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Gottfrid Arnolds unparteyische Kirchen- und Ketzer-Historie : von Anfang des Neuen Testaments biss auf das Jahr Christi 1688
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rh.l. B. vi. C. V. vsn dttt Religions-fireitigkeiten.

Jahr v. dacht worden ist. Als dawar derAgathenh-kiß ve. sche/Ocn die Orthodoxen unter dem Arianifcfyen^gathcn. Alarico im jähr ?o6. hielten/ da sicgreu-

lichc mißbrauche erwähnen. Item, der ersteAurelia- ^.ureiiaiiLnIisthe Anno 507. wie auch der ande-vcnLLi.n.x( Und drirte. 4 nnosz 6 .uttd 540. darinnen offt& 1 ' viel schändliche Neuerungen und andere böse, dinge vorkamen. Zum exempel im ersten/daß

GuMuKem Mörder / dreb / jiMgfraucrstchänderder §lcn-ehebrecher / wenn er in die krrche? , 5 Ober desBrjcboW haustkomme/ dürf-

»fc gestrafft werden / womit die Clerisey nicht geringen anhang bekam. Dass dreGeistlichen und Mönche kein wahrfa-gen / vogelgefchrey und dergleichen ina, acht nehmen joltcn: dast stc keine concu.b'.nen soltcn bey sich haben/ u.s.f. Im», andern: Daß kein Brfchoffüber der be-forderung oder andern fachen gefchen-», cke nehmen : auch keiner ern kirchenamt* mit gelb erkauffen sölce. Daß kernetftittgelübde in derkrrchcn mit struffen/ schreyen und huren brechen folte : daskeiner mehr folte ordiniret werden/ der nicht lesen und schreiben und die ceremo=,niert bey der carrffe auswendig tome: daß alle Latholrft?e ftd) vor der abgöt^terey enthalten soltcn/ tu s. f. Im dritten: Daß keinkirchendiener von dem 8uirdia-cono an in derchcleben/ aber auch nicht concubinen halten solle- Daß kein Geist- licher einen falschen eyd mehr schweren/s , auch die gemeinen kirchengütcr nrchk ansich ziehen Oder verthun / kein geld auffWucher auslehncn/ keinen Handel rrei-ben oder sonst in fremde Handel sich mi-..fchen folte/ u. s. f. (i) Alle diese verböte soschändlicher laster/zeigen an/ daß sie unter derClerisey in vollem schwang gewesen. Daß sieaber auch dadurch nicht ausgerottet worden/weisen die Historien und die continuirsichen ver-böte derer folgenden conciliem

(i) ActaSynodiBfacarensisI.To.il. Concil, p. Lr6.

5. Eben diß ist auch von den übrigen synodirdieses leculi gewiß /da entweder die gedachtendinge oder andere angelegenheiten abgehandeltworden / als von den einkünffren/ rechten derClensey/clostergeiäbden/bamnmdablaß/ver-borenen gradm in der ehe / ledigen stand derÜbrige Clerisey u. s f. dahin gehöret der Idraconenii-lynodi. iu Spanien Anno sls.UNdderGcrundcn-sischeAnno s 17- wie auch derllerdensische/undder dritte Arelatenssche Anno s 2.4. der andere. Vasenilsche Anno s29.der andere ^letanischeAnno szi.der Arvernensische Anno s4l. dervierte und fänffte Aureliansnüsche Anno 54s.und s s r. der buceniische Anno 569. der andereluronenilsche Anno s 70. verändert Lracaren-sische Anno 572. der erste MatisconsnhscheundeabilonenLsche Anno 582. und dergleichennoch vielmehr. In einigen kamen auch gantzgreuliche excesle der orthodoxen Clerisey vor.Lasier der Also wurde auff dem ersten synodozuhyonAn-Aertftv. n 0 . 570. vorgetragen: s der Bischoff zu; > T ours, Victor, harre einst an seinemgeburts-.«tag eine gasterey ant;csielier. Dieses hatten die 2. andere Vischöffe 8aIonicus von Em-brun, und 8a^ittarius von Gap erfahrm/undeinecomxa^nie bewehrte! leure zu jichgenom

