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Gottfrid Arnolds unparteyische Kirchen- und Ketzer-Historie : von Anfang des Neuen Testaments biss auf das Jahr Christi 1688
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MrDC. in Meinung / allda dem Himmel näher zu seyn.Rf dcc. Welches denn freylich wohl einige aus einfaltHcuchc, und guter absteht thaten. Die meisten aberwohl in der Hoffnung ihren muthwillen destounvermerckter zu treiben. Also gieng König8!§ebert in Engeland indas von ihm erbaueteClosier;und ließ sich eine platte scheeren/(») undGrosse bald hernach that Anno 680. der Spanische Hcrrcn König v/arnda ein gleiches / wiewohl nur ausSSL jwang / weil er einen bösen trunck bekommen^' und dahero busse thun wolte. 0 ) Von derRadigunde in Franekreich ist im vorigen buchgedacht / welcher nun Fridiburga des Burgun-dischen Königs 8igeberks braut folgte, (y)Jngleichen die töchterkipini des ersten/nem-lich Gertraud und Begga : dahinter lauter Po-litischegriffe stacken/sonderlich wenn die Cleri-sey die Regenten gerne loß seyn wolte.

(<j) Conc. Antisiodor. c. $. (r) Ibid. c. i. (5 )

Ibid. c. 4. (t) Tolet. V. c. 2. (u) Beda

Lib. III. Chron. Angl. (x) Lucas TudensisSyn. Tolet. XII. (y) Surius & Baronius.A. DCX 1 V.

7. Wie nun die Clerisey insgemein machti-Mooche tvorden/ machten die Mönche nicht weni-licr wer- gkre progressen. Denn da sie so gar Königebeü reich, und Fürsten in ihre Orden krieglen/war es nun-mehr kein schimpffvor derwelt oder schade/einMönch zu seyn/ und also hatten sie destomehrzulauffs. Drumstifftetensie sovielAbbreyen/welche mehr als Königlichen Überfluß hatten/Berühmte noch meistens üoriren. Als da war dievnbstib* ^öbteyzu8.1)eni5beyPariß/welchedißmalÄsen 8 König Dagobert mit unglaublichen unko-iLooyä sten stiffrete. (z) Zuvor richtete König Chil-L.ur«u. debert das Closter zu Buxeu in Burgund auff/nach dervorschrifft GolumbLeinesJrrlanders/der überall viel Clöster in Franekreich/Teutsch-land und Italien um den ansang dieses teculiangerichtet/und den oben benennten Gallum^ noch unterwiesen hatte. (3) Ferner kam auch'»orbch. k| e j U vorbey Anno 680. auff / unterClotario dem II. nicht aber die in Teutschland/so erst im zren secuio gesiifftet worden / son-dern in der Uicardie bey Armem. GleichwieE.Gallen.jn der Schweitzdie Abbtey S. Gallen mittenin einem walde auffgerichtet ward / da zuvordieser seine Hütten gehabt. Und wer könte diegantze menge der Clöster her rechnen / welchediesem scculo und dessen aberglauben ihrenUrsprung schuldig sind? (b) Viele hattenAbs zwar den namen / als wenn es Schulen wa-Uaaf» m ' Allein wenn mans beym lichte beste#mifa. bet / so warens nur werck-stätte / darinn derPabst seine pfeile wider alles / was noch red-lich und von GOtt war / schmieden ließ/undwenns hoch kam / warens tummel-plätze derheucheley/vernunfft und aller lasier. Und wieim vorigen seculo Benedictus seine gewiffens-Neue re. stricke und satzungen / die er regeln nennte / sogclu. Viel IOOS. seelen angehencket hatte / also affe-ten ihm dißmal ihrer mehr nach/weiles jenemso nach wuntsch gelungen war. Drum schlepp-ten sich nunmehr die elenden leute mit der re-ge! des gedachten Loiumbam, die in vielenvon jener/des Benedicti seiner/abgieng. Item/mit der/ so ein Bischofsin Portugal / .Johan-nes Gerundinensis erst in fcm neu gebautesCloster eingeführet hatte/und endlich mit desBructuosi von Braga . wie auch des bekamen

