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Gottfrid Arnolds unparteyische Kirchen- und Ketzer-Historie : von Anfang des Neuen Testaments biss auf das Jahr Christi 1688
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zustand der Archen.

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aErDc.ftau begangm / darüber sie doch nur in bannWcc.gethanund abgesetzet wurden, (f )

( l ) Tolet.XJ. c.j. (u ) Bracar. III. c.tf. (x)lolcr.IV. c 44, &ap. Gratianum c. 2z. q. 8.(y) Ibid. dist. ii. Can. Sacerdos, (z) Gre-goiius M. XII. cp. 24. ( a) Bcda II. c. 2.4.ßalscus C«nt.I. c.24. Regino lib. 1. Sigeber-tus. (b) Theodorus Engelhusius p. 141. (c)Phrygio in Catal, Test. Ver. lib. VII. p. 598.

( d ) P. Diaconus. Lib. V. c- 14. Longob.(e) Bracar. I/. C. 8. (f) Tolet. XI. c.s.

s. In ihrem übrigen leben führten sich dieMlich Priester als die ärgsten lotterbuben offt auff/kttn. utiD fönten nicht einmal mehr heuchelen oder einwenig resxeü zu erhalten erbar thun/ wie essonst noch wol mocie ist. Bey ihren gröstensolennitaten und versammlüngen protiirnir-tett ste stch mit den liederlichsten mori bu5 so sehr/daß dieses offce die erste erinnerung an sie/(alswärens kleine schul-knaben gewesen ) auff denfynodis seyn muste : Sie selten doch nicht|o rurmercn und durch geschwätze und>> Gelächter die Unterredung hindern/ oder»sich du öffentlich untereinander zancken.(g) Zuhause gieng es so schlimmzu/daß manWKi' schände halben verbieten muste / es solte keinPnester bey den gasiereyen singen oder tankenund springen, (b) Item: sie sollen nicht die'ge-fasse und selche aus oer kirche nehme/und drausfressen und sauffcn. 0) Und weil zu dergleichenwollüstigem leben viel gehörte/so ist von selbstM klar/daß sie gegeitzer/gestohlen und gerauber/^ was sie kriegen können. Wcewol es auch dieHistorien überflüssig geben. Daß ich aber nuremas gedencke / so kam es nun durch die erfin-dungen derBischöffe fast durchgehends auff/daßvon den einkünfsren der kirchen / die damalsschrstarck waren/allezeit ein theil denBischös-fcn/der andere den übrigen Kirchen-dienern zu-kommen solte. (k) Gleichwohl waren vielenicht einmal daimc zu frieden / sondern rissenauch den rest/ der zu den gebauden bestimmetwar/ zu sich/geschweige/ daß sie an die armen ge-dacht Hütten. (I) Die andere Priester lerntendie kunst von ihren Obern/ und schunden denHmr Ichaafendiewoilegantz ab. Man hat gewisseaachncht/daß sie vor die tauffe / wenn die ar-W. 'men leutekemgeld zu geben gehabt / ihnen al-lerdings ein psand aus dem Hause genommen:deswegen viele ihre kinderungetaufft liessen.

( m ) Ja was den kirchen vermacht oder sonstMlchlagen war / das rissen die Pfaffen zu sich/weilsie/wieeins)-noäu5deutlichredet/vomgeitz

,gantz eingenommen waren, (n) Die weltleute

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nichlhum

»a Mi. Wtens auch gar wol/ was vorgeldundgutdieh ^.leriseissammlete; Daher kam jenen 6ouver-neurin ZtalieN^acium einmal ein appetit an/dks Pabsts schütze zu vitiriren in der Sacriftei)derl-areraneniisthe,, kirchen/nahm auch einentheil davon weg / die Priester mochten sich sper-ren oder wehren wie sie wollen: Denn/sprach^ nreinesoldaten brauchens nöthiger als ihr.C°) Sovielgeld undguth machte ihnen frey-lich muth und übermuth/daß sie immer trotzi-ger und stöltzer wider die Obrigkeit und sonstensuchen/ und in den geringen von der Clerisey^ 1 fast lauter kleine Pabste steckten. Ja sie such-ten auch in den allerthörichsten dingen re-Als wenn einige Bischöffe auff den gas-en einen Haussen reliquien an den hals hiengen/und lich von den Diaconis tragen liessen/ und al-

so von dem volck angebetet wurden / welches Jahr dc.vordmreliquien nieder zufallenpflegte/damit/bißDGG.^^c^?^f^heL/sie bey den teufen sich destomehr brüsten konten. (p) Ündwas dergreuelmehr waren.

