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Gottfrid Arnolds unparteyische Kirchen- und Ketzer-Historie : von Anfang des Neuen Testaments biss auf das Jahr Christi 1688
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3 oBr c. wurden. Da geschahe es denn auch bey der, big cc. vielfältigen immer/ daß manchmal verschiede-" Miß- ne CHnstum verlaugneten/ und so fort von ih-

"brauch der, -emanvisscn getrieben/gerne wiederum versöh-versoy- m rotten. So gieng es alsdennnichtselten unordentlich und ohne gehörige bussezu/wenn die Auffseher oder Aeltesten entweder ausmitleiden/oder auch wolausandemabsichten/die nicht so gut waren/ ohne unterscheid jeder-man zur gemeinschaffr zuliessen. Weil nunhieraus kein geringer schade / ia die erste.L>er-derbnüß erfolgere / daß nemlich die bösen undHeuchler in die Gemeine hauffig miteinschliche/so eiferten die rechtschaffenen immer sehr dar-wider. Massen bekant ist /daß nicht allein de-nen abgefallenen und abgöttischen/ sondernauch den ehebrechern/ die Versöhnung mit derGemeine offc versaget worden/wie zu Cyprianizeiten/ (d) wie auch vor und nach ihm gesche-hen. (c) Womit der grosse ernst wider sol-che greuel angezeiget ward/und daher berufftesich auch Tertullianus selbst hierinne auffdieuralte hergebrachte gewonheit der Christen.Welche aber indessen weder GOtt noch seinergemeine/die machtsünde zu vergeben damitab-gesprochen haben.

Erasinus pra:£at. adHilar. p.j. (d) C7prianusep. pr. (e) Vid. Alba Spinaus lib. U. obferv.Jl.1j.8u7. SirmondusHistiPoen.c.I. Tertul-lianus dePudic. imprimis c.2.9.20.

und mungen indem a ndern Jchchnndert.

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er denn «dermal von urtheilen und Übeln nach-Jahrreden nicht ftey bleiben koMe/indemmanibm sie <

ex. - *

Montani 45. Hiemuff drunge nun auch Montanusrmgnüß. damals/nachdemerdaselendmitansehenmu-sie/und den grossen verfall zuvor sahe/derdar-aus erfolgen würde. Und weil er im ersten eif-fer etwas harter reden mochte / als jene/ dieschon mit dieser dem fleisch angenehmen Mei-nung eingenommen waren/vertragen konten/wurden ihm bald viel ungereimte und ärgerli-che dinge nachgeredet. Gleich wie es denenniemals anders gehet / die aus redlicher absicht/und offr aus mitleiden einem und dem andern/oder auch einer gantzen grstllschafft diewarheitvorhalten. Es kam auch endlich mit dem streitzu einer offenbaren spalrung / da jene in eineräußerlichen fache nichts erkennen / oder mitzu--länglichen Mitteln das argernüß abthun wol-len/ und damit Momanum immer weiter zu-rück stießen/der sich einmal seiner guten inten-tion mochte bewust seyn. Indessen muste esheißen/ Montanus thäte es alles aus ehrgeitz/und wolle vor andern etwas besonders seyn.Ja man schrie ihn gar vorunsinmg und rasendaus /und wolte die leme bereden/ der Teuffelhätte ihn eingenommen/ (0 daher man ihmauch das lehren verbot/ als einem thörichtenVerführer des volcks: nach dem mansas/ daßihm die leme beyfielen/und sich die fache überallgewaltig ausbreitete. Manfieng annebstvie-len greulichen aufflagen die ausschlieffMlg wi-der seine anhänger fleißig und hessrig zugebrau-chen / die man doch zuvor wider die grösten är-gernüsse und fünden selten / oder nicht vorge-nommen hatte / darüber auch der streit her-kam. (g)

(f) EufebiusV.c. 16. (g) Idemibid.

