undauffrrchtlg zu bekennen/wo sie etwas aussichselbst sagen/ damit sie nemlich denen gewissenkemen strick anlegen/ wie die Theologi aus-drücklich fetzen ( Cenitur.Magdeburg, i.Lib. 2.

p. 28.) Siehe 1. Lor. VII. 6. xo. 12. Zs.2iCor.X.if. i.Cor.XIlI. 17. JNmasseNbiß-weilen solche dinge vorkommen/ diewol etwasbedencklich fallen/und nicht bloßhin von allenangenommen werden Mochten / auch an sichselbstnichtvielauffstch hatten/als,.Cor.xi.

4. f. dannenhero auch dißfals dieerstenChristenaus der rkgierung GOttes die rechte Masse zunehmen hatten/ wie sie sich ün diese schriffrenhalten soltkn/ und dabey alles zu prüfen/ wie ih-nen ohne ausnahme befohlen war /1. Theil. v.

2 r. damit denn auch hierinen die ehre GOtt al-lein bliebeund kein andrerGQtt Neben ihm ausetwas gemacher würde. Wie sie denn nir-gend einen befehl öder vorschrifft funden/ daßdiese oderjeneschrifften allein zum canone oderrichtfchnur des Christenthums musten ange-nommen werden. Da im A. Test. man so garauch in die 2202. jähre kein geschrieben wortharte/und hernach dennoch keinengewissen ca-nonem machte / ob schon der neue bund nochnicht da war/darinnen kein bruderden ändernlehren solte. Sondern dieses haben langsthernach die leute neben den symbolis auffge-bracht / den gewissen einen strick anzulegen / wieunten soll gewiesen werden. Hingegen ban-den die Apostel ihre zuhörer nicht an diß unddas/ an gewissevorschrifften oder regeln/ son-dern an das Vorbild der lehre insgemein/an dieheilsamen wortevoMglaubenund sonderlicheIEsu/an die regierung underöffnung desH.

Geistes. Weswegen man auch beym Eusr-biö und andern findet/daß die Gemeinen etlicher so. jähr lang nicht alle gewiß und eins gewe-sen sind / welche schrissten der Apostel richtigwären oder Nicht. SoNderlichvoN derepistel

sacobi, sudä: * Petri , Johannis UNd deraNdik

Ebräer/weil sie sich an keine buchstäbliche regetäusserlich also bunden / sondern dem HErmselbst in ihrem hertzen platz liessen/wie er sie fäh-ren wolte. Der ihnen auch alles zu lehren undzu verkündigen theuer versprochen hatte. DensonsteN würden sie ja leichtlich auch ein gewißvolumen oder buch aus solchen schrifftenhabmmachen können / wenn sie es Vor so nöthig ange-sehen hätten. Hingegen sonderten sie diese sogar nichtvon andern schrissten ab/daß sie auchetliche 100. jähre lang die briefe anderer / als

Clementis, Polycarpi und dergleichen/ebenso

fleißig und öffentlich lasen und betrachteten alsder Apostel ihre. Welche denn auch / ob sieschon nach diesen geschrieben waren/ dennochnur das A.Test. anführen/ selten aber etlicheworte CHristi oder anderer/die man auch wolim N. Test. nicht einmal findet. Ja es meineneinige nicht ohnegrund/das viel schrissten derApostelverlohrengegangen/äuch die/ welchersieselbergedencken/als dieepistel an VieLaodi-

ut. 6 Ängesiyenoas ^

meiste in den briefennur auff gewisse angele-! ceer/die dritte an die Thessalonicher und Corm-genyeitenund fallegerichtetwar/derenbeschaf- lher. Daß also von keinem solchen »

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