offmtl. Gottesdimst/Kirchen/Sonn-und Feft-tagen/betenu.simett. H-
»manchmal sich nicht schicket. Gleichwie je-Wvc.qner junge PredigerLuthers nachaffete / und„auff dercantztl sagte r° ErkcnneredenTeuf-..ftlgar wol/ und hätte etliche scheffei saltz mit..ihm gcsscn. (-) Dergestalt lernte einer demötiPein das Wort stehlen nach art der falschenPropheten / woran sich auch die Papisten undandere sehr geärgert haben. Jnmasscn manaus dem laust der Zeiten sehen kan / daß gemei-niglich einem berühmten VoÄori oder Predi-ger viel andere eine gute zcirlang es nachrhun«jtocNf. wollen. Welches nicht nur von Luthero ge-ftiig der ^iß ist / dessen redens-artcn / expressionesdfrer. ^ ^dere sl(steten sehr viele auch nachgethan/dergleichen wir auch von Melanchthone obengesehen. Sondern es ist eben dieses auch an-dern wiedersahrcn/ wieesvonv.Sacco, §m-genitio linD andern in diesem scculo, von Lal-duino, Rcebero , Dieterico und ferner zu be-weisen stünde / wo es nöthig wäre. Vonk^m Ursprung und mißbrauch dcrPostillm sel-ber / wie auch von den Sonn - und Fest-tags Evangelien / will ich nicht wiederholen/was bereits in der abbildung deutlich gezeigetworden.
(§) Apud Matthesium l.c.pag.if}. (h) PaulusTarnovius ap. Dedekennum Part. Il.Conlil.Tiicol, pag,566. (1) Wdh.ZeppcrusLib.il.Polit. Eccl. cap. 8. pag .424. Conf, Kcckcr-mannus Rhct.Eccl. p, 154.
Apostoli, ro. Ob demnach solche und dergleichen lehr-scheichr. arten mit denen ersten Apostolischen weisenet-* rt ' was gemein gehabt / last sich leicht ermessen.Ungeacht man sich immer darauff beruffm/daß die zusammenkünffte in den Kirchen undSchulen den alten ähnlich seyn sollten : Wel-ches man mir anführung dererwortePauli er-klären wollen / wenn er schriebe wenneinem ekwas ostenbahret: würde / fösollte der andere fchwergen. (lc) Dadoch nicht ein schatten mehr von dieser Apollo-tischen weise übrig oder bey der refbrmationeingeführet ward. Angesehen man ja in de-nenversammlungen allein denPredigern zuhö-ren müssen / er mochte nun aus dem GeistGÖLTET reden oder nicht / da kein ande-rer erleuchteter etwas erinnern oder der Gemei-ne zum besten sagen durffte. Und würde wolkaum in folgenden zeiten gebilliget seyn wor-den / was Lutherus einsmals auserkamnisder warheit schriebe / als derKaysirdieLuthe-rische Predigten zu Augspurg verbotten hat-te: Istg nicht eine ferne klugheie undgrosse witze / daß d/l. Eißleben undan-deremössen schwelgen / aber dafür tritt
avss der Churfürst zu Sachjen sirmpt me-derer Fürsten und Herren mit derfchrifft-üchen bekäntnis / und predigen freisterLäyjerlicher Majestät unddemganyenReich unter ihrer nafen / daß sie es hörenmüssen / un nicht darwiderkönnenreden.Ich vermeyne ja / das verbott zu predigefe^ damit gerochen. Sie wollten ihrediener denen Predigern nicht lassenzuhö-ren / müssen aberstlbstwol ärgers (wiesie es Heister») von grossen Herren hörenIlW, und verstummen. (I) In summa / die an-statt zur Unterweisung der unwissenden / zur»eist. Mckung der schwachen und zu Überzeugung
der boßhafftigen war offenbahrlichundzumalJchMv.m gegenhaltung der eisten Kirchen sehr unzu-diß uwe-länglich. Wie dkNNLrgsmus 8srcerius schonungeschcut bekam hat / daß er mehrere in pri-vat-gksprachen und über tisch und sonstm über,zeuget und bekehret gehabt / als in öffentlichenPredigten, (m) Sintemal die Vorsteher g utentheils darinn bcruheten/wcnn das volck sich äus-serlich etwas erbar ansicllete/ die öffentlichen 8-düngen mitmachte/ und sich sonst den gemeinensatzungenundgewonheitenunterwaiff: Wienun im fortgang gesehen werden kan-
jk) To. I. Script. 1 ‘ubl, Wicteb. p. 54. (I) Tom. V.
Altenb. pag. 200. (m ) Mich» Baumannus @{»
Wlß.Pvst.pag.sZo.
11. Dennwasnun denäufferlichen Gottes- Kirche»dienst insgemem betrifft / wurde derselbe bald dienst ei»bey der reformation zu einem opere operato, opus ope.daß die leute damit vergnügt waren/ wenn sie"^'nur eine Predigt gehöret / welches ihnen nochleichter ankam / als die vielm satzungen imPabstchum waren. Er selbst Lurheruv fiengschon an diese greuel zu mercken / und berührtesiebeygelegenheiternstlich / ja er vergliche die«namen-und schcin-Christen mit denen verfal-"lencn Juden / weil sie sich der tauffe und aride-"rcr Vortheile vor Jüden undHeyden rühmeten/"und gleichwol ohne geistundglauben waren."
(») Daßalsoauch hminnen keine wahre besse-rung odcrreinigung vomPabstthvm geschahe.
In dem gleichsam die siele desselben / nemlichdas äusserliche opu§ »perarum noch immer blie-be. WarimPabsithum dieses dicsummadcSChristenthumö/etwan einmal eine Messe zu hö-rrn/und abends und morgens ein Ave Maria zusprechen : so nahm bald diese gewonheit unterden Lutheranern über Hand/daß man sich insge-mein mitPredigt-hören und andern äusserliche»Verrichtungen begnügen ließ. Nurwardusesnoch der unterscheid / daßdortcn dcm steischenoch etwas wehe geschah/durch saften/allmosingeben/ busse thun und dergleichen; hier aber al-les so leichtsinnig von der Hand geschlagen wur-de. Über diß wurde auch dem volck der öffentli- q}ß .ehe Kirchen-dienst dadurch vcrhasi und veracht- ^
lich gemacht / indem man durch gewisse geld-und andere straffen die leute dazu zwingen woll-te/welches noch aus demPabsithum übrig blic,ben war. Denn wie etwa in diesem das Kirchen-gehen bey straffe eines schillings und eines pfundwachs anbefohlen wurde: (o) Also pflegte auch Durchdie Obrigkeit diejenigen bey den Lutheranerngeld-strasimitgeld-straffe zu belegen/welche dieKirche ver-si.säumeten. (p) Wie denn auch an ttlichen.srtengleich im anfang der rekormarion öffentliche e-dicta publiciretwurden/ daß die leute zum we,nigsten in der Wochen einmal in die Predigt ge-hen mästen. (g) Mit welchen zwangs-mittelndennoch wenig oder nichts frucht geschaffetwurde / in dem das volckgleichwol in ermange-lung der sonderbahren Unterweisung und hauß-besuchung nach wie vor blind und unbekehrtgrossen theils bliebe. Dahero jener öffentlich"klagen muste : Da vor diesem den teufen der"
Psalter und andereSchrifftensobekanntge-"wesen / wärenunkaumeineroderd'randere/"der nur etwas davon außwendig könte." (r )
Wovon unten bey dem verfall des volcks mit