Buch 
Gottfrid Arnolds unparteyische Kirchen- und Ketzer-Historie : von Anfang des Neuen Testaments biss auf das Jahr Christi 1688
JPEG-Download
 

TH.I- B.vli- C.m- vonden Kirchm-8cribenten im siebenden Jahrh. 2 8 z

^ bmtmsoviclvonsonderbaren heiligen kleidern/Kccvvm unterscheid der speise/tage/ stande/u.s.f.w m \ den Meßopffem / altaren/ zehenden / bil#

(i# dem/ religuien/Heiligen/ Keinen und andern

A suchen / daß einem dafür grauet. Von dem

H umvcsen über derOsterzeir istschon im vorigen

> secuio gedacht/wieauch meines erinnerns von

^ denen vielen Neuerungen Oregorü M. dem man

grrmJe unm . v , nDcm den greuel zu danckcn hat/ daß so

^ Kfi viel bey Dem ku-chendienst in Lateinischer unbd

; ;3: WjG.kamer spräche gesungen und gejaget wird.

§)enn dl! dißmal fein so gen^uteö officiumto MltebcnDcrspracheindieneuangerichtctengus-

p indischen kirchen einführte / und also das arme

volck/ Das kein wort daraus verstund/nur vor' narren hielte und affere / so ist dieses unwesen

/;: steißiger fortgetrieben/auch zum theil in denen

vermeinten rekormirren kirchen zu einem zeug-nüß Des Verderbs behalten worden, (h)

je, Sigebertus. (f: Baromus. (g) Sigebertus.(h) Balseus in Augustino. Conf. UileriusAn-tiqv, & cp, Hibern. Fulletus H. E.

r;; - mm> 9 . Ich will nun die übrigen NeuerungenH gtu&et kurtzlich erzchlen/ welcher Ursprung insgemeiner'i Me. hjcher gefttzec wird / und zwar nach der ordnung dererPabste/denen inan das meiste noch in die-semkirchwesen zu dancken hat. Nach Grego-no. dessen erfindungen wir oben geschen/soll

- ' ©lotsen* Der böse Sabinianus den gebrauch der glocken

und schellen in Den kirchen auffgebracht haben /wie auch/ daß nran bey dem kirchendienst am-- zichiir. hellen lichten rage wachskertzen auch in unsern., kirchen anzündet/und damit denen andern alss Aeßcke verächtlich macht. (>) BonikaciusIV.Hatdas-/ Halizcii. heydnische scstaller Götter in das fest aller Hei-i s ligen verkehrt/nachdem er den tempel zu Rom kanctieon der Marien und allen Heiligen ein-geweihec gehabt, (k) Bonitadus V. erfand ei-ne neue arc die Clerisey in ansehenund machtzu§«Me bringen/indem er die kirchen und alrärezuFrey-'"kirchm.stäDten machte / davon keiner keinen ÜbelthäterVttMd'Nehmen Durffte. ( 1 ) Theodatus ersönne auch zuMt dem eirde Die rhorheit mit der geistlichen ver--i ^ wandschaffr aus der tauffe / vermöge welcher" r * dergevacterseinen rauffparhm/ und dieser wie-Devum jenen Nicht hcyrathen durffte/als wenni.l sie zu nahe verwandt waren, (m) Honorius I.

ftoeeffio. huc sonderlich die wöchentliche processioneitm um Die kirchen Mit ihren litaneyen und gelangen

- Mtcn. in schwang gebracht, f n) Und Martinus l.hat

wmn. um Die helffre dieses seculi das oben gedachte' sm^Eplattm-scherenderPsaffenbesohlen: item, daß:/ dieleureamsonnabend fasten solcen. Jmglei-" chen/welches mcrcklich ist / und von der Pab-

/ stentzenDöLlerisey zu wissen dicner/hat er die co-

r' xulacion oder emlegnung der eheleute fest gese-ll tzet/und endlich daß alle jähr neue salbe zu ihrer

/ fytw, schmiererey gemacht würde. (©) Einige schrei-i >>°k. ben ihm auch das verbot der Priesterehe zu/ wel-" chesandere besser dem Eugenio feinem nachsol-

0 ger beylegen/der denn auch denBischöstendie

' °°hr»; ^'^Üche jurisdiction zubrachte / und daßsieih-

^ W. '^unrergcbenedurstteneinstcckenlassen/womit} ' Der gründ zu der weltlichen herrschafft gclegct

