62 TH.1.B.H. C.M-vonderChrifttuwandel/ öffenil.tmdsonderbarem
Jahr c. sen des Christenthums nicht in äusserlichen-iß cc. Worten oder schein / sondem im Hertz«! und wer-ckenselbergesuchct. Sie hatten nicht gnug /Ohne heu-wenn sie nur von andern teufen vor gut undHclcp. ftom gehalten wurden/Md einige andacht oder
gottcsfurcht in gebchrden und stellungen aüe-Mrren/sondernihr Hertz muste ihnen selber vonihrer auffrichtigkeit mit gründ zeugnüsi geben.Und nachdem sie einmal von allem falschendienst zum lebendigen und wahren GOlt be-kehret waren/fuhren sie auch fort/ihm bißansende treu zuseyn. Da suchten sie ihre religionund lehre nicht in meynungen und satzen/son-dern in einem ungefärbten glauben. Durchdiesen waren sie mit GOtt einmal versölMt/und in diesem fuhren sie fort ihrehertzen täglichdurch die gnade JEsu CHristi zu reinigen.Dieses und alles andere/was zu einem Göttli-chem leben gehöret/darff nichtvouihnen er-dichtet werden/sondern csfindetsichwürcklichin denen überbliebenen denckmahlen.
Likbe'zu 2 * Ihre liebe ZU GOtr ihrem Heyland er-GOtt/ scheinet aus dem häuffig vergossenen blut derunzehlichen Märtyrer. Da die-übriqen sichauch demHEr.'N auffopfferten/aus danckbarererkäntnäß der genossenen crbarmung/ und wensie nicht würcklich um CHristi willen litten/dennoch dem verlangen nach und im mitleidenund dem mitdenandemdazubereitwaren. Ihrehertz-vachlie». licheliebe untereinander verdroß auch die fein-de/ die sich nicht drein schicken konren / wenn sieden brüder-undschwester-namen so offr von ih-nen höreten. Indem sie gleichwol auch einenkeuschenundreinen wandet aus allen merckma-Eanfft- len sahen. Man muste dabey sich auch überautth. ihre grosse sanffrmurh gegen alle feinde/ »ha ih-
re gutthätigkett / gastfreyheit / auffrichtigkeitu. s. f. hoch verwundern. Indem jene gleichhievon bey sich und ihres gleichen nicht das ge-ringste funden / und wol mercken mochten/ daßes von höherer Hand herkäme. Die grosseGedütt. siandhafftigkeit / gedckr und freundlichkeitmachte ihnen entweder nachdencken zur Über-zeugung ihres hertzens/ oder bey dessen vcrsto-ckung mehrneid und verfolgung. Mankonteauch an ihrem äusserlichen Umgang nichts vor-werffen / indem sie bescheiden/mäßig / demütigund eingezogen lebten/ohne daß die-Obrigkeirwegen ungehorsiuns / Ungerechtigkeit/ Weige-rung des rriburs u. s. f. ihnen hatte beykommeukönnen. Von welchem allem aber die abbil-dung der ersten Christen ausführlichen berichterstatten kan.
