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Gottfrid Arnolds unparteyische Kirchen- und Ketzer-Historie : von Anfang des Neuen Testaments biss auf das Jahr Christi 1688
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meistvor böse leute gewesen/ geben die Geschich-'&, tat dieser Zeiten durchgehends. Zum wenig-stcn billichten sie denen Regenten allen muth-willen/oder schwiegen doch dazu stille; undgleichwol müsse von beyden alles wohl gethanheissen. Wenn denn GOTT mit land-pla-gen straffere/so wolte jederman einen Heuchlermitabgeben/abermanspotterenurseine machtund gerechtigkeit. Als einst zu Constantino-pel ein groß erdbeben war / siellete JustinianusDie schau-spiele / comödien und dergleichen in-^ dessen gleichwol ein / die sonst anr Weynacht-ftst mir grossen argernüs getrieben wurdm/und gab das geld den armen/ das er sonst draüffwendete. Daß er aber diese greuel gar einge-stellec/und Hingegenden armen stetsgcholffenhatte / darzu wolte ihn kein Priester vermah-nen. (t) Die mißbrauche und mehr als Heyd-nische gewonheiten sind unzehlich/ welche vonnun an weiter eingerissen sind. Nur noch eine, von den greifflichsten zu zeigen./ so kam gleich®#pim ansang dieses sccuii die gefährliche arr auf/^ { hinter die warheit zu kommen / welche hernachsoviel lvo.jahr ist behalten worden/ nemltchman fienge an in vorfallenden streirigkeiten de-nen partheyen gluende eisen / kohlen und der-gleichen vorzulegen /die musten sie tragen/unddamttlhre Unschuld oder rechte beweisen/wennsie nemltch nicht verbrannt wurden. Wo-durch denn sich viele auffZauberey legten/da-mit sie nur recht behielten / noch mehre aberunschuldig leiden musten. Diese thörichte artAcb >ii brauchten die blinden leme auch so gar/wenn sierciM.jciZen wollen/die Römische oder auch dieAria-'' nsiche religion wäre die beste, (u) Sonderlichftnqm die Hoffund Kriegs-icute an durch du-elle, und also durch inord und blut ihre fachenausführen. Welches auch durch öffentlichegesttze als eine löbliche strche fest gesetzcr ward/und damit also ja überall gewalr vo: rechtgienge. Wiewo! man aber diese teuffelischefache insgemein von den Arianern und. demBurqundischen König Gundebado herführet:0 ) So ist dochgewiß/daß/wonichr alsbald/doch flugs darnach dreOrrsiodoxen es viel argerdamit getrieben haben / wie es ihre gesetzt undHistorien geben / (y) neben st Dem verdamm-lichcn gebrauch der duelle mitten unter dem ge-rühmten onttodoxen Haussen.

tt) Eyagritls III. c. 44. (t) Zonaras in Justin,

(uj Agobardus, adv. Legern Gundobadi. (x)Idem& in LL. Gundobadi tit. 4f. ap. duFrelni-um Gloss. Lat. P. II. p. iSS. (y) LL. Ale-mannicac tit. 44, & j6. 84. LL, Bajoaricz tit.2.9. LL. Longobardic* lib. I. :ic. 9. See, Conf.du Freso, 1 . c.

Duck.

Mgic. n. Was war es aber wunder / daß dieGitterso genannten Layen diese greuel öffentlich trie-Mky. da ihre seel-sorger selbst sich / wie jene/. wussten / und schlugen: Schon Anno s *4*müsse inan die gesetzt geben /, daß keine Prie-ster beym Altar dienen solle / der in beläge-rungen oder sonst blut vergossen und einennrord begangen härte, (z) Was die Mön-che aus Syrien zu Antiochia wider Havia-num vor lärm angerichtet/ist im vorigen buchberühret worden. Sie machtens dabey sogrob, daß der pöbel erbittert / und im gestechteunzehliche beyderseits erschlagen wurden. 00'Diele art Mönche war damals Desto ärger/

