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Gottfrid Arnolds unparteyische Kirchen- und Ketzer-Historie : von Anfang des Neuen Testaments biss auf das Jahr Christi 1688
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TH.1- B.v. C.V- von den bttuffenm k atzem dieser zeit.

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cccc.

EV-

LiHlM.

s>n in der Lybischen wüsteney/ nachdem er in den

ir.^nstliemLtismiL desCyrilll zur gnuge ver-fluchet und verbannet / auch vomPabst Cx-lestino und dem Concilio zn Epheso ( Widerdessen ungerechte proceduren er imer noch pro-Mirte) verdammet worden war. (5 ) Inwelchen allen offenbahres unrecht/Übereilung/«UsschliessuNg V0N Nöthiger conferens undverhör und dergleichen mehr vorgegangen ist/wie die Gelehrten nicht in abrede seyn kön-nen. (g)

(z) Socrates VII. c. 34. (a) Socrar. 1 . c. (b)Iba« Epist, ad Marim. (c) Isidorus Epist. adCyrillum. (d) Acta Concil. Ephes. (e) So-crates l,c. (f) Evagr. Theodoritus. CyrillusAlex. Acta Ephes. (g) Spanhcmius 1 .e.

17. In seinem exilio ist er recht barbarischtrastiret worden / dahin man ihn unter demverwand steckte / damit er niemand mehr ver-führen tönte/ da man ihm doch vielmehr durchein freundlich tractament wider zu rechte helf-fen/oder seinen wiederruff alsbald hätte an-nehmen sollen. Wiewol hierunter GOttesgerechtes urtheil und Vergeltung verborgenwar/der ihm eben mit dem maaffe messen ließ/damit er andern vermeinten katzern gemessenhatte. Drum gieng es ihm in Exüio rechtelend / indem ihn die Barbarischen völckerüberfielen und gefangen nahmen / ob sie ihn. wol gelinder tractirt alsstme Mtt-Christen sel-ber. Worüber er auch seine vorige hoffartund Halsstarrigkeit zu verlieren schiene / indemtränDen Presidenten von Theben eine klägli-che supplication abgehen ließ/darinnen er sichbeklagte/ wie man ihn sehr offrevon einem ortzum andern ins exilium geschleppet / und da-zu bey üanckem schwachem leibe/im hohen alter/ohne alle barmhertzigkeit. Wrewol er nochetwastrotzig beyfügte: Wenn der Presi-dent nichr anders wolte / möchte er»mit ihm anfangen was er nicht lassen--tönte ! Welches ihm seine feinde vor einerebellion und lasterung wider die Obrigkeitaus Verbitterung auslegten. (h) Und also istttzwar gestorben/aber so/daß seine stete nichtso leicht mit ihm unterdrücket werden fonte/wie es mit allen solchen gewaltsamen pmce-^uren wider der Verfolger willen abgelausten§fRte«ü/ift. Gestalt ihm nicht allein angehangen ha-ben/ Johanne; von Antiochia /der hernach wie-der abgetreten / (i) Theodoritus , der zwarauch nicht in allem beygepflichtet. (E) Item

Ibas Bischofs V0N Edelsa , Theodosius Mops-Vestenus, Eucherius Tyanensis > Andreas Sa-wosatensis See. sondern auch unzehlich andere/also daß der gantze Orient damit erfüllet wor-den ist. Von welchen auch die Orthodoxiausgesprenget Haben / als Hatten sie die Wortel.joh.iV.^. wie wir sie noch in derBibel Ha-ben / verfälschet / und diese zeile:

« 1 ov 'hny, ein jeder Geist / der JEsumtrennet / ausgekratzet / dawider aber die Ge-lehrtenstreiten. ( 1 ) Gewiß ists/daß ein gros-ser theil in Orient noch biß auffdiesen tag Ne-üorianisch tft/ob wol manche selber nicht wissenmögen/was sie gläube/wie die reise-beschreibun-gen ausweisen. Sonderlich sollen derselben in

4siyrien/b/lesopotamieN/ArmenieN/ParthieN /

Meden und Babylonien weit mehr als derPapisten in gantz Europa seyn. (m) Zuge

Jahr

CCCC.