Zetigvüß 3* Was giebt ihnen nicht Plinius im obcn-ttr feinde, gedachtem schreiben vorgute zcugnüsse ? „ Sie„verbünden sich unrercina,ider bey ihren, wfammeniiinffcen / nicht zu bösen bin*
„ Ieir / sondern daß sie keinen dicbstal/
,»mordoder chebrnch begiengcn/ keinem^.unrecht thäten/keinem das seinige vor-„ enthielten u. s f Man hacke auch von>, weibesperjonen durch steine marter„ etwas Verfängliches heraus bringen..können. Wie sich auch die damaligen A po-logeten ungefcheut auff daszeugnüß ihrerarg-stenfeindevon derChristen Unschuld beriessen/und diese gleichsamaufffordcrcm/zusagen/was^hrpri- sie wider jene hätten. In ihrem privat - unt>Tat-leben, häuslichem leben troffen sie sie überlauter un-tadclichen Verrichtungen an / da sie nächst der
ordentlichen arbeit ihre zeit mit singen/beten/<* st t tcGOttes wort und gutem gesprach zubrachten. W coAlso daß auch/wie Parianus meldet /dreWer-ber beym spinnen von Göttlichen dingenredeten. Welches ihnen die grossen Verfol-gungen noch mehr angenehm und nöhtig mach-i ttn/daß sie sich augenblicklich zum leiden undtod gefast halten musten. Indessen scheuetensie sich nicht derHeyden gottlosigkeit und greu-el zu bcstrassen und zu meiden. Dahero sie ih-Vemei,re schauspicle/ festrage und Üppigkeiten/ ja ih-dunM.ren gantzen gottesdienst öffentlich/und vomcm-"'Tlieh bey ihrer bekantnüß/ verwarffen und ver-^"fluchten. In summa, sie gewonnen auch da-mir viele ungläubige und Arbeitten/wenn sieso lauter und imatfectirt in allem ihrem lhunwaren: gleichwie die Heuchler meistens vieleneinen falschen begriff vom Christenthum bey-bringen und sie zu Atheisten machen können.
4 . Bey solchem annoch reinem sinn und der Jbr Eoi.währenden äusserlichen Unsicherheit ward an^sruch/keine äusserlich: dinge beym Gottesdienst son-derlich gedacht / so daß man darauff gefallenund das rechte Wesen haste fahren lassen. In Imundibrengemeinen Übungen gieng es meisicns/zu-uugchni-mal im ansang dieses sceust >nochgantzcmfal-Fit-tig und nach dem willen und-- neeung desH.Geistes zu/ohne zwang und kränckung der wah-ren Christlichen fteyheit/ ohne gesetzliche cere-mouien/ohne opere operaro oder Verstellung.
Wie einen jedenderHEr.'instineu-hertzenfüh-rete/und wie es den übrigen zur bejserung die-nete/das geschahe ohne Widerspruch derandcm.
Der gedachte Plinia erzchlet folgendes Hic-Attfbmvon: Die Lyristen pflegketr an einem ge- ‘wissen tag früh/che es licht würde / zu-"sammett zu kommen/dabey sie mit ein ? “anber LHristo/ als einem cSGrt/zu eh-''ren ein lieb fingen/unb sich) zu cnthal-"tung von allen lästern verbünden- Dar-'aufs pflegten sie von einander zu gehen “und wiederum zusammen zu kommen /"da sie mit einander speiset en* so dass man "nichtsdabeyzutadelnhätte. Welches"sie benn auch alsbald hatten bleiben las"stn/nachdem dre Gbrigkeit alleheimlr»'ehe gefelljchaffeen verboten gehabt."
Plinitis Jun.lib. X. ep. 97.
p s. Diesem will ich noch zwey schlechte be- M®,!kantnüsse der Christen selber beyfügen / die sie Met man den heydnischen hla^istrar gethan habe»!/daraus ein jeder selbst einen begriff hievon ha-ben kan. So erzchletnun^uilintiL also/nach-dem er die auffnchmung der bekehrten in dieGemeine beschrieben : wir sind unauosetz-"Samw-lich bey einander/ und in allem'wan wirdarbringen (von beysteur vor die brüder)loben und preisen wir den Schöpfer at -"lcr dirrge durch seinen sohnIE sirnlLhr-- ‘stum uyd den H. Gc-jr. An dein so ge- "nannten sonntag kommen alle an einem“ort zusammen/dre in den Städten oder"auff dem lande wohnen / da denn die"schriffren der Apostel und Propheten/ s ö' Lesungviel die zeit leidet/ gelesen werden "^'H-,Darauff wenn der Leser auffhörer/ halt SchrM.der Vorsteher eine rede / da rr,r.ne,r er das "..volck unterweiset c und zur nachfolge"^solcher herrlichen dinge ver-uahnek. "
Dann stehen wir insgesamt auffund be 'Gehet.
», rcn-
N
yi
tlSäi
flüt
■m
pl>
Ürigt
M
:3ti
ch
Mii
c 4i