QScscbtii 46 . Die andern dinge/ worinnen Montandigungm . nu6 allzustrenge schiene/waren/daß ergewisse'Md ordentliche Übungen im fasten anstellete/(h) einen unterscheid im speisen hielte / zur er-haltungdermäßigkeitundzucht/ (i) worinnen

kome/indemmanihmschuld gab / er enthielte sich dieser oder jener spei-sen/nicht der Mäßigkeit halben/odcr aus liebezur gottseligreit und belohnung / sondern weiler die geschöpffeGOttes vor eingreuel achtete,(k) Worinnen ihm aber offmbarlich unrechtgeschah/dasein freund Tertullianus , ausdrück-lich PauliworLe i.Tim. IV. 3. reibet tneTati-aner un&Marcionitm deutete/welche aus die-sem gründe gewisse speise nicht äffen / weil siebößan sich selbst seyn folte/ (l) ebensomusteesauch heissen /Montanus trennetedie ehen/ weiler daß wiederholte heyrathen vor undienlichachtete, (m) Worinnen doch damals und her-nach/die berühmtesten lehrer mit ihm einstim-migwaren/und es so gar vor den heyden selbstbekenneten/daß die andere ehe/unzulaßig sey. (n)

(h) Apollonius ap. Eusebium V. c. 18. Theodori-tus III.Haet.Fab. c. z. Tettull. de Jejun. c.t«Hieionymusep,54. (i) Tertull.de Jejun. c.i|.is. (k) Epiphan. bar. 48, ( 1 ) Tertull.l. c.

fm) Apollonius ap. Euseb.V. c,i8. (n) Athe-

nagoras Apol. p. 4. & alii ap« Gerhardum L. deConj. n. ip 1, Hieronym. ep. ad Furiam Salvi»nam, Gerontiarn & cont. Jovin. Ambrosius üb.I. Offic. c. f o, & H. c. 6.

bißce.

Aerfol-- S«og.

47. Uberdiß war denen / so sich rechtgläubig . ^genenneten/an Montano nicht leidlich/daß r#

keine flucht vor Verfolgungen / zuläßig hielte. 'Denn er selbst berieff sich darauff/daß ihrer soviel unter denseinigenzumartyrernworden wä-ren/welches ein gewisses zeichen der Göttlichenkrafft sey. Darauff zwar jene antworteten/"daß es unter andern partheyen auch Märtyrer^gebe / die deswegen doch nicht recht hätten.

Ja sie wollen auch dieses am laugnen/ daß <cdieMontanitten um des Christenthumswil- <clen gelitten hätten/weil sich einer von ihnen-mit geld loß gekaufft/die andern aberum ihrer

Missethat willen gelitten hatten. Dabey siesich auff die Archivs der heydnischen Obrig-keit bcrieffm /welche aber bekanter Massen denChristen nichts alsübelrhaten nachsagten/und " ^

sie unter solchen falschen anklagen hinrichteten.

Dahero dieser vorwurff wider die andern ebensowolgegolren hatte/ja würcklich widersovie-le abtrünnige gälte. Aus dem aber /daß dierechtgläubige keiner parthey als der ihrigen/wahre zeugen CHristizugestehenwolten/siehetman/ wie schon damals die embildung einge-rissen sey/daß nur die äusserlichegemeinschasstselig mache/und daß GOtt nicht aus allerleyvolck die gottsfürchtigen und gerechten ange-nehm seyn sollen. (o) Indessen ist klar/ daß esMontano und feinerparthey ein grosser ernst ge-wesrn/um CHristi willen zu leiden/und keimMarter zu scheuen: Weil sie in ihren schrifftenausführlich und nachdrücklich behaupten/undermahnm / daß man nicht weichen solle. Jasie hielten denen OrGodoxen ungescheut undZeugnüßmit grossem ernst vor/daß dieAussseher/Aelte-widerdmstenund Diaconi, un also dasgantzeMinitteri-vci'fall.um selber/mit bösen exempeln vorgienge/un beyvessolgungeatsmiedlingeihreheerdevttliessen/auch sonst in vielem ärgerlich lebete/ (p) welchesallesdieobige beschuldigungevon ihmzurgnü-ge ablehnete/dahmauch die übrigengehöreten/daß sie nemlich von dem volck so viel colle^en Verleum,

erpressethätten/daßsiesichinkleidungundan-dliagm.

dem delicat und prächtig hielten. Als tvel-