Buch 
Gottfrid Arnolds unparteyische Kirchen- und Ketzer-Historie : von Anfang des Neuen Testaments biss auf das Jahr Christi 1688
JPEG-Download
 

2 5' 2 THU. B. vl. C. l. von dem ätisserlicheu zustand

toi* D.ßbev vomKönigRccaredo>seinem bruder wie-fig dc. der am leben gestrafft ward. (a) Diesen «-be]JijH)en söhn haben hernach die Orthodoxengar unrer die Märtyrer gesetzt / und viel thö-richte wunder-wcrcke dabey erdichtet/ auch sei-nem vater schuld gcgeben/als hatte er ihn um-bracht / weil er mit den Arianem nicht com-inunicirm wollen, (b) Da doch die passio-ni ltcn Scribenten nichts davon gedencken/ wiedie Gelehrten gestehen. (c) Welches aber-mal eine probe seyn kan / was von den erzch-lungen der Orthodoxen zu Haltensey/ da siewider die katzer auffgesetzet haben/was sie nurgewolt.

(x) Adr Vaksius Lib. VI. Hist. Franc, MerrnannusThcatr.Convers Gent. (y) Gregorius Turon.iib. V. c. 44. Aimoinus lib. III. Hist. c. 41,PeuusdeNatalib11sbb.il. c.6y, (z) L.Mari-

ncus. Siculus in Hist. Hilp. Isidorus Hisipalensiin Ghcon. Concil. Tolet.lV, c. 2. (a) Gregor. |

Turon.V. c. jy. & VI. c. 18. Johan. Biclanen-sis Isidotus in Cluou. Marianus Scotus . P. Dia-conus. Lib. IV. Longob Rodericiis Toletanuslib.il. c.14. (b) Grcgoriiis P. III. Dial. c. 31.(c) Petavius Lib. VII. Kation, Tenip. P. I.c. il,

6. Sonst beklagen stch die Orthodoxenauch sehr über Verfolgungen / so sie von Ana-Tbeodo- stalio und Theodorico dem König der Dst-ric, »er, Gothen in Italien im ansang dieses stcuii er-kalten. litten hatten. Von jenem ist im vorigen buchdas wichtigste erinnert. Dieser muß hier beyverschiedenen Scribenten auch verschiedene ur-theile leiden. Überhaupt sagen die meisten/daß er im ansang noch gut gnug gewesen.Welches aber nach der arr zu verstehen ist/wiesolche Regenten zu seyn pflegen/ so mit gewaltüber gezwungene völcker herrschen. Er harfreylich so wol als die Regenten / so man or-Grausam' thodox nenncic / viel unschuldig blut vergos-sen / ob er schon den Orthodoxen nichts son-derliches zu wider gethan hat. Nachdem erOdoacrtirn überwunden harte/ließ er ihn baldin seinem eigenen schloß,ums leben bringen un-ter dem vonvand / er wäre ihm verdächtig, (d)Einem Dicncv / der ihm zu gefallen Ari-mischworden war / ließ er alsbald den kopff abschla-gen / nnt der angegebenen ursach: Er würdeihm viel weniger treu seyn / da er GOtt nichttreu geblieben, (e) Welche grausunkeit mannoch vergebens entschuldiget / und lobet/ ebenwie alle seine übrigen hcucheleycn und pralereyenV0N paiFionirtstt Autoribus UNd fiiNM Clien-

ten ohne wahren gründ heraus gestrichen rver-den. (t) Ungeacht auch die uralten TeutschenPoeten von diesem wücerich ihre verse und fa-beln angefüllet haben / wie die Gelehrten mei-Diktrich nen/und ihn vor den Dietrich vonBern odervooBern. Verona halten, (g) Wie es mit seiner religi-on und Gottesfurcht beschaffen gewesen/Zei-gen nicht nur die gedachten^und andere tha-ten / sondern auch das bekäntnüö eines Bi-schoffs selbiger zeiten / der von ihm schreibet:

