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MD. bißMPC»
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Th. ii. B. xvi. C.I. Vom außwendigen Zustand der Kirchen /
ChurfürstFriedrichen und andern starck bewor-ben/ auch ihnen grosse summengeldesverspro-chcn. (f) Zum wenigsten hat er insonderheitbey diesem das Vorum zum Kayserthum ange-legentlich gesucht / (zumal dadieFrantzvsifcheparthey sehr starck wurde/) (g) auch dessen söhnPriNtzJoh.Friedrichen eine ansehnliche HeurathAbkrikt. versprochen, sh) Wobey er aber wol recht einMuster der eytlen ehrsucht worden / in dem erend lich/auß grossem Überdruß / die so embsig ge-suchte Hoheit auff einmal willigst weggeworffenhat. Dann es ist ihm theils von seinen eignenaffecten/ theils von andern in kriegen und übri-gen handeln so viel zu thun gemacht worden/daß er endlich der eytelkeit von hertzen müdewurde/undAnno i s;6.abdancketeund insKlo-stcr gienge : wie es meistens die klügsten lcutenach vielen troublm gemacht haben: ob wolvon vielen andere Ursachen und absichten ange-geben werden. 0) Ausserdem aber/daß seinedinge uns auß den folgenden Religions - han-deln umbständlich bekannt werden sollen/ so ist8ob. übcrhauptgewiß/ daß er viel gutes/ theils vonnatur / theils von vielcrübung undauch vondergnadeGOttesansichgehabt / auchmehrgethan / alsvieleandereseinesgleichen. DieProtcstirenden und andere Scribenten haltenihn selber vor ein Muster eines vollkommenenPrintzen / der durch lauter lugenden zu denhöchste n ehren gelanget sey. Wie sie dann auchsehrviele proben und zeugnüsse von seinem treff-lichen verstand und vornehmlich ryfferigen undstetigem gebet und gottseligem leben vorzeigenund darinnen gar glimpfflich von einem Latho-licken urtheilen / wie wir auch baldvon seinemLobe hören wollen.
('s) Ex litetis per steganographiam scriptis Secken-dorffiusiib.i. ConuTi. deLuth.Scct.iö. §.zz> Add.i.
(g) GeorgiusSpalatinUsap.eund.l.c.Sect 3j,§.8o.
(h) PaulusLangius Chron.Ciz,p.S8o.Coni,Guic-ciardinus Lib. XIII. Sleidanus Lib.I. Comm. dcRep. & Eccl, (i) Famianus Strada Dec. I. Bell.Belg. Lib. I. p, 16. Tliuanus Lib. XVII. p. y.41.Wdih. Godelevams ap. Sim. SchardiumTom.il.Scr.Germ.p.fijs. Franc. Haraeus. Annal.Belg. adA, 1556, (k/ Pcücerus ad Chron. Cariah. p. 958.Add. Chytraeus Lib. XIX. Saxon, p. 508. Thua-nus Lib.XXI. Sleidanus paffim. Pufendorfiuscap.1IX. Introd. p.r/o. alii ap, Freherum 5c Schardium.
Andere 4 - Insonderheit rühmet man seinen ßciß imTugen- gebet/darinen er alle tagegantze stunden bißwei-hm. len bey dem Abendmahl und sonstenzubrachthabe. (1) Auch hat er viel sonderbahre probenseines gütigen undversöhnlichen gemüths dar-gelegt/ so daßauch L.urberu§ selber/ bey so greu-lichen zerrüttungen in Verwarnung an seine lie-be Teutschen wider der Papisten blutige an-schlage seine bescheidenheit und gute sehr rüh-men muste, (m) Und Melanchthon schreibetin einem brieff an jenen / der Kayser suche allerPapistischen anreitzungen ungeacht dennoch«in frey gewissen zu behalten / (n) als der einjsehrsanffrmüthrges Hertz habe / (o) undbey fb grossem glück dennoch solche be-jcheldenhert erweise/ daß man kerne inio-lentz weder in woreen noch wercken vonihm spüren könne, (x) Dergleichen rühmVerbal- ihm auch andere auß erfahrung beylegen / (<j)<ev in der sonderlich bey denen handeln mitChurf.Ioh.
