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Gottfrid Arnolds unparteyische Kirchen- und Ketzer-Historie : von Anfang des Neuen Testaments biss auf das Jahr Christi 1688
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uttb irkimgen in dem andern Jahrhundert.

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in demgesprächmit demlrppbone gedencket.

Erjkam umlftlbe zeit / oder noch zuvor nachRom / da er sich lange auffgehalten hat.

Seme Nachfolger haben vorgegeben/ er hatteTheorem zumLehrmeisiergehabt/derkauli guter freund gewesen /ja Matthiam selber/auff dessen mündliche lehre er sich auch beruf-fen. (1) von ihm selber will man zwar insge-mein sagen / er habe deswegen eine svaltung .angefangen/ weil man ihn nicht zumAuffseher | gen «/£<»«* oder zusammenfügungm geschickt

besen erklamng grosse weitläufftigkeit und Jahr c.nachdencken erfordert. Die letzte frucht von biß cc.nmtt c tett sie das vollkommene/ item die

PSis 0 */ in ihrer begierde nach demZUlicht der liesse oder GDttes von dem ErlöserJEsu sey erhallen worden/ daß sie von jenemNicht verschlungen wäre. Denn dieser sey ihrvon dem vater gesandt/daß er ihre begierde ab-nähme und creutzigte. Er habe auch vieübri-

nehmen wollen, (m) Allein es lasset sich ausvielen umständen darthun/daß er schon vorherin Egypten ausgestossen worden/ wie es an-dere auchanmercken. (n) Er istabersonst sehrgelehrt/verständig und beredt gewesen/also/daß er in der Gemeine unter die ersten mit ge-rechnet worden/ (0) und viel bücher geschrie-ben hat / die zwar vor sehr verfälscht erkantwerden (p). Von seinen Lehren aber mer-cken sie insgemein an / daß sie von der schein-baren Lebens-art und bekäntnüß der Gnosti-corum hergerühret / von denen bald ein meh-rers. (g) Dahero sie so viel Liebhaber auchvon frommen und bekennern Christi bekom-men/die wir in grosseranzahlfinden/ob ihnenauch gleich noch so hefftig widerstanden wordL.

( 1 J Clemens Alexandr. lib. VII. Strom. p. 549.& 76s. ( m ) Tertullianus adv. Valent, c. 4-

( n ) Pearson. Vindic. Ignatii. P. II. c. 7. (0)Tertullianus l.c.Philastrius ha:r. 37- (p) Vid.

Clemens Alexandr. omnino lib. II. III. IV. & VI.Strom, epiphan. hsr. XXXI. n.j. 6. & ibi Peta.vius de Fragment, (q ) Epiphanius 1 . c. n. I.

17. Die ihm beygemessenen meynungengreiffen weit um sich / und können in diesemkleinen buch nicht ausführlich erzehlet wer-den. Das vornehmste zu melden / so soll ersich zwar auffdie fchrifft gegründet und bezo-gen/ aber sie nach seinem sinn gedeutet haben.Eben wie nach ferner gleichnäs einer aus vieledelsteinen ein königlich bild kormirte / undhernach dieselben von einander nähme / undschweine oder Hunde daraus bildete. Wel-ches denn freylich von allen Kätzereyen undVerdrehungen des klaren Göttlichen wortöwahr ist / wenn mans auch unter den so ge-nanten rechtgläubigen ohne den H. Geist aus-leget und annimt. Auf die lehre aber der V alen-timaner zukommen/so sollen sievoraus gesetzethaben / daß ein ewiges/ unendliches/unsicht-bares/Göttliches wesen sey / welches sieTTctro^a den Vater / irem ßvBov die tieffe oder^ den abgrund genennet. Darauf sie die zoüiüta ( mit ihren ^vyian oder die geister mitihren zufammenfägungen vorgestellet / ohn-gefehr in folgender ordnung; die gedachte tief-fe oder habe bey sich die betrachtung/(iwoictv,') und die stille/ausweichengebohren werde das gemüthe / (-§-) der va-ter und ansang aller dinge/ imgleichen die war-heit.' Diese beyden letzteren hätten hervor-bracht das wort/ Ound das leben/ausdiesen beyden sey abermal entsprungen dermensch und die gemeine. Dieses haben sieden ersten OLonarium geheissen/als eine wur-tzel und wesen aller dinge.

irenseus 1.1. c. 1.

