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Gottfrid Arnolds unparteyische Kirchen- und Ketzer-Historie : von Anfang des Neuen Testaments biss auf das Jahr Christi 1688
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t4 s TH.I. B.IV. C. m. vondem verfall der Christe« in diesewJahrh. rc

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Indem das leben der imsirgen durch die >grosse freyheit und nachläßrgkeik gantzverdorben / und die krrchenzuchcver-kchree war. Der glaube wurde durch allerhand lehren Zererennet/und dahe-rs gering geachtet. Dre Prälaten/Vorsteher undAnführerdesvOlcks har-rten die Christliche demuth und lauter-keitvergesten / undwurden aushaßund. zanch wider einander entbranp und er-bittere. (k)

( 5 ) Haymo Üb. 11 X. Hist. S. c i.

bftit 5 » Dieses ist zeugnüsses gnug/wie elend es«Knd der im ansang dieses seculi um das ChristenthumChrisim gestanden habe. Daraus zu sehen ist/ das esin diesem hernach beydem völligen einbruch der weltli-fcouio. chxn eitelkeiten noch ungleich schlimmer damitworden sey / welches ohne dem alle Historiendeutlichgnug an den tag legen. So gar/daßdie erfahrenste Scribentm gerne bekennen/daßvon der Apostel zelten an die kirche niemalsfchwererund grausamer geplaget worden/undzwar durch gezancke/ disputiren/Uneinigkeit/schmähen und lästern / als eben in diesemleculo.(g) Ja es sey damals der Satan gantz loß undkeines weges gebunden gewesen/ und werde das2o.capirel derOffmbarung ohne den geringstenMaß /geschweigegrund/ dahin gedeutet/ (h)vielmehr sey das geheimnüß der boßheit ausblindheit derLehrer noch unter einem schein ge-heget worden/ungeacht alles damals schon imgründ verdorben gewesen. Dergleichen ur-theile meine untenfolgende erzehlungen bestar-cken/und von aller beschuldigung frey sprechenkömen. (i) Gleichwol hat mans einigen da-malsschon vor einekätzerey ausdeuten wollen;wenn sie bekant haben/die weitste nun desSarattsergen/unddie kirche sey gkeich-sirm zu einem hurenhaust worden, (k)Da doch mitten in diesem teculo ein berühmterLehrer also schrieb: »> Es ist warlrch nun-». mehro sehr schwer und seltsam / eine ret-«> neGememe zu sehen/die von dresenbö-fenzelken keine,» schaden erlitten hätte /sondernnock unversehrt und rein wäre/-»also daß sie über der Apostolischen lehre-r noch hielte, (l)

(g) Gentur. Magdeb» Cent. IV. c. 8. p.;r8. (h)Hist.Eccl. Goth. üb. II. c.4.Sect.3.n.l» (i) H.

XippingiusNor» ad Pappi HE»p, 72. L. O/ian-der praf. 8c Cent. IV; c. 26. Neuhusius üb. I,fatidicorum C. 27, (k) Heüadius ap Hiero-nymum adv. Lucifer. fi) BasilmsM- ep.72.

6, Und dieses alles gälte nicht etwa nur denkatzem/ sondern am allermeisten die/ so sichor.enhodo thodox nennten. Denn jene wurden unter

