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Gottfrid Arnolds unparteyische Kirchen- und Ketzer-Historie : von Anfang des Neuen Testaments biss auf das Jahr Christi 1688
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fdudtklich unkev Constantino M. rz9

»mix zende desto sorgfältiger zusammen lesen / je-ccc. mehr ihnen daran gelegen seyn mag / daß diebiß Heuchelei) selbiger zeiten zu ihrem verheil imGGCC .' schwänge kam und bliebe, (o) Dahero mancheüv^dcr ciuch so viel offenbare schmeicheleyen und lob-§ler,scy reden findet / welche bey und nach seinem le-Zcgeniho. den von der Clcriscy ihm zu gefallen ausge-schüttet worden. Womit man ihn denn im-mer mehr antreiben wollen/ sich liberal zu er-weistn. Und wird Eufebius wol bey den we-nigsten glauben finden/ wenn er unter andernan ihm heraus streichet/ daß er so modest ge-wesen/und kein lob von sich vertragen können.Massen er selbst augenscheinlich durch seineungcmeine schmeicheleyen in der lob-rede con-itamini das Widerspiel weiser/die er gleichwolvor dem Käyser selbst abgeleget har. Daherihm andere nicht ohne gründ eine übermaffigelob - begierde zu schreiben. (p) Welches dieHerren Bischöffe wohl merckcen und zu brau-chen wristen / wenn sie ihn wohl unschuldigerweise bald einen Apostel/ bald einen/der denAposteln gantz gleich wäre / bald einen bothenGDtres/u.s.f. tituliret haben/der nicht von-auch nicht durch menschen vorn Himel gesandtwäre u.s.st ( x>) Dahin auch das denckmah!gehöret / worinnen er unter andern RELi-tiiONiS ET EIDEI AUCTORein Urheber der religion und des glaubens heißsen muß. (g) Ja sie nennten ihn wol gar ei-nenBischoff der kirchen/und wüsten offr nicht/wie sie ihn um eines bissen brods willen gnrigerheben möchten. Das machte/ er restectir-re in seiner freygebigkeit sonderlich auff dieCleristy/und machte sich selbige damit zumfreunde / wie aus allen Urkunden erhellet/und anderswo gezeiget worden. Zugeschwei-gen/was man unter seinem namen vor einenHaussen erdichtete Donationes und Privilegia missweisen / und sie über so viel geraubte gu-ter zum deckmanrel ausbreiten wollen. Unddiejes ist desto weniger wunderns werth / jemehr die warheit Euscbium selber gedrungenhat zu bekennen / daß ihrer viel die Müdigkeitund gute Constantini zrmhrem geldgeitz undheucheley mißbrauchet hatten. Anderer be-känrnüssc zugeschweigen.

(v) L.>ru»>us A.GCXIl. ».6. Bozius lib.III. cont.Machiar. c. i.(ef]i], ßeüarminus. Spondanus.Eulebius IV. V. C. M. c. 48. [ (p) Theodo .raus 1 . c. i. Menologium Graecum & ap.Goldastum. (q) Apud Baronium 1 .c. (Eu-seb. 1 V. c. 54.)

®em lob. I0 - Jmmittelst und ob wohl dergleichen'betrübte geschichten von dem Christenthumdieser zeiten hauffig vorkommen / so bleibendoch die andern anstalten an sich selbst gutund nützlich / welche von ihm oder auch unterseinem namen von der Clerisey gemachet wor-den / wenn sie nur so viel grobe mißbraucheund andere böse dinge nicht verderbet harren.DieScribenten rühmen insgemein/ wie da-mals /sonderlichnach dem i8.jahr seiner regie-rung/oder um das jähr Christi 3M. da er al-leine die oberhand bekam / so viel den Chri-sten zum Vortheil geschehen sey / so viel nem-lich den gusserlichen zustand betrifft/denn vonBchhie dem innern soll unten geredet werden. Dermhalr derer befehle und verordnunge war die-Wfn ' ser: Die bißherigm Verfolgungen der C bristen

sotten nun auffhören / die vertriebene wiedernach Hause kommen/diegefangeneknechte und ccc,zu bcrgwercken und andern arbeiten verdam- bißteloß und frey werden. Was an gutem/hau- CCCG -fern/ äckern/und andern dingen den Christengenommen worden/solte wieder gegeben wer-den. Die Lehrer sollen von allen beschwerun-gen/zoll und tribut frey seyn / und ein iedermacht haben / kirchen und dazu gewisse capi-talia zu stiffcen/ legata zu vermachen/ und der-gleichen. Dieses wie es den Christen äusser-lich sehr vorrheilhaffug gewesen wäre / wo siees weißlich und nach Gottes willen angewandthätten: so reichete es doch nicht an den rühm/den man insgemein von der Herrlichkeit desChristenthums selbiger zeit machte. Die Hey-Freyherrden blieben einmal wie das ander in ihrem al-berHernten Wesen/ Constantinus nahm oder zerstörtebco.ihnen keinen einzigen tempcl / theils aus furchtvor den leuten / theils aus einer ungereimtenbeysorge/ daß nemlich die stavte ihren zierarhund prächtiges aussehen durch niederreissungso vieler und grosser gebaude nicht verlierenmöchten. (I) Dahero man noch von den greu-lichsten schlupsflöchern der Heydnischen tcuffe-leyen langezeit nach Constantino liefet. Wiedenn auch ferner noch alle länder / stävte undflecken/alle ober-und unter -gmchre/ miner 'stände und professiones vollerHeyden waren/und man die zwar grosse menge der Christendoch kaum merckte / weil sie unter so unzebli-chen theilen des reichs sthr vertheilet und zer-streuet waren. Auch giengen die Heydnischen ^Religions-übungen/festivitäten/spielc und sovielerlei) öffentliche greuel immer vor sich. Da-bei^ auch die Heydnisthen redens - arten / ge-brauche / und andere denckmahle noch in dielange sortgepflantzet wurden / wie es die gest-tze/ Historien und andere schriffcen ausweisen.

( s) Theodoritus V, c. 10, Codex Theodof. tic. d*

Pagan, Sacrif. & Tempi.

11 . So groß eine fache oder Person offtkan nachdem äusscrlichen schein gemacher wer-den / so wenig ist offr dahinter / wenn sierecht genau und ohne parrheiligkeit beleuchtetwird. Wir werden unren noch von dem gros-sen und unbeschreiblichen urtheil hören / dasdem Christenthum in dieser zeit zugewachsen ist.

Ich will auch nicht viel von dem schaden ge-dencken/ den das gemeinewestn bey Conitan- Abnahmetini regierung erlitten hat. Sondern ich will beiMeichsnur auff seine person und assiones stlber noch^"^"^'mit wenigem sehen/ wenn ich zuvor nur etwasvon jenem werde erinnert haben. Dieses ge-stehen verständige Staatssteure gerne/daß er-den untergärig des Römischen Reichs gar sehrbeschleuniget habe / ohnerachtet andere des-sen auffnahm unter ihm sthr rühmen. (t) Je-doch ist jenes gar nicht vor eine calumnie zuhalten / wie die unmassigen liebhaber gegendie Heydnischen zeugnüsse dißsals vorwcnben.GestalrdiehauptverwechselungderstadrRom 'mit Constanrinopel einem allen scrupel zur ge-nüge benehmen kan. Wobey denn auch dieTronppen, so bisher am Donau -und Rhein-ström gegen die reichs-feinde stunden / gegenDrienr gezogen und die lander gegen abenddem einfall der grausamen barbaren muthwil-lens geöffnet wurden. Und diese Veränderung