' 18. Aus dem Wort und leben haben sie io.andere aonas oder lecula hergeführet/ aus demmenschen und der gemeine auch 12. andere/

gemacht / die erkäntnüß des Vaters Anzu-nehmen. Der Heil. Geist aber habe sie geleh-ret dem Vater danck zu sagen und zur wahrenruhe zu kommen. Nachdem also die »oneswieder zu ihrer gleichheit gebracht worden/hätten sie ihre beste krafft aufIEsum gewandt/als der einHeyland/Gefalbter/das Wortu.s.f.sey. Dieses und dergleichen berichten die lcri- Ursprungdenren von feiner Lehre/ da etliche meinen/ er der *°-

habe diesezo.Lonesausdem heydnifchenPoe-"^.

ten kkelioclo und feiner Theogonia, gelernet.

(r) Allein es ist aus ihren namen selber offen-bar/ daß er sie meistens aus der fchrifft/undsonderlich aus dem Evangelio johannis ge-nommen/als da sind: warheit/ wort /leben/gemeine/ tröster / glaube / liebe / Hoffnung/licht / weißheit / seeligkeit / einigkeit / eingr-bohmermsf. (0 Zugeschweigen/daßIrenas-usbekennet/wieder öffentliche lobgesangGot-tes ihm anlaß gegeben habe: Ehre sey GOtt

( iis Im dimrcti luv äiciycav') M dlL eWlgkeittN

der ewigkeiten!

( () Petavius ad EpjphIttigius Append. de Ha:r»

(r) Epiphanius 1 . c. n.z.n. i. ex Irenxo 1 . c.p. 41.

19. Die Nachfolger Valentini mögen woll Princi.viel weiter gegangen seyn / davon er selbst vor pia.sich nichts gewust/und also daran keinen theilgehabt hat. Doch weiß ich nicht/ ob er nichtselber zwey principia gesetzet hat / wie Ori-genesöoit ihnen insgemein hin meldet. Indemauchdieser anderswo ein stück von seinem buchanführet / darinne Valeneinur von dem ur-,,^.,,nsprung des bösen handelt. Allwo er auffrich-SBtig von sich bekennet ; wie er so viel bösesunter den leuten gesehen / und dessen Ursa-chen untersuchet-gleichwol aber GGeedasselbenicht zuschreiben tennen/ah dernlchks bdfts in sich habe/ noch daran ge-fallen krage/sondern es vielmehr verhin-dere. Dahero sey er endlich auffdie ge-dancken gerathen / es müsse doch einegewisse materie bey GL>tr zugleich seyn/daraus alles andere/und also auch dasböse/ herkäme. Aus welchem bekäntnüs man valeminisiehet/daß der mann eben nicht so ruchloß oder Unschuld,boßhafftig gewesen / sondern den Göttlichendingennachgedacht/ und dahero aufdiese undjene Meinung gerathen sey / daraus er wedervor sich selber noch durch andere kommen kön-nen. Und wer weiß/wie man etwa auff fei-ten der Lehrer mit ihm verfahren hat / da gleich-wol vorgegeben wird / es sey seine Trennungum einesBisthums willenherkommen/wobeyes schon damals nicht so genau mag abgangmseyn/ daß nicht etwa an einer Parthey / wonicht bey beyden/ Xmulaüon, neid/Hochmuth/Verkleinerung und dergleichen mit unter ge-lauffen/dergleichen dinge wir hernach bey i'er-

A.L. H. Erster Theil.

K

tulli-