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meinten Seelsorger durch diefingersahen/son-dern auch zu allem/ was jene haben wollen/ Vor-schub thaten. Daß also der üor der Kirchenoder der Clerisey darinnen hauptsächlich be-stund/wenn diese nach gefallen über das armewolckhereschm /ihren Vortheil/ respcct .undtustin allemsuchen und finden/ die andern /so ihnendaran hinderlich fielen / unterdrücken / über-schreyen/scheltenundschmahm/plagen/verkä-tzern und aus dem wege räumen/ hingegen aberalleinehahn im korbe seyn tönte. Jmmittelsthatte Verwahre thätige glaube keine statt mehr/und die religion setzte man in gewissen conce-ptat tmb termini«, die der verstand gefasset/wieauch inaufferlichen mundbekantnüssen und an#bem operibu«operati«. Wer sich hiereinnachder gemeinen weise wol richten tonte/ und dieschon fest gesetzte Autorität und gewaltderBi-schoffe nicht in zweiffclzog/der- hiesse orthodox, oaMa.er mochte nun ein rechtschaffener Christe seyn X1 weicht?oder nicht. c Wer aber ihre satze / Meinungenundkunstwörternicht allein derBibel finden/oder sonst ohne Überzeugung seines gewissensvor genehm halten tonte / der muste ein Werhassen. Also geriet!) der meiste theil des votcksin die äusserstesicherheitund ruchlosigkeit/daßesvonHeydenoffrwenigzuunterscheiden war.

7. Es tönte dieses und noch viel ein mehrersmit unzehlichen Urkunden belegetwerden/wennes nicht zu weirläufftig fiele.^ Wiewol dasvomehmste hoffentlich zur gnüge in dem letztenbuch der abbildung/durch die wichtigsten pun-cte durchgeführet ist. Dahin sich ein wackelt- ^liebender Leser inzwischen wolle weisen lassen.Jedoch wird sich noch vieles in den folgenden

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dem gerühmten glücklichen stand der kirchenunter dem zwang gehalten / und konten alsodurch ruhige und gute tage nicht verführet wer-den. Diese aber waren überall angesehen/reich und sicher/ und hatten die gröste bequem-ligkeit und vergnügen/wie sie davon so viel ruh-meten. Dahero kam es nun/ daßdiemeisienund vornehmsten von der Clerisey in allen greu-eln schon verliesset waren / und ihren ehr-undgeldgeitz/nebst einem wollüstigen zärtlichen le-ben/ überall ungescheutsehen liessen. Die Re-genten/so viel ihrer ortbodox gewesen seynsol-icn / waren zu frieden /wem sie nur auch nach.ihrem willen leben konten. ^ Dabey sienichr al-lein bey allen cxcMn und argemöffen ihrer ver-

capiteln geben/ allwo auch zugleich die einbil-dungwegfallenwird/ als wäre durch die ausser-licheanordmmgund Verfassungen deskirchen-siaats / durch soviel gesetzt/ concilia .und ande-re scheinbare dinge etwas gutes geschehen.

Hier ist noch nöthig zusehen / wie es mir der vor- Von fort.gegebenen fortpstantzung der C hrisienheir zuge- pflavtzmzgangen sey. In betrqchtung die schonwehntenumsianveeinem einnachdenckenerwe->' y 'cken mochten / ob auch durch dieso schr verdeck-te Christen andere zum wahren unverfälschtenChristenthum haben gebracht werden können.

Wozu mannoch den bericht aus den erftm 302.jähren nehmen kan/daß nehmlich das Christen-thum schon an allen bekanten orten ausgebrei,tet/und zwar nach dem rechten gründ bey dengrausamsten Verfolgungen desto fester gesetzetworden. So dann wird nicht viel an der opi-nionüoti denfolgendenzeitenübrig bleiben kön-nen/ als ob nemlich damals erst die Christenheitwcht zugenommen habe.

8. Denn erstlich von denen nmbekchrtwBckch.,völckernzu reden/so weiß man aus den vorigen rung derzeitm/ wie ohne dem das Evangelium schonzuvor allenthalben ausgebreitet gewesen.Son-sien aber kan man aus den zerteNLonckantimkeine völcker auffweisen/als die inibemnund In ib«:»eimm'theil lnd-en/ (m) welches erwarb)ss>-«lidna mag gewesen seyn. (n) Und zwar ist beydesdurch keine ordentlicheLehrer / sondern diesesdurch zwey junge leute / jenes gar durch eineWeibsperson geschehen. Auch'/ welches aber-wal mercküch ist/nieht durch Vorschub undwra-fält Lontlamini ,sondern/ menschlich davon zu!reden / recht zufälliger weise. Also / Ni man

wahr-