;emehrsieausserallerzucht undauffsicht fast DOberen: Dahero denn ihr wesen desto schlim- ¥dc.'mef war/sonderlich in Orient, da es gantz mitihnenauffdieneigegieng. JnOccidem schie-ne es zwar ein wenig in ordnung zu kommen/aber der aberglaube und Überfluß nahm destomehr zu. Denn im ansang dieses sccuii fälltdie neue lebens-art der Mönche ein / nachdem Neue j?*die Mönche meistentheils biß dahin zerstreuet/ derartund allein entweder in eigenen zellen oder gar ^ Mön -in wüsten gelebet hatten. Da kam nun Lenedictus N ursinus ein Jtaliäner / der richtetebey dem berg Cassini eine gemeine Wohnungder Mönche oder Coenobium an / und banddiese durch gelübde an gewisse regeln nach al-len umständen ihres thuns und lassens. (b)

Diesem folgten viel andere nach / daß in kur-tzer zeit dieser Lenedictiner-Orden durch gantz Benedicti.Europam ausgebreitet ward/und die andernver-ordm»Orden fast alle von ihm her kamen. Wel-che denn auch so schrecklich reich wurden/daß die Abbteyen recht königliche schätze besaßsen/ also daß ein alter recht saget / Benedictushabe den Mönchen und Pfaffen nur faule ta-geund üvpigkeitverschaffet,'da das Cassinm,scheLlosser allein jährlich 40020. gold-güldeneinkünffte harte / (O und im iftenscculoman in die 1 fooo. Clöster davon zehlete. (d)

Das elend aber dieser leute sieher man ausihren regeln / darnach sie sich mehr als nach Ihre r«-GOttes wort richteten / zum epempel: Sie^la.durfften weder von 4fussgen thieren essen/noch wein trincken / ihre kleider (welche vonandernunterschiedenwaren) des nachts nichtausziehen/ das gelübde der armmb/ des blin-den gehorsäms und der keuschheit halten /undwas dergleichen auffsätze mehr bekannt sind.

Es blieb aber bey diesem erfinder alleine nicht/sondern es fand sich auch einerinGroß-Britan-nien/ Congellus, der das Mönch-Wesen (so Gongeiiurzwar schon im vorigen scculo durch Pelagium emaade.aus Egypten soll dahin gebracht worden seyn ) rn erlis-tn schwang / und weiter fort in andere lanört Pcr *brachte. Dabey hatte er wiederum seine eige-ne einfalle/die er seinen Nachfolgern gnpreisere/und sie regeln EHrisii / den orden aber Apo-stolisch nennete. Hernach schickte er herüberin die Schweitz / Teutschland / Franckreichu.s.f. seine Jünger/sonderlich Columbanum Columba-und Gallum . welche eine gleiche lebens-art an nusGallu *.vielen orten stiffteten/und die ohnedeminaber-glauben ersoffene leute beschwatzten / daß sieClöster baueten / nnd dazu ihr geld herga-ben. (e)

(2) Cone. Ilerdensc c. I. & ap. Gratianum dist. so.c.37. (a) Evagrius III. c. 32 . ( b) Sabellicus

lib, II, Enn. 8. Panthaleon in Chrcm. Trithemi-us Bteviar. Annal. Leo Ostiensis. Chron. Cassin.

Lib. I. c. 1. conf. Hospinianus dc Monach. p»

144. fcqq. (c) Volaterranus lib. XXI. (diTrithemius 1 . c. ( c) BoIkus Gent* I, Ufletius*

Antiqv. Britann. p. 132. & 9 ».

i2. Es lasset sich aber die menge der aber-alaubischen dinge unmöglich so kurtz fassen/alses der räum hie fordert / und ist es ohne demlängst ingantzen büchernerwiesenworden/wiees damit zugegangen. Dieses ist nochzu wis-Nomre«-sen / daß neben den Äkanner-Clostem auch Llvffrr.weibliche auffkommen. Da sonderlich infranckreich zu erst Kadegund.s Kvmgs Clc>-rbai'ü Gemahlin ein solch Nonnen-Closter ZN

ErsterLYerl.

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