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Gottfrid Arnolds unparteyische Kirchen- und Ketzer-Historie : von Anfang des Neuen Testaments biss auf das Jahr Christi 1688
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W.l-B.v C.v. von den berussenen kätzereyen dieser zeit.

Jahrcccc.fMß D,

ei rn offenbarer boßheir/sicherheit und heuche- siehen/wie oben gedachtworden, (y) Hinge- 3^,_,r.» a,A^^cua..u o» nertHMirhen siV hrtvAb.'rflhibrrt /imh Fi\ri senil du rrr.c

leylebcn sahen/so stieffensiestch nichtwenig andie öffentliche argemüssc/ die hin und wieder

vvrgiengen. Sonderlich da sich jene immerauff Gottes gnadeund ihre natürlicheschwach-heit berieffen/und damit ihresünde bemäntelnwollen. Dahero gestehen nun die Theologiselber/ -daßdioliebezueinemChrrstlichenleben / und der eyjfcr wider die grossefaulheikder Christen / Pelagium anfäng- lieh dahin bewogen/die krästtc des frey-cn willens zu erheben, sq) Dieses that ernunnicht/etwasneuesauffdiebahnzu bringen/sondern es war ihmund andern aus den schriff-sen der grösten Lehrer bekant/ daß sie eben der-gleichen und offtwol härter hicvon geschriebenhätten/wie wir bald sehen wollen. Wofernenun ibm seine wiedersacher nicht allein mitge

genwurden sie darüber stutzig/und tonten sich cccc.nicht drein finden/wenn die natur vor so böse biß v.und verderbt beschrieben ward / daß sie meine-len/ die Orthodoxen waren Manichaei/ und

) sie den menschen gar vor kein geschöpfte

GOttes erkennen wvlrcn/ sondern den Teuffelzum schöpffer machten. Deswegen beklagtensie sich also: Der müsse gleich ein Pelagia-ner und Ceekfliancr heisstn / welcher in" Domdem menschen einen freyen willen / oder " [* cl J enGore als(s> ott den schöstfstr desselben er-" 1 fi5kene.sr WiewolsiehingcgenauchvondenOr-rlicxioxendes Manicbarismi beschuldiget WUI'- ;den/jcdoch mir unecht. Sie bildeten ihnen auchein / als vcrwürffen die Orthodoxen den ehe-stand / weil nach ihrer meynung darinnen "verdammliche kinder grbohren würden, (a"

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hörigersanffmruthund Weisheit /sondernauch, wem , daß sie GOtk einer ungerechrigkeir be-

atrdcm

Lehttr.

feindselig mctiret harren / würde sichs in allemAnders gegeben haben. Bey solchen umstän-dcnaber/ wie man in diesersache auff seitenderOrthodoxen verfahren / musie endlich wol einabsurdum über das andere herauskommen.

(Y Gelasius ep. ad Honorium, (m) Lex ap Baro-nium Ann. CDX 1 IX. (n) Ibid. Ann. CDX 1 X.Coat. Photius Cod.LIH. Poslidius Vita Au-gust» c. v8. (o) Ap-Batoniuni Ann. CDXXI.

& Photium I» c. (p) Prosper in Chron. De-creta alia ap. Christtanum Lupum opusc, post-bum. fine. (q) Chemnitius 1 . c.

.. . . 6. Erstlich gestehen die/ so in den alten

Wun'g'der schrifften erfahren sind/daßvtelLehrervorPe-nhfstyn lagio schon von den natürlichen kräfften desmenschen nicht anders geredet haben/ als der-felbehemach gethan/welchesauch Augustinusselber von sich bekennet. Chrysostomus aber /Isidotus Pelusiota und andere haben ausdrück-lich ttatuiret / daß die natürliche kräffte denglauben oder den ansang desglaubens/das ver-langen nach der bekehrung / und eine gewissestuffe der buffe und Hoffnung zuwege bringenkönnen, (r) Also ach terens auch biePelagianernicht vor etrvas neues oder unrechts/wenn sienicht zugeben wolten / daß die fünde Adamsden andern menschen zugerechnet werde.Drum redete Pelagius also von diesem Aus-druck Pauli : ..Sie haben in Adam alle ge-süudiget/Kom. v. ir.das ist nicht we-t-Aen der erbende gesaget/sondern weilsie ihm in fünden nachgefolgee sind (s)Und hierinne irrete freylich Pelagius , ob ergleich auseiner wolgemeinten absichtauff diesemeynung fielvwie wirobenauseinemibeoio-go gesehen haben. Er erkennte aber den gros-sen verfall der menschen nicht / ob erihn wohl anden falschen Christen so augenscheinlich sehenkonte. Daraus flossenaber die übrigen satze:Von demDaß die fünden Adams ihm allein undrujkandnicht feinen Nachfolgern geschadethat-*>» finfcer. }j ten t un ^ die kleinen Linder in fol-d)em stande seyn / darinnen Adam vordem fall gewesen. (t) Wiewol auff demconcilio zu Oarthago L«kstius dieses kbm