(g! Tolet, XI. c. i. (h) Antisiodor. c. 40. (i)

Bracar. III. c. a. (k) Bracar. I. c. 2s. (l;

Bracar. II. c. 2. (m) lbid.c.a. (n) Tolet. IV.

c.31. (o) Platina inScverino. (p) Conc.Bra-

car. III. c. j.

6. Ich übergehe die unzehlichen zeugnüssevon ihrem aberglauben/ und bemercke nur die-ses/ daß die verführische Clerifty jederzeit beyallen ihren fünden und schänden gewisse auffer-liche ceremonien und andere satzungen erdacht §eremv-gehabt/ dahinter sie sich verstecket / und ihren u«rn.muthwillen desto sicherer getrieben hat. In,dessen gehet das volck dahin / und machets soarg als seine Vorgänger / wie es hier auch ge-schahe. Denn es gebens die vorhin erzehlrenlasier derKayser/die greulichen argernüsseundfünden Verändern handgreifflich-daß alles ver-derben/wie zu allen Zeiten/ so auch in diesemscculo von dem Miniiterio herkommen. Dennweil die Priester mit allen lästern selber behaff-tet waren/ so suchten sie auch vor allen dingen Sicher-die straffen derselben zu hindern. Und deswe-heit.gen brachten sie es bey der Obrigkeit dahin/daß auch die allerschwechen verbrechen / alsmord/ ehebruch / blurschande/ hurerey u.f.f.nicht von jener / sondern von der Clerisey ge-strafft werden sollen. Und zwar abermal nurmit gewissen heuchlerischen buß-übungen etli-Egemn»cher tage / Wochen oder jähre. Welches alles jJLJJJ,den ruchlosen nur kinder-spiel war/und unter denlemen ein so wüstes wildes leben verursachte/daß es nicht elend gnug kan beschrieben werden.

Da auch vieHeyden sonsten ihreGötzen-tem-pel vor heilig hielten/ und alle Heuchler nichtsanders darum vornahmen; so kam es durch Sauffcader Clerisey liederliches leben dahin / daß diem denkir.leure öffentlich in denKirchen-hairsern schmauß- He»/ren und täntze anstelleren/ die schändlichsten lie-der dabeysungen/u.s.f. (q) Anden heilig ge-A"nanten tagen/ als Weynachren/Neu-jahr u.s.f. ^teuffclische gauckeleyen und zauberstückgen vor-nahmen / 00 auch sonst mir allerhand zaube-reyen ihr heil versuchten/und dabey nicht alleindas Christenthum / sondern auch GOtt selberverleugneten. (0 Die fruchte solches Anti-christischen wesens äusserten sich auch so gar inallen öingen/daß die Obrigkeit selber erfahrenmuste /wie übel die Christen gezogen würden.

Da man die unrerrhanen in Spanien nicht an-ders ;um gehorsam bringen konre/ als daß maneinen bannfluch draufflegte / wer dem Königenicht würde folgen/ daß er zeitlich und ewig sol-le verdammt seyn. (0 Auch diejenige/welchedem schein nach das beste und eingezogenste le-Boßheitben fährensolren/ich meine die Mönche/ waren der Mon»nun meistens die ärgsten buben und bösewich-ter/diederTeuffel undPabst zudenallerwich-tigsten Vortheilen brauchte / sonderlich zu dervorgegebenen bekehrung der völcker / darinnesie wiederum neue Clöster stiffreten. D ie ar-men leute sperrten maul und nasen auff/ wennsie einen solchen Heuchlerin seltzamem Habit undso verstellten albernengeberden sahen/ und ga-ben daher»/was sie konten. Ja dievomehm-sten liessen sich offt bereden ins Closier zugehen/