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Gottfrid Arnolds unparteyische Kirchen- und Ketzer-Historie : von Anfang des Neuen Testaments biss auf das Jahr Christi 1688
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(d) Platina, (e) Anastas. Nauclerus. Po-lyd. Virgiiius. ( s ) P. Virgiiius. 1IX. c. r.(g) Anastas. ( h) Vid. Catal. Test. Ver.lib. 1IX, Mornxus. Myst. Iniejuit.

w 6. Von denen lästern der Päbste in ihremMkp. privat-leben wird unnöchig seyn ein mehresbeyzubringen. An statt denen muß ich zu derübrigen Llerisey eilen/und ihrwesen ein wenigbeschreiben/nach dem es im i.num.sihonvoneinem Papisten selber elend gnug angegebenworden. Der gründ davon war ihre großeblindheit in Göttlichen dingen / davon sie dochprofession machen wollen. Ein redlicher mannklagte schon im ansang dieses seculi daß diegrösten Lehrer schon langst und meistens nurHeydnische bücher gelesen hatten, 0) Nun-mehr» hatten die meisten nicht einmal in dernatürlichen wissenschaffr und sprachen das ge-ringste gethan/und wurden noch dazuvondenPabstendarinneverstarckct. Dmn man for-derte Nichts-voN ihnen bey derordination, alsdaßsie lesen/singen/dasVaterunser/den Glau-ben/ den Psalter auswendig und die fest-rageausrechnen tonten, (k) Und dieses war dochso selten beyden Landidaten anzutreffen / daßnichtsgemeinerswar/ als daß die Bischöffe beydm exanünibus fragen musten / ob sie auch le-sen körnen. In demamre brachten die faulenbauche die zeit mit singen oder vielmehr mitblocken zu: an catechifn eit/ lehren und predi-gen ward nicht einmal gedacht. So daß eshernach L-nolus M. kaum dahin bringen kon

folgten nun unzehliche andere lasier und '«e- Mrcelie bey ihnen. Da musten die Päbste stl- vcc.bernoch gestehen/ daß die Priester denleuten _dißnichts als fabeln vorplauderten / undan statt «SS?*GOttesworts ihre eigene fachen predigten. 00,AUgeschwcigen / was sie vor erlogene wunder- ecs bey derwereke und abergläubische dinge den leutenSlmfey.weiß machten und damit ihre Vortheile in al-lem suchten/sonderlich aber den leuten/wie derPfaffen weise ist / das gcld abschwatzten / undsonst ihre zeit mit vergeblichen ja höchst schädli-chen dingen zubrachten. Und wie unruhigegemüther doch immer etwas zu thun haoenwollen / so verfielen die meisten bey umerlaffnngihrer amter auffandere Handel. Der eine har-te lieber einen Bürgermeister abgeben / wie von y^^-n.Herberro, dem Blschoff jU Lüttich steher/daßer in der stadt die maas und gewichce einge-führet und gesetzt gegeben habe. (b) Und de-nen Bischöffen in Engeland mustc verbotenwerden / daß sie nicht mehr weltliche fachenrichten sollen, (c) Andere nahmen gar die lie-Jagten»derlichstcn dinge vor/ hielten jagt-hunde undfalcken/und zogen auff die jagt/ welches ihnendie Obrigkeit zu verbieten gedrungen wurde/weil sie theils das gehege ruini rten/ theils auchdie kosten dazu aus den kirchen-gürern stahlen.

(ci) Es fiengen auch die Bischofse allgemachan weltliche Herren zu agiren / daran die ver-kehrte reverenrr und Nachlässigkeit der Regen-ten schuld war/ungeacht sieesbißwcilen/undwenn sie den schaden davon sahen / untersag- Solda »

nn?Ä£ sl* ren/ daß kein Priester gewehr tragen solle'. -e)E^wc,en.