nicht so gewiß gesetzet hatte, (u) Ferner erkan-tensiezwar/daßdiekinderauchderallgemeinenerlösungtheilhafftigwaren. (x) Aberhierinnenthäte man ihnen zu viel/wenn die Orthodoxensagten/sie wolten in ihnen gar keine fünde ge

Kehren

von

Adams

fünde.

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- ,:-v!

eigne funden vergebe, (b)

(i) Vodiii'.I,. IV.Hist, Peiag. P. II th I.p. 441. (s!

Pclagms ap. Augustinum L.de Nat.& Grat. c. 9.&30 (t) Pelagius Hxpost ad Rom. ap. August.

L dr Pccc, Orig. c,i9, (u) Ibid.c.ip. (x; Pe-

iag.us ap. eund. (_y) Augustiuus, [z) Ju­ lianus Lib . I. cont, Augustin, ap. liunc & epist. adZoiimumap. Augustin.L,I.ad Bonifac.c.ö/ Au-gustinus ipse L. IV. ad Bonifac. TiniodicusPresbyt. de Recept , Harret, p. 391. To.III. Co-teler. (a) Jubanus L. I.adv. August. c.j9,&II.c.24. Augustinus L. deNupt. (b) ApudHie-rorwL. III. cont Peiag. & Pelagius ipse ap.Au-gust. III. de Pecc. Mer. c.3.

An diesem streit von der erbsündehiengm

neb ixoeAstsi Na (iiZk

7 .

NUN noch etliche andere Puncten/darüber sie sichauch nicht mir den Orthodoxen vereinigen kon-ren/und hernach sobeschrienund verhaff wur-den. Als da sie sagten / der tod sey keine Dom tsdstrasse des falls / oder wie es einer selbst aus-drücket: Der tod sey aussdre nachkom-"men gerathen nicht drn ch die forrpflan-"tzung / sondern dnrcl) die nachfolge/ oder "weil sie gefündiget hatten, (c) Jmgleichenwenn sie lehreten/ die tauffe nehme alle fändeweg/und hingegen an den Orthodoxen tadel-ten/daß sie den gccaufften eheleutcn noch fün-den beylegten / daraus böse kinder gebohrenwürden, (d) Uberdiß besorgten sie auch / daßdurch die lehre von dem Verderb der natur / derWachsthum in dergottseligkeitgehemmet/unddieleutezweifftend gemacht würden/ob steim-mervolliger werden könten. Oder/wie sie esselber ausdrückten: Man könne nicht Von desglauben / daß das gute zi» vollbringen" klafftenmöglich sey/ wenn es einem unglaublich " ^ slsl<ulvorkomme daß die eingepflantzcte s vn-"de endlich könne verzehret werden, (c)"

Denn keiner trete auff den weg dergokt-seligkert, wenn er nicht Hoffnung habe."

Und was man zu erk angen verzweifele/"das begehre man nicht einmal, (s) Auswelchem abermal zusehen ist/wie es gleichwoldiesen leuten nur darum zu thun gewesen/ daßsieden Heuchlern diesicherheitund nachlaßigkcit«n Christenthum verleiten möchten. Und indiesem an sich selbst löblichem vorhaben sind sienun zu weit gangen/ und auff solche meynun-Wsgerathen / die sie nicht behaupten konten

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1 Wiewol auch die einbildungen der sicheren- Heuchler undmaulchristmnicht besserwar/wen

sie