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Gottfrid Arnolds unparteyische Kirchen- und Ketzer-Historie : von Anfang des Neuen Testaments biss auf das Jahr Christi 1688
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Th' l- B. iv. C. iv. von denen Lehrern bey denen Gemeinen etc. 147

bißcccc.

Marco.

manni.

Gothen

Ariancr-

die Heyden ein grosser zwang entstund / undentweder tust oder furcht der anlaß ihres ab-falls vom Heydenthum war.

(p) Socrates V.c.iS.

Das IV- Kapitel.

Von denen Lehrern bey denen Gmiet-nen m dem vierten leculo.

§. i.

A wir ferner die bekantestenLehrer diesesüö^Sscculi ansehen / ist zuförderst zu mercken/daß die zeugnüffe von ihnen nicht mehr durch-gehends so glaubwürdig und unpaffionirt zufinden sind / als man sie etwa meistens in denvorigen zeiten hat. Viele haben von andernnach ihrem eigenen begriff und Meinungen rai-ionniret/andere diesem oder jenem zu gefallen/oder auch einigen zum verdruß. Wiederumerheben etliche diese oder jene person aus furchtvor ungclegenheir. Nachdem numehr es die

t der neuen bekehrung der völcker in diesem ^i^h^ung gewiesen/daß man damit am aller-J sichersten orthodox und ruhig bleiben könne/

wenn man nur die berühmten Lehrer mit her-

Vcrmch,

Jahr wahrnehmen kan/wie sich die Grossen damalsccc fi> wol in dem Regiment als der Clerisey nur-um ihren näheren staat bekümmert / und mitbefestigung und erhalrung ihres Vortheils zuthun gehabt. Indem die beyden jungen leu-te mir Meropio eitlem kauffmann von Tyronach Indien kommen/und daselbst gefangenund dem König überbrachc/auch hernach sobeliebt worden / daß sie die Hertzen der Hoff-leuce und des volcks guten theils gewonnen.Das weib aber ward als eine gefangenegleich-falls in Jberien bekam/ daß sie endlich durcheine wunderbare Heilung der kranckcnKönigindie meisten zum Christenthum brachte. Wasüberdiß von den Marcomannis vorgegebenwird / als sötte sie ambrosius bekehret haben/gründet sich auff keine solche relation , dawi-der man nicht gar viel zu erinnern härte. DieGorhen aber konten nach dem sinn der ortho-doxen deswegen nicht zu wahren bekehrtenChristen gerechnet werden/ well sie gur Aria-nisch wurden, (o) Und dieses wäre die fachemit

teculo.

(m) Socrat.I. c. if. zz. Theodor. I. 22. SozomenusII. c. 6 . Rutinus I. c 10. (n) Holstenius adMartyrol.Rom . Valefius ad Socratem Üb. l.c.19. (o) So-zomenus VI.c.37.

9. So viel aber die ausbreitung desChri-nmg der stenthums unter denen zuvor schon bekehrten»MM. Metern betrifft/so istnach beschaffenheit selbi-ger zeiren erstlich zu merckens/ daß numehro vielverführische und reihende dinge mit dem ver-meinten Christenthum verknäpffet gewesen/ diewol den halsstarrigsten kopst durch Hoffnung ei-nes Vortheils / ehrenstands und dergleichen hat-ten anlocken mögen. Dahero denn folglich keinegründliche Veränderung der hertzen und gäntz-liche abwendung von der well vorgehen kön-nen. Wirhabcn schon oben gesehen/wievielHeydnische gebrauche / Meinungen / redens-arten und dergleichen unter den Christen die-ser zeit öffentlich im schwänge geblieben sind.Welches ohne dem bey solcher vermengung derleute und jachen von beyderley Religion nichtwol zu vermeiden war/weil die Christen nichtmehr in den fußstapffen ihrer vorfahren blie-ben. Nur eines unter solchen offenbaren greu-eln zugedencken / die auch durch öffentliche gc-setze zugelassen aber gar bestätiget wurden. SoUnd dcssm ward biß zu ende dieses leculi über der folgen-zrcucu den erschreckliche gewohnheit steiffund fest mit-

ten unter Christen gehalten. Nemlich es wur-den die ehebrecherinnen also gestraffet/ daß mansie mein öffentlich hurenhauß steckte/und nochweiter zu solchen greulichen fünden zwang/auch dasselbe durch ein gewisses zeichen einesglöckleins öffentlich anzeigte. Welchen greulerstlich Theodosius neben einem andern grau-samen mord-und huren-winckel zu Rom auff-heben müssen, (p) Nechst diesem aber ist inder abbildung gezeiget worden / wie elend esmeistens mir der bekehrung unter Constanti-no beschaffen gewesen. So es wahr ist / daßin dem jähre/da er sich vor einen Christen be-kennet hat / in die 12000. sollen getauftst wor-den seyn; so ist aus oberwehnten umständenleicht zu erachten / aus was vor absichten/mitwas vor zubereilung und redlichkeit es bey vie-len geschehen sey. Zumahl / da schon wider

Jahr

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biß

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aus streichen helffe /als wodurch auch die Par-they selber ein ansehen und credit bey den leu-ten gewinnen könte. Von diesen und derglei-chen absichten ist nun zwar dieses 4te Jahr-hundert nicht frey zu sprechen / vermöge dervornehmsten Geschichte desselben. Gleichwolaber sind auch die redlichen Lehrer ihres gehö-rigen zeugnüsses und lobes nicht zu entsetzen.

Wiewol hier/wie allezeit / auff die blosse war-heit allein gesehen werden muß.

2. So waren nun in Europa und zwar erst- o,* m .lieh in Italien zu Rom folgende Bischöffe zu Europa ,dieser zeit: Marcellinus, Marcellus, Eulebius.ZuRvMMiltiades, Sylvester,0011 dLM Man die fabelnmit Constantini M. Bekehrung und Tauffeerdichtet hat. Ferner Marcus , chilius I. Tibe­ rius , der Wider die Orthodoxie und den/Ltha-nafium unterschrieben Hat. Telix II. welcherin dem Arianischen streit viel mit zu thun hat-te. Nach diesem Damasus und Siricius. Anandern orten sind alsLehrer bekant gewesen/zu/cgnilesti Tortunatianus, zu /Liba Dionysius,zu Vercellis Eusebius, und ein anderer diesesnamens zu Cremona , und sonderlich zu Mey-Mevlaud.land der bekandte rLmbrosius , wie auch Ruft- Ami>ro-nus ein Aeltcster zu /Lguileja. Jener warddaselbst Bischoff und in diesem amte sehr be-M"kant/ dazu er auch unversehner weise von demvolck gezogen und gezwungen worden / nach-dem er zuvor ein weltlicher Regenre allda ge-wesen und noch nicht einmal getauffet war.

(a) Er mag auch über vielem guten treulich ge-halten und den grossen Herren selbst die war-heit nicht verschwiegen haben. Wiewol ersich dabey ziemlich verschlagen und behutsamerwiese/und damit in grosses ansehm kam. (b)

Und hiezu trug seine beredtsamkeit ein merck-liches bey / die ihm auch bey den auswärtigenbehebt machte / nachdem man sonderlich nachder HeydniscHen weise noch viel von der red-ner-kunst hielte / und sie mit in das Christen-thum eingeführet harte. Emige sind auchnicht zu frieden/ daß er Origenem fleißig gele-sen hat / und manchmal so sehr allegorisiret.

Jenes urtheil aber rühret aus dem oben er-

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