und anderngelegenheitcn/daer hat-te zürnen und straffen können. CO Ms er aber
JaM— md. bis
ja zu hart geschienen / da sey er gewiß von vett^ve.Pfaffen dazu gebracht worden / welchedm gu-ten Kayser auch endlich wider die Protestirendein die waffm gebracht hatten / wie Melan-ehthonc&ermal klaget, (s) Worzu dann auchwol diese Ursache mag kommen seyn/ weil er vie-les von denen lehren / die damals auffs tapetkamen/ mag vor wahr/ und hingegen der Papi-sten elend erkant haben / (f) nur daß er nichtviel vor den semigen durffle mercken lassen.Wicwol ers dennoch dem Pabst und seinem Graendiranhang nicht in allen recht machcnkonte / und Papificii.auch bißweilen nach erforderung seinesstaatsund imercüe nicht einmal wolte. Als wie erwider des Pabsis willen mit dem König vonEngeland in eine alUantz tratt/ (u) und jenemnicht allein in Tcutschland über das / was erschonhatte/ nichts mehr zukommen ließ/ son-dern auch vieles ohne und widerseincn willrn/inReligiotts-sachenvornahm/ jaauchderperso-nen von der Clerisey sich nach belieben bemäch-tigte. (x) Zugeschweigen/wie offter siemit ih,ren ungestümmen forderungcn abgewiesen/ da-bey der CardinalvonMentz offtzusagenpfleg-te : Ietzlmd weist UNS der Laystr abcr-mal eine welsche feige. (y)
(1) Auctores dicti Sc Seckendorfius Lib. II, p. 167.
(«1) To. V, Altenb. p.532. (11) Volum.I. Epist.perPeucerumcdit. p.r. (o) Ibid. p. ir. (p) Ibid.p. )6;. (q) Joach. Camerarius . VitaMelanch.cap,
LXXIV. p. 26S. Chycrius. Thuanus. Sleidanus.
Conf.C. A.Rupercus diss. ad Val.Max.p.270. (’t)
Lud. dc Aviia. Hiß. des Schmalk. Kriegs p.ivs.
(s/ Epist. 1 , 6 . p. 12. (t) Scultctus I.c- p.is. (u)
Petrus Svavis Lib.I. Hist.Conc.Trid.p.iu. (x)Conringius & ex co Scverinus de MonzambanoCap.I. de Imp.Germ. p. *77. Chr. Thomasiusib.
P- 77. (y ) Relatio Histor. Msta de Jfoh, Frid,
Rlaurit. 5c Aug.p.27.
s. Dieses werden die sonderbahre begrben-heiren weiter unten mirmehrernerläutern/vor,nehmlich die drnckwürdige aüion, da LarolusRom einnahm und sehr übel darim^n haustcte/wiewol er sich damahls der gekegenheit die Päb-stezu demüthigen schlecht gebrauchet hat. Im-Gegen
mittelst hat er dochauchderCleriscybißweilen^Pw-
mehr als zuvielgchörgcgebm / und sich mson-'^E».dccheit durch das schnarchen und pochen derPabste offt wider willen zu ungerechtenprocs-äuren bringen und sonst mercklich verführenlassen. Unter andern brachte ihn derPabstlicheNuncius Hieronymlis Alexander dahiN/daß tk
ohne bcystimmung der Reichs-stünde dasscharffe und recht blutgierige ediKzuWvrms/
Anno Isrr. ^>ublicirfc / welches nicht ohnegantzliche Zerrüttung von Tcutschland exegui.ret werden konte. (z) Ohne das was sonst her-nach bey denen vielen streitigkeiten vorgrossesunrecht mitunterlicff / und vornchnrlich unterdemnamenrechtmässigerkriegegcschahe.Wor-LusiMinnen dieser Herr so wol als anderenoch seineümH«.Vergnügung suchte / und dahero manche unnü-tze/ ja auch unglückliche felö-zügc vornahm / da-von hier nichtzeit zu sagen ist. Er mag auch anfechten / hauen und slechensolche lusigehabthaben/ daß er auch in Spanien einmal ein duellin seinergegenwart halten lassen / dergleichensonst löbliche Regenten scharff zu verbietenpflegen, (a) So beschweren sich auch viel Tmt-Untrem
sche hefftig übcrihn/ daß er in seinem Regiment gegm stc
nicht auff des Reichs nutzen/ sondernauff dieTE'-erhebung und bereicherung seiner kamstie gese-hen