Soaifacü gedachte lembetriegkr Bonifacius vor einidioJftL seyn / siehet man aus seinem

nänischm gezancke mit einem Priester Verri-no, der ein wenig mochte ttudiret haben. Eshatte nemlich ein solcher Bauch-Pfaffe inBayern immer zu müssen pflegen mit diesenWorten : Baptizo te in nomine Patria & Fi-lia & Spiritus sancta. Dieses mochte Boni-facius vor feine rechte Tauffe passiren lassen/und seng ein großgezänck drüber mir dem Bi-schostSidonio und diesem Vergilio an/biß derPabst Zacharias selber seine tummheit erken-neu muste, (l) Ferner hatte V ergilius etwan2 , vtr '(inmat im discurs gedacht / daß es auch An-' ' tipodes gäbe / oder leute die uns die füsse zu-keyrten. Darwider schrie Bonifacius alsbaldals wider die ärgste kätzerey / wamete die leu-tevvr ihm/und verklagte ihn beym Pabst /derihn auch alsdenn als einen kätzer absetzte undm bann that / weil er / wie der brieff lautet/solche dinAe wider GOtt und seine eigene sielegeredet hatte, (m) Welcher und viel anderergrober schnitzer von diesem grossen ApostelodervielmehrErtz-iZnorantensichdiePapistenselber schämen / und daher die schuld auff an-dere /wiewolgantz ungereimt/ schieben/ 00da sie doch vielmehr die früchte ihrer tyranneybey dem Tauff-streit erkennen solten/weil siedie leute zwingen/ denKirchen-diensi in frem-der spräche zu halten.

(i) Beda Lib. II. in Sara. c. 9 . (k) Regino Pru-

miensis. (1) Aventinus lib. 111. p. » 79 . Zacha-lias ep, 6, ad Bouifac. ap. Gratianum dist. 14(m) Aventinus 1. c. Zacharias ep. 20 . inTo.Cnncil. (n) Baronius A. DCCXLIIX. n. z-Spondanus. A.eod.

7' Aus dieser blindheit der kirchen- diener

dieArmee derFrancküwider dir Schwaben an-geführet. (f) Lullus der Bisch off zu Aläyntzwar immer bey der Armee des Caroli m. mitzufclde. (g) LbboeinBischoffführtedie8s-nons 5 wider dieWest-Golhen an/(b) und einBischoffzuWürtzburg harte immer den blos-sen degen neben sich auff dem Altar liegen/wennermessehsilte. 0) Anderehäustigeexem-pel muß ich übergehen / und nur noch zumzeugnüs der grossen Verblendung anführen/was man von einem Bischoffzu Sitten Theo-dulo erzehlet / daß er eine grosse glocke/ die"3^bcrey.ihm Pabst Leo geschencket/ durch die geisteraus Rom nach seiner kirche hat tragen lassen."

(k) Woraus man noch darzu ein wunder-werck machte/und die Historie auff die müntzepragete / und sonst zum andenchen abbildenließ. CO

(a) Gregorius III. ep. ad Bonifac. & ap.Aventinum 111. (1>) Acta Tungrenliuai in

Catal. Test. Ver. p. 717 . fc) Synodus An-glicana. ibid. (d) Apud Aventinum 111.

(e) LL. ap. cund. & inTo.Concil, (t) Ad»j£c. 6. (g) Guilielmus Maimesburiensis ,3c

Lclandus äp. Balsum Cent. XIII. c. s 6 . (h)

P. jtmilius Lib. II. Hist. Franc. AimoinusIV.c. yy, ( r) Hermannus Scliedcl. /Et. 6 inCatal. Test. Ver. 1. c. (k) Felix MaiicolusLib. deExotciftno. f.ioi. (Ij Hottingerus.

H. E. c. S. p- 458 .

8. Die schwelgerey und unzucht der Cleri- SchMl.sey war ferner fält zum höchsten grad gejlic-gcrey.gen /aus der oben angedeuteten ursache/nem- uuzrrchk-iich dem ehe-verbot. Bonifacius selber musitgcstehen/daß die Pfaffen wie die unbändigenHengste herum gewütet hätten, (m) Und diepartheylschen Historici leugnen nicht/daß da-

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