Er gehe zwar n»rc (einen lenten gantzfrühe zur krrcbeu/aber doch wolle er invertrauen melden / daß es mehr aus ge-wotthere als aus rechtschaffener vereh-»rung Gthcres geschehe. ( h) Seinenübrigen sinn und actiones kan man aus Cassi-odoro und seinem eigenen Edict erkennen / dazwar viele gute anstalten im Regiment / aber

auch unzehliche dem wahren Christenthum ent-Jahrv.gegen stehende Meinungen und thaten mit un- biß ue.terlauffcn. (i) Die vornehmsten klagen aber Klagender Orthodoxen wider ihn sind diese: Erstlichdaß er den Pabst johannemi. im gefangnus

stcrbcn lassen / da er ihn nach Conftantinopeli S i. des ...zum Käyser Justino geschieket gehabt/üm vor Pai'sisder Arianer freyheir in Orient anzuhalten, tracm.Wobey er johannem beschuldiget / als hatte mem.er den Käyser vielmehr auffgereitzet / den Ari-anem ihre kirchen zu nehmen. Da er doch al-lerdings dem beseht Theodorici nachkommenwäre/ und Justinum mit thränen gebeten hät-te / damit die orthodoxe Clerisey in Italien auch ruhig bleiben könte. (k) Welches denndie Papisten wohl ohne gründ laugnen. (l)

Da ja ohne dem bekam ist / wie die Ortho-doxen in allem/geschweige in so grosser gefahr/den mamel nach dem würd zu drehen pflegen.

Denn Theodoricus Hatte gkdrohet / stalleaus dem lande zu jagen / woferne der Käysernichtdie Arianer würde mitfrieden lassen. Zudem / so hatte Johannes fein die andern weitaussehende dinge zu Conctantinopel sollenbleiben lassen/ da er den Käyser öffentlich erö-nece/wozu er doch weder bestellt noch berussenwar/sondem nur dadurch seine rechte ausbrei-ten w olte. Weswegen ihn Theodoricus ausPolitischen Ursachen in verdacht zog und ein-sperrete. Hingegen aber b elicem iv. einsetz-te. Aus welchen Ursachen er auch die Räthe Bo«hiiBoethium und Symmachum dessen Schwä-""^>"'her gesanglich einzog / und als Corresponden-teit mit feinen feinden 3. jähr hernach erst hin- ^ arichten ließ. (m) Nicht aber/wie einige mei-nen/ der religion halben/daBoethius wol garkein Christe/ sondern ein diatonischer Philo-sophus gewesen seyn mag/ wie sein buch vorn -tröst der Philosophi e zeuget / so er im gefang-näs geschrieben, (n) Er selbst Theuderich istbald drauff jahling gestorben /als er aus furcht,des gewrssens einen auffgetragenen fisch-kopffvor der enthaupteten eines angesehen. (0 > Unddie Orthodoxen sprengeten Hernach aus / Jo-hannes und Symmachus Hätten seine fiele inden topff des v ulcani gestecket/darinn er nunsitze und schwitze, (p)

(d) Jornandcs lib-I. dc Regn.Succels. (e) Theo-doms Lector, lib.II Ennodius Ticinensis, (f)

C. C. Sandms lib.III. H. E. p. 319. (<r) Pla-tina.^ Sabellicus. Cario. Baronius, Pareus.

Dresscrus Centur. Magdcb. & plures. (h)

Sidonius Apollinaris in epist. (i) Edictum ap.Lindcnbrogium Cod LL. Anticj, p. ( k)

| P. Diaconus. Lib XV. MilccII. Hist. Marianus Scotus Sigebertus Chrom Anallasius. in ViraJoh. ( 1 ) Baronius. Ao. DXXV. n . 7. (m)

Procopms de ßelio Goth. Boethius , (n) H,

Gtotius praef. ad Hist. Goth. (0) P/Diaco-nus XV, Procopius lib. I, (p) Gregorius inDia), Otto Frisingens. lib. V. c. j.

7. So gierig es in Occident zu/indem auchnach Theoderico sein Enekel Atalaricus fastAtctati-von nichts anders in den alten denekmahlenge-^^^lobet wird/ als daß er schau-plabe gebauek/ undalso die eitelkeiten und hcydnische greuel fleissra

M'tgeps!üNtzet f)Qt* wie bit Inscription von

ihm lauter : OLORIOSISSIMUS-HAS. SEDIS. SPECTACULI-- FELICITER. FIERI. PRAC-CEPIT.

(q) Wvo