isidori Hispalensis seiner, dkeben diesen din-Jahrvogen wurde nun auch dißmal mehr in acht gc-diß dccnommen das platten-scheeren der Mönche und Aa««,.Pfaffen. Da denn zu mercken ist / daß ein'^""'synodus damals befohlen / oben den gantzenkopff der Mönche platt abzuscheeren/ nur daßunten ein circkel bestehend blieb, (c) Welcheart man Petro zuschreiben wolte/wie die Grie-chen hingegen sich auff Paulum und Jaco-bum bezogen / welche die haare über und überwegnehmen liessen, fd) Es war aber einethörheit so wenig nütze als die andere. Des-wegen wir die darüber streiten lassen / die da-bey inreressuet sind / und uns zu andern dingenwenden.

(zj Aimoinus lib. IV. Hist. c. 4>. (a) Jonas Mo-

nachus. SigebertusBernhardus in Vita Malachite .

Balatus, (b) Hospinianus de Monachis IV, c. 17.

(c/ Tolet.IV. c.41, (d) Beda.IV. H-E.Conf.

lIlserius.Anticj.Bric. p.9JI, Zieglerus de Tonsu-ra Clericorum.

8. Jedoch fan ich auch keine zeit mit be-schreibung derer unzehlichen gauckeieyen/ er-Andmf«.dichteten wundcr-wercke/ und dergleichen ver-bcln.derben / womit sonderlich die land-betrieger beyder vermeinten bekehrung der Heyden wohlumzugehen wüsten. Denn dadurch wuchsihnen und ihrem Principal dem Pabst nichtwenig ehre und macht bey dem einfältigen-bel zu / der denn golv und geld / und was siesonst verlangten / hergäbe / wenn er nur mitso leichter mühe / wie sie ihm vorschwatzten/in den Himmel zu kommen hoffte. Und wozuließ sich doch das arme volck nicht beschwatzen?

Die grösten Regemcn musten der Clmsey^Mglauben / was diese wolte; Zum excmpel wn^ c 'dem Französischen Könige Clodova:o I - ga-Aberglau-ben die Pfaffen ungescheut vor/ er hatte einbc/beingen von dem arm des H. i/ionysii entzwcyMit deogebrochen / und deswegen müste er nun sein^liM"'lebtag rasend seyn. (e) Ja die neuen Heuchlersetzen noch darzu/ daß das gantze Reich ruini-rer worden sey / deswegen und weil er die Ren-ten von der Abbrey 8. Denis weggenommen.

(f ) So hoch können diese falsche Lehrer ihrefachen erheben /womit ihre vorrheile verknüpf-fet sind. Es ist nicht zu sagen / was die C le-risey schon damals vor thörichte fünde auffdie bahn gebracht hat/den lemen das geld ab-zuvexiren. Nur ein eintziges zu berühren/so»war eine stau in Franekreich beredet worden/"Johannem den tauffcr zu bitten/daß er ihr eins»von seinen gliedern schencken möchte / dieses"harte sie z. jähr nach einander geberen / und "endlich sich vermessen/nicht eher zu essen/biß"jie erhöret würde. Nach sieben-ragigen fa-"sten jiehetsie einen daumen auff dem altar lie-»gen / da denn alsbald z.Bischöffe zugelauf-»fen/ ihn angebetet/ auch etwas davor zu ha-"den verlanget. Worauff z. bluts-tropffen"heraus auffstuch gefallen/welche sie sich mit"großem freuden zugeeignet hatten." (g) Undmir solchen einfallen fthleppten sich auch dieärgsten buben unter der Clerisey / und wollendamit theils ihr gewissen befriedigen / theilsandern leutm ein blendwerck machen/ daß siedennoch vor heilige leute und reine lehrer ange-sehen wurden. Es ist nichtzu sagcn/was diß-mal vor ein schwärm von abergläubischen ab-Mb^,Megottischen dingen aus Rom in die lander ein-nikN/d-cli-gebrochen ist. Da liefet man bey denen Scri- saWge»,

denten

Th.l. 55. vu. C.n. von dem inwendigen zustand der kirchen.