'»Horia.

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schweigen / daß wir auch unter den partheyenrn ^Europa unzehlich viel Nestorianei' haben»nussen / wenn man dem urtheil der disputir- biß v.süchtigen nachgehen solte / da bald die st-esor-mirten von Eutheranem / bald diese von je-nen/ bald andere von andern als Nestorianei:und Eutychianet- sind verklagt und verdam-met worden. Darunter es doch keiner gerneseyn wollen / sondern sich alle auffs äusserstewehren / und bey ehren bleiben wollen, (n)

(h) Evagtius l. c. (i) Acta Gonc. Eph«s. P. III.

(k) Ibid, & Acta Concil. Ephes, II. s Xus-£<-**. ( 1 ) Stephanus Je Moyne Observ. ad Va-

ria S. p. 402. Vid. Biblia Critica , (m)Borchardus Defcript. Terra: S. P. III. c. *,

§.6. &; 9. ap. Sandium L. I. H. E. p. 119.

Paulus Venetus. Brecrevvod. Scrutin. Relig.c. X. p. 87. & 15z. D. Chyttatus orat. dcGraec. statu p. 24, Ursinus de Kelig. p, ;8.

(n) Schrödcrus de Nestorianismo cont. Joh.

Gabium Franzius Orat, de init. & progrest'.

Nestor. Kortholt de Nestorianismo. Jo. Si-mon Francus diss. 3. Calovius difls. sin-gul. Leydeker. Not. ad Hornii H. E. p.

214.

18. Endlich ist auch umb die helffte diesesseculi bey gelegenheir dieses streitsmit demNe-storio cin neuer lärm mtt dem Eutyche tnU Eat y cl ^standen/ mir dem es also zugieng. Es warß^'tdazu.

dieser mann zuConstantinopel ein Archiman-drit^oder AbbL / dem es eben / wie vielen/mit seinem eiffer wider die kätzer gieng / daß ernemlich aus gerechtem gerichre GOttes überdem disputhm eben auch zum kätzer gemachtwurde. c Denn da wolte sich dieser Abbt beydem gezänckk Mit Nestorio auff dem synodo zuEpheso auch als einen mann beweisen / vordem die kätzer sich fürchten müsten / und dersich üm die Orthodoxe kirche wohl verdienet Gekegeivhärte. Fieng dahero mit Nestorio ein schärfst"wort-gefechre an / blieb aber bald bey seinemunbesonnenen eiffer stecken / und gerieth in derHitze des disputats aust das andere extremum,daß erCyrilli Worte gantz anders brauchte undannahm / als es seine Collegen habenwolten.

(o) Indem er sich vor des Nestorü lehre so Scprcn*sehr furchte/ so fiel er gar auff die vermengungder naturen in EHristo/ und sagte / die emenatur wäre in die andere verwandele"und vermenget / so bald sie vereiniget "worden." Hierzu setzten nun andere nochmehr Meinungen / die er und sein anhang sollbehauptet haben. Alsdaßsiegelehret/Ehri-"stus habe sein fleisch nicht von der Maria"genommen / sondern sey auff eine viel-"here und Göttliche art mensch worden/und "habe das fleisch vom Himmel bracht. Der"leib EHristi sey nach der Vereinigung seiner"naturen weder Mariä noch uns im westn" . .gleich / sondern das fleisch sey in der mensch-"werdung in die GOttheit oder in das we-"stn des 'Worts verwandelt worden. Eben"wie ein rropffen wein in dem grossen meer"augenblicks verschlungen werde, (p) yfach- - 'dem ihm nun annoch der eiffer und eigenjinn/der den Orthodoxen gemein war / im kopffesiack / dazu noch die Emulation gegen Elavia-num kam / dem er nicht weichen wolte / da erihn zu erst verdummet hatte; blieb er auff sei-ner Meinung bestehen/und machte den andernkeine geringe Handel / zumahl da er sich auff

A'L.H. Erster Lherl

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