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Gottfrid Arnolds unparteyische Kirchen- und Ketzer-Historie : von Anfang des Neuen Testaments biss auf das Jahr Christi 1688
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LL 2 TH.I. B. VI. C.n. von dem inwendigen zustand der kirchen. __ _ ^7

tolr D. fest Mariareinigung fieng Anno 5 42.. auch Ju-biß dc. iiinianus an ju hallen/damit sie einer grossenMariärei.ptstilcntz loß wurden/ (i) und hiessen es Hy-«rguog. papantes, weil Simeon da CHristo entgegenkommen wäre. Die Teutschen nennten es her--kichtmes. nach Lichtmesse / weil daran gewisse lichter ge-%* weihet wurden. Und zwar hielte mans allzeitam 2.kebru2rir - eben wie dieHeyden alsdenndas fest der krolerpinL hielten /und daher auchdie Heuchler gestehen/daß der Pabst Gelassusanlaß von den heydnischen Lupercalibus dazugenommen, (k) Ferner stellte Mauritius einfest über die aussnehmung der Maria an/ c (l)und andere setzten hernach die fcstederempfäng-nüß und gebütt hinzu: Die Priester hieltenauch sogenau über solchen menfchensabungen /daß sie selbige den neubekchrten viel fcharffer alsGOttes gebote/ja diese fast gar nicht empfoh-Zwavg lcn. Drum führte man auch die armen-den/die man zur tauffe gezwungen hatte / alleingiauvm. / ^ |2_, j, C y (ßptt / bey allen Her-

lrgenrrnd religuien schweren nmflen / sie».wolren alle tage fleißig zur kirchen kom-men. Dabey sie sich vermessen musten / wo»sie dieses nicht thun würden / so folken,, alle fluche GDrres / alle plagen Egy-->pki/ die straffe Daehansund Abirams/,, und endlich die ewige hollenperir überJäden zur"ssekommen, (m) Gleichwie man auch inrcligioll Spanien und sonst dieIüden mit 2Q8. schlä-gezwlm- gen und landesverweisung straffete/welche ihre8*8« linder nicht alsbald tauften liessen, (n) Wienun die Clerifey durch solche tyrannische Mittelalles unter ihr joch brachte / also erhub sie sichüberalles/und suchte auch im ausserlichen mehrKleidung sonderliche dinge zu haben. Drum brachten siererPne, (,uch soviel neue kleiderauft/die sie bey der Mest* * fe und andern solennitate« anzogen/ und da-durch ihren vorzug vor den andern Haussen wei-sen wollen. Dazu auch diezierrathenundbe-Altare. kleidungen der Zlltare / tauffsteine/ predigstüle. und dergleichen gehörten/ womit man insge-mein/ wie noch jetzo/ rechte comcrciien undmummereyenspielcte. Ebenwie dasgauckel-wesenmit demTeuffelaustreibenoderexorciil-ren / in lauter ausserlichen und dazu lächerlichenceremonim bestund/damit die Clerifey den leu-tcn vorsgeld etwas in dieaugengab.

^!>) derceplioius XVI I. c. 28. (1) Sigebertus Ann.

DXL1I. P.Diaconus hb. JCVI. Durantusiib.Vli. p. 718. (k) B. Rhenanus ad Tertull. V.

cont. Marcion. Baronius adMartyrol. poslnd.Kal.Febr. (1) Nieephorus I. c. (m) LL.Vi-ligothinae Lib.XJI. L.i{.p. 153.ap. Lindeubro-gium. ,(n^ Ibid. L. 3. p. 213,

Ursprung 9. Insonderheit ist indiesemleculo das we-

der Messe. s^ mit der Messe angegangen/ da GreZoriusM.dencanonem oder das olüciummillaticum

angestellet hat/und dabey doch ausdrücklich be-kennen müssen/daß er hierin von dcrApostoli-«anon schen weise abgewichen sey. (o) Dieser canonBife aber bestund aus verschiedenen rheilen /als ausder Vorbereitung derMeßpfaffen/aus dem in-troitu. der mir allerhand gebetergen/ gesängen/grüßen/ cslIecNen/ leLtioncn und dergleichengeschahe /davon man noch in den protettiren-den kirchen etwas insgemein und sonderlich anhohen festen übrig hat / zum andencken und zei-chen / daß der Antichrist noch nicht mit seinergauckcley vertrieben sey. Nach diesem kamdas offertomun und andere stücke; so dann der

