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Gottfrid Arnolds unparteyische Kirchen- und Ketzer-Historie : von Anfang des Neuen Testaments biss auf das Jahr Christi 1688
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128 TH.H-B.XVI. C.XI. Vonder Luther . Ciffech.Predigern/

Aahr ^v.demn eingeführten gebets-formeln zu merckrn/b.ß^vc.datz sie zwar den unwissenden und ungeübtenGebete, zur anlcitung eingeführet worden. Worin-nen die gute absicht der lieben Alten billich zuloben ist: wie man den Ursprung des gebrauchs/da manmitdenglocken das zeichen zum gebetgibt / der anno 152-. geschehenen Türcklschcnbelagerung vor Wien zuschreibet. (») Da-von aber in vorigen seculis nähere Nachricht zuGebets, finden- Dieseöist gcwiß/daßmannichtallemformuln. die hertzcn an gewisse zeiten/sondern auch an or-dentliche und bißweilcnungeschicktegebetö-for-meln zu gewehncn und zu binden angefangen/welche bald außwendig gelernet/ und folglichohne wahre kraffc und geist her geplaudert wer-den. Also findet man in denen alten Kirchen-Gcmeine or dnungen zwar viel kräfftige gebete / zumalßkbetk. ^^che unter den trübsalcnvon gedemälhigtengläubigen seelen verfasset worden ; aber esfehlet auch nicht an sehr kaltsinnigen und mei-stens auffweltliche nichtswürdige dinge gerich-teten formularcn / die doch durch ordentliche ge-setzt denen Gemeinen anbefohlen worden. Zugeschweigen / der allzugrossen menge und Unei-nigkeit derselben / da zum excmpcl jener Theo-logus bcmerckte / wie ein uuendlrcderhauf-fen solcher collectcn in manchen Gemeineneingeführetworden. (0) Wider welche schonv. BugcnhageN wol erinnert hat: Das sa-ge ich / daß keiner warhaffcrgbete / dernach eines andern vorschrrffe betet. (x)Welches auch jener fromme von Adel in achtnahm/ der mit seinen untergebenen aus seinemhertzen nach der von GOtr verliehenen anvachtzu beten pflegen/ und dißfallsbillichgerühmctwird. (q) Im übrigen wil ich nicht von derbald eingerissenen kaltsinnigkeit und andernmangeln bey diesen Übungen gedenckcn / weildiesicherheitundgottlostgkcitdes volcks weiterunkcnvorkommenwird. Auch findet mandenansang der gemeinen gebete und colleLen in de-nen Kirchen-ordnungenjcdes landcs/ woraußauch sonsten wegen vieler umstände ein mehrersersthenwerdenkan.

(b) WilhelmusStratemannusTheat. Hist.Exit.X« pag. 1004. (o) David Chytrscus Epist.

ad Chemnitium pag. 66 }. ( p j Comment-,in Psalm, so. /q) Rcgenvolseius Lib, III.H.E.Slav.p-37f*

Gesang. 30. Das singen in den Lutherischen Kirchenwar anfänglich zwar etwas einfältiger und er-baulichereingerichtetalsweiterhin/ da aus I-talien un andern orten das fremde künstliche gc-plcrr un gezerre dazu kam. Jedoch wolle es auchhier und dar nitzureichen/oder den ersten Christ-lichenübungengleich komeN/den erstlich behielteJnLatehMan dieLateinischegesänge und texte so lange/»ischer wie sie der Antichrist zur bezauberung des volcksspräche, und seinen eigenen Vortheilen erdachthatte. Jamanpflegct invielenortennoch biß claro Latei-nische Vefxcrzu haltkN/undsolche lieber zu sin-gen/ davon der gemeine mann kein wort verste-het/ sondern dabey müssg sitzt und das maulauffsperrct. Gleich wir iolche Lateinische col-leLlcn zumal in hohen Fest-tagen auch inWit-tenberg selbst noch zumzeugmßdeß Verderbensgesunqenund gespielerwerden. Die vornehm-ste Ursache / daß solche schädliche mißbräucheblieben sind/war/weil die Papisten dieselbe / als

ihre xroürabelste staats-maximcn nicht gerne Jahr md!abschaffen / und die Lutheraner aus menschen- biß m dc. t

furcht oder andern absichten es geschehen liessen/ s-

dabey zwar der vorgegebene anstoß derer schwa- ^

chen leichtlich hätte verhütet werden können/wenn der sonst so sehr gerühmte nutzen des Teut, 'I

sehen Kirchcndiensts nachdrücklich wäre vorge, ^

stellet worden. Zum wenigjien findet man/ V

daß nachgehends bey stillen und sichern zeitendergleichen übrrblickene gewonheitcnabgeschaf- ...