men/waren in des Bischoffs hauß gefallen/" 3^ &hätten allegeschirr weggenommen / und ihm" diß dc.mit seinen leutcn übel mitgespielet." Solcheschöne früchte setzte es bey den Orthodoxen/welche kaum in Frankreich recht warm wordenwaren. MercklicH isis / daß dieser frevel undmuthwillen an den bösewichtm nicht einmal ge-straffet wurde: denn sie appellirtm an denPabsi Johannen! und blieben durch dessen in-tereeffion in ihrem dienst/ auch vor wie nachliebe söhne/undgantz rcineLehrer/wie dieweltihre ärgste bubm zu titulirm pflegt, (k) Dadoch/wenn ein so genanter katzer solche excessehärte begehen sollen/der hencker gnug würde zuthun kriegt haben. Und auffsolche art isisauff vielen synodis auch dißmal zugangen.

Dieses istnochlctzlichanzufuhren/daßdieOr-zidoni-n.thodox: auch einen falschen synodum Hier se-6- Hn°.tzm/ncmlich den zu 8idon,welchen Anastasius^r.

Ann. s I2.angestcllcc/un darauff dasOhalcedo.neusische conciliü vkrwarff.(l)Weilaber diesesden Orthodoxen sehr zuwider war/so verschwei-gen sie es entwcdergar/ oder bemänteln es auffsallerscheinbareste. Von welchen Händeln aberun vorigen buch unter Anastasio gedacht wor-den.

(k) Gregorius Turonens. V. c. ro. Acta Synod.

Lugdun. To. II. Concil. (1) Theodorus Le­ ctor . Theophanes.

Das V Kapitel/

Von dm Jicligtons-Slttttigkejttn.

§. I.

MAJejenigen/so sich vorrechtglaubige aus-Strc,y^i^Tgaben zancktensich nachgewohnheitso voicrbmehruntereinanderselbst/alsmitandern/0!esieO^°-.von ihren Haussen getrennet hatten. Sie wa- * c *renschonvonetlichmseculisherauffleerewort-kriege und unfruchtbare speculationes verfal-len, Da durffre nun leicht einer/dem sie etwa»nichtgut waren/sich mit einem Worte verreden/so hatte er sie auff dem halse/ gesetzt/ daß er siewol vorseine beste freunde gehalren. Wiemmsonderlich unrer den färwitzigen Griechen keineruhewar/so stritrenauch d.iejenigen/so sich sonstzu dem Lhalcedonensischm synodo bekantm/um das jahrs 20. darüber unter sich selbst/obman recht sagen fönte: Einer von der Dreyei-Ubcrcm»nigkeit ist gccreutzigcr. Dieses verfochten derecbcMrt.obengedachteisoh. hdaxentiusund kerrus Dia­ conus mit denen ScytHifchen Mönchen zuConstantinopcl: der Pabst üormisdas aber n»rmisdrm:c feinem anhang verdammte diese redensarcdcffkigkkit.öffentlich und mit grosser heffrigkeit/hiesse den

Maxentium ccilCtl EutychianCl' / weil dieselbephrasis V0N den Lurychianem Nach ihrem sittNwolre gedeutet werden / da er doch damit den^ettoriancrn rvidcrsprechcn wolre. (a) DiefolgcndePäbste abervcrwarffen des Hormisdxmeynung /wie auch Justinianus selber mir demallgemeinen concilio. Und so brachten dieseelende icute ihre zeitmitsolchenworrkriegenzu/zerbissendiezahneüber den schalen/und den kernsuchten und fanden sie nicht. Es kam auch im-mer ein streit über den andern / da bey den ge-dachten nun wiederum eine frage auffgeworftfm wurde/ob CHnjlus könne eine zustimmengesetzte person heiffcn. Worüber die On-ho-. doxen gbermal in zwey Haussen ritten. Von

denen