canon selber/bestehend in vielen Gebeten/ein- Jahr v.segnungen und auffhebung der Hostien/ benen- biß dc,nung der verstorbenen/vor die man bittet/undendlich die communion, und hernach der be-schluß. Hierbei) erdachte man nun / daß auff'Auderejedes fest-und andere tage auch sonderbarestmge/ psalmen / antiphonen / litaneyen/ kleidcrund andere umstände gebraucht wurden /wel-ches sich denn alles nach und nach in unendlicheGebeteund satzungen vermehret und eingethei-let hat/wie die Päbstliche sutores weitläuffrigerzehlen / (?) so uns aber wenig angehet.

Man siehet aber nur daraus die list des Sa-^Mntans/wie er nach vielen Verstellungen/ womiter durch die Priester sein Reich erweitert hat/^^endlich so handgreifflich ausgebrochen/nach-dem er keinen wiederstand recht gefunden.Drumgriffe er durch sie immer von einem zumandern/biß er endlich die Gemeinen völlig un-terdruckte/und die Pfaffen auff die höhen deraltäre allein stellete/welche die andernals Gö-tzen mit ihrenMessen und andern heiligthämemanbeten musten. Dahin auch gehöret/ wenn Der weil»sie die Layen durch canale oder kleine röhrgen'"'Abend-liessen aus dem kelche trincken/ darunter auch^Uetwas sonderbares stecken solte. Was sonstwhrgmvor spitzbüberey und schrecklicher betrug mitgetrun,denvermeyntenwunderwereken/erscheinungenckea.der todten und dergleichen vorgegangen/ist sthrweitlaufftig zu erzehlen. Dieses ist nurzu wisisen/ daß alles dieses auffdie bcfestigung desstaats bey der Clerifey angesehen gewesen/diedenn das meiste aus dem Heydenrhumabgese-hengehabt. Glcichwieauch diepro«KsnmUrspnw-daherkamen/die man hielte/wcnngrosse!and-^^°^'plagen emfielen/ (g) eben alsdieHeydensol-^"^'che Umgänge hielten, (r) Dabey die Litaneyen Mamymund öffentlicheGebeteauch schon mit an dieEn- <l"gel / Mariam und andere Heiligen gerichtet^^"'wurden / Nachdem schon VorherPetrus Gna-pheus zu dergleichen den gründ geleget hatte/wie oben gedacht ist.

(o) Gregor. M. Vli. ep, 64. {p) Durandus. Ba-

ronius, Bona Vicccomes. Polydorus* Vir-gilius. (q) Auctor ap.Hcdionem P. III. H.E.

L. lV.c.12, (r) Gregorius Turon.X.c.l.

10. Diesem nach hatte nun die verfalleneClerisey gar nichts mehr von der ersten einfaltübrig gelassen/weildiese mit ihrem Hochmuth/geitz und andern thorheiten nicht stehen konte.

Das blinde verführte volck gieng indessen inDlinckettfernem eigenen willen dahin/ und war eben^'-'vlllt.auch/wie es noch gehet/in dem wahn/damitsey es ausgerichtet / wenn man gleich bey der or-tkocloxiemordund allegewalrsamkeit begehe/soseymanschonglaubig/heiligundselig. Al-so daKayser^natbassusineinlieddiestworterü-Gravsam'.ckenund si'ngenließ: Der voruns gecreutzigerkclt srs« -:ist/und die Clerifey solches vor img ausriess:f!N/,^machten dseleute zu Constantinopel einen grau-" '

samen auffruhr / schnitten einem Mönch / densie vor den Urheber hielten/ den kopffab/steck-ten diesen auff eine stange / und schrien dabeydurch die gaffen: Drst wäre der femd der"Dreyenngkeik l (s) So roh und ungezogenwaren die so genanten orthcxloxm Christen/denen auch ihre-Obern mit lauter bösen excm-pelnvorgingen/und doch dabey alsdiebestcnmd heiligsten Regenten erhoben wurden.

Was die Bischöffe /Pqyiqrchen und andere