set worden. Ein anders aber war es im an-Mini, <

fang der Reformation, da man noch keineschege, >Teutsche gesängc harte / und Lutbcrus dcßwe-s^ge.gennochanno i;26.riethe/man!olicausnothindessen dieLateinischeausdic höhenfeste behal-tcn/ (r> welchcsaber hernach mehr als zu steif- '.'.f

siggeschehcn. Hingegenwurdeauchwol von s"

Porentatcn selbst besohlen / ob schon zwciffcls-freyauffgutachten dcrPrediger/dafi mandiemesse noch Lateinisch» hakten solle / unddabeyTeulsche gesange mit untermengen, (s)

Welches an vielen orten und auch anfänglichzu W ittcnberg selbst geschahe/und wol recht einhalber vermengter Gottesdienst heisscn fonte/davon das volck wenig oder keimn nutzenhatte. Also wurde noch anno 1543. in ditBraunjchweigischeKirchcnordnungvon denen

TheologisBugenhagen, Corvino UJlCGorlitiöaußdrücklichgesetzit: Die Laceimfcheffra- Kirchen,ehe mäste in dein öffentlichen Gottes-buchdienst in etwa 6 behalten werden / undwaren die rechte grobianen und fanatici ,welche dieselbe abschaffen wolten mitchrererlogenen und stumpffett gcistcrcy.

(r) Damit nemlich ja der Antichrist eine stützeseiner herrschafft behielte/ und nicht etwa die sogenannte gcisierey das fleischliche weltsörmige 7 -

WesenvitlcrPret igcr eintreiben möchte. -

(r) ^pud LeclcendotKum Lib>. Ir. p. 5s. (5) 8 cui.teru5p.ri. /^nnal. p. 6j. (i) Kirchen. vrdllUNgim Hcrtzogthumb Draunschw.Wolffcnbiittclap.

Hortled, To, I. Lib. IV. c. 44.

31- Eben also stellte es der gedachte Corvi-nus zu Hannover im folgenden jähre an/nehm-lich daß man das Lateinische j rügen mei-stentheilsbehalten jolte. (u) Mit wel- /ch

chen anordnungcn freilich unbeschreiblicher ktif

schade geschehen / und das arme volck auffdasoxu5 0seratumrechtschaffcnw>edcnimver- .

fallcnist. Dergestalt sind uun fast überall soviel dcnckmale und stützen des Antichrists ver-blieben/ als traurige zeichen / was bey der Re- ; <

formation würcklich geschehen und gebessertworden sey oder nicht. Wie man zum exem-Mi-» i:-, ..pel zuFrcybergerstlich anno r s8o. die Latcini-schcmct,sehe metten und vespern in der DoM'Kirchen ^Teutsch zu singen angefangen - (x) Dieabcr"^ 'doch an vielen orten und in meinem vaterlande <noch biß jetzo zu grossem ärgerniß fortgetrieben --f'

worden. ManfindctauchgargantzcRefpon-Derc n°. - ^

fa, dadurch das LatcinischegeplcrrdcrCanoni-nicorumcorum in den Dom-Kirchen ordentlich gut gt- Stp'"''- /heissenund gleichsam canonifiretworden / dazuohnezweiffel einigeclonavonsolcheneinkrmfften k-wvr«- .f .^~vielcontnbuiretl)aben.(> ) Im übrigen wer- ^^ 7:/;/

din die bckantenhalb-Teutschenlicder: in clul-ci jubilo, Puer natus u. s. w.dcm alten B eÄori c ^' 1 ;

zuZwickau in dcm I stcn feculo.Petrovrefclenll Pllct»-I>!- , ^zugeschrieben/ der. sie auff Vergünstigung desm

Pabsts lc ' hcm ' ^