' Lwui. worden, sp) Unter Vi taliano hat man die in-

music(« ftturaental music in die kirchen eingeführet/^ kichn. und also vollends alle übrige andacht mit so vie-lkmgepftiffegleichsam hinaus geblasen. Die^ übrige haben auch ihre meistezeit/welche sie dem

^ Mir/Wollüsten und dergleichen abbrechenwolr

len/auff dergleichen phantaseyen gewendet. °^abr vc.Von dem legten in diesem 5 eculo, Sergio, hat W dgc,man diese schone invention, womit er die Mes-se behaupten wollen: nemlich daß sie die Hostie Theilungin z.theile brechen/davon der einem den kelchder Hostie,geworffen wird/und den erstandenen leib Chri-sti bedeuten soll: der andere gegessen wird / undsoll ihn andeuten/wie er noch auff erden herumgewandelt: der dritte bliebe übrig als im gra-be/ (g) und was der lasterungen mehr sind.

(i) Pol. Virgilius Lib, VI. de Invent. OnuphriusinSabin. (k) P. Diaconus. Anastasius . Beda.VirgiliusVI.cS. (i) Anastasius. Sigebertus.

(m) Theodatus ep, ad Gordianum To.V.Conc.

(n) Anastasius. jo) To. VI. Concil, (p) Gra-tianusdist. 81, e.Sacerdos, (q) AntoninusFlo»rcntinusChron.lit.XUI.c.i. lect.f.

Das III- Kapitel.

Von den Kirchen-Scribeincn IM sie-benden Jahrhundert.

^ §. i.

Je heranwachsende finsternüß und das^^übrigevcrderbenderCleriseyhatdißmalwenig merckwärdiges bey den Scribentcn gelas-sen/ ohne daß noch in der Lateinischen kirchenzwey wolbekante leutemerckwürdig sind/wel-che man auch als zeugen vieler warheiten offt zubrauchen pflegt. D er erste war ,m ansangdie-ses seculi Hidorus Bischoffzu Sevilla in Spa-Isidorur

nicn/ und dahero zum unterscheid Hispalensis «dpaie».beygenahmet. Dieser ist noch 6regorii M. sis *disci pel und in einigen stucken gar eyfferig undredlich gewesen/hat auch ein groß ansehen beyden andern gehabt. DalMo ihn die Clerisey Dcsse»auff dem synodo nennte den lehren und gelehr-lod.testen Kirchenlehrer am ende dieser weit. (a)

Wie er denn unterschiedliche concilia mSpa-nien Hirigirt / und damit nach seinem begriffdem Verderb hat steuren wollen. Er hat aberauch sehr viel geschrieben/daruntcr noch nützlichsind / das Chronicon vom ansang der weit biß Schriff-auffsjahrCHristi 626. die Gorhische/Wanda-^'lischeund Schwäbische historie/die 20. bücherder originum oder von dem Ursprung der Wör-ter/ welche viele sonst verlohrne fachen haben/deswegen es auch die Gelehrten werth halten;wiewoi auch viel ungeschicktes mit unterlaufft:

(b) l. buch von Z Z. Kirchen-8cribenrcn/urrd T,von dem leben der Aitvater A. und N. Testa-ments / 2. bücher von den kirchendiensten. Inder Theologie schreibet man ihm zu das buch

vonverschmahungderwelt/z.bücher sententi-arum oder spräche von dem höchsten guth/ r.vom streit der rügenden und lasier / und einigeauslegungen der iLchriffr/sonderlich der histo-rischen bücher imAlcenTestament. Jmubri-gcn hat man ihm immer auch di ecolleLBon derconcilien und decretcn zugeschrieben / welcheaber nun besser dem lsidvro Mercatori zukom-men. (c) Daß aber seine bckantnusse denenZcugnäßHeuchlern nicht in allem angestanden / siehetder war.man theils daraus/weil sie etliche bücher sehrv"t,verfälscht und calBirethaben/wie schondieal-ten gestehen; (H theils weil sie etlichevorun-tergeschobene ausgeben/ (als die von den kir-chendiensten) (e) ungeacht sie von den folgen-den cititt und gebilliget werden, (k)

( 3 ) Conc. Tolet, HX.c.i. (b) Barthius. Kosinus,ßccmannus d« tuopr.serm. p.ii. G®ldastuspr*f.

adScrt-