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Gottfrid Arnolds unparteyische Kirchen- und Ketzer-Historie : von Anfang des Neuen Testaments biss auf das Jahr Christi 1688
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offmll. Gottesdienst/ Kerchen/Sorm« Fcst-tageu/betenund sinken.

Mrbw.Pabstö gemacht / weil er gantz Teutsche nichtWvc. machenoürffcn. (z) Daherodlemjache/wel-che andere anführen/falsch ist/als waren sie deß-wegen sovermischtgesctzt/ anzudeuten die gros-se Verwunderung der Kirchen/ daß sie nicht wü-ste/ od sie Lateinisch oder Teutsch singen sollte,(a) Wenigstens mag es auch noch vorein zei-gendes unreinen vermengten und Babelischenwcscnspaffiren / indem man mit schmcrtzen-rettwie seltzam Dtc leute die Lateinische Wörter ra-dcbrechen und zerren. Und gleichwol erbarmetsich niemand der armen leute / solche dinge zubessern! Hat dorten schon zu Lutheri zciten je-ner Poete den unvernünfftigen GottesdienstderDomhcrren und anderer deutlich gnug be-schrieben/so ist gewißlich zu besorgen / es treffeauch nun bey andern Haussen ein / wenn er alsoschriebe:

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Wffcn-

dienß.

Quis ferat exstructis, quorum tot millia,templis

Invectum fastus divitis omne genus?

Quorum sacra nihil nisi sunt spectaculavulgo,

Ipse tuum jures, Romule, munus agi.

Insanis resonant clamoribus omnia, cre-das

Arcadii pecoris rudere mille greges.

Omnia quis referat, quorum conamina lu-crum

Destituit veram cum pietate fidem.

%I».

Die Meinung ist : Es hatten die Pfaffen soviel iooo. prachtigeKirchenauffqebauct/undmitallem reichthumangefüllet. JhrKirchen- diensiware nur ein gauckcl-spicl / als clwan».derHeydenFesi-rage. Dahörtemaneinge-schrey/ als waren iooo. esel drinncn/und zwar»allesumsgeld/dabeywederglaubenoch Gor-,,,teöfurcht zu finden, (b)

(u) Seckendorffius Lib. III, p. 510. (x^ Möller

Beschreib Frcyb. k.n.p. 3,4 (v) vid.coniii.

Witteb. Tom. lll.p. 66 . (z ) Schwld. Zwick§hron. P.I.p. r.kc p. 4l). (a) Valerianus Hcr ,bcrger in Xlagnalibns Uei. sb) Lobanus Hs£fas Lib, III. Hcroid. Epist. p. 13y.

32 . Was ferner der Antichrist mit denenGrgelpstrffenund andern instrumentcn in-tendirct/ daerstein die Kirche gebracht / hatnächst andern in der Abbildung angeführterTheophilus Großgebauer indcrWächterstim-me Teutsch und deutlich entdecket. Diese dinge

und das stugen einzurichten: damit Jahr md.nicht ein jeder orgamste ihm eine eigene biß ^ lc.application, und Kn jeder 8)rnphoniste j ei- Lbvrbeikne eigene phantaste dreinmache/dre hdu-fic aber / wie sonst Africa/ alle karre eineneue bestte oder miftgeburrans licht brin-ge. (e) Womit auch ein anderer gelehrtermann im ansang desselben seculi einstimmt/ (t )wie auch noch ciner/der also lchreibet: Am al-lerwenigsten kan in der Gen,eine drein-strurncntal-hlufic geduldet werden/samtden rastlenden orgel-werchen/dieein wun-derlich geplerr der stimmen / und dieKir-chen mit trompeten / pfeiffen und geigenerjchallen machen: worinn wir von denJuden und Papisten weit joleen unter-schieden seyn. {g) Welche mißbräucht alle/ob jie wol damals vielen verständigen groß ge-schienen/ dennoch nichts zu rechnen sind gegendie andern/worinn sie in diesen zeiten aufs höch-ste gestiegen und einen gewissen fall anzeigen..

Was aber die gemeinen Teutschen gesänge be-Teutschetrifft/ so ist erstlich gewiß / daß sie selbst sehr klär- klänge,lich von dem verderbten zustand der LuiherischenKirchen zeugen/und öffentlich zum zeugniß ge-sungen werden; als da sind diese: Gott hatdas Evangelium. Ach Gdtt/thü dich er-barmen. Ach G ottvom Himmel steh dar-em : Du Friedefürst, HErr Jesu Lhrrst/und dergleichen mehr. Weiter sind auch vieleunter Lutheri und andern liedern/ die sich nichtauf jeden oder auch jetzigen zustand schicken/ da-hero auch unterschiedliche von Lutheri eigenenliedern gar nichtmehrgesungenwerden/wieesder augenscheln in den gesangbüchern giebet.

(c) Petrus Patiens ap.Fechtium P.1V. Epist. TfieoU

p. V37- (st) Aeanckfurtlsche ordnung vorrede

p 9. (e) David Lb) irLus pr-cl. in lstist.Ie blat-

thati Lndeci. (f) Erasinus Annot. in t.Cor.XlV,

(g) Zepperus JLib, I. Polit, Eccl. cap. 13, pag,

106.

33. Im übrigen ists freylich eine grosse und ßucherltheurcwolthatGottesgewesen / daß zu unter- lieber erst-Weisung und e» munterung der schwachcnLuthe- lich wenigrus vielgeistreiche gesangegcmachet/wo mannur diese rvolthat allezeit recht und beständig er-kannt und angewendet hatte. Erstlich war esja eingrosserjamer/ daß dasgemeinevolck nichtdasgeringste von Gott wüste / noch vom Kir-chen-dienst verstünde. Hernach wolte es dochnicht zureichen / da etliche wenige Teutsche ge-

sind nun auch nach und nach unter den andern sänge bekanntwurden. ' Wie zum exempel ,mhaufficanonifiret worde: daes im ansang zwar Braunschweigischen noch anno i H3- m det

Kirchen-ordnung diese wenige sttrb-lieber inNidee-Teutsch benefiet werde/ders i.uudi zo.pfalm/Lslirtenwirimlebestnd/derGlau-be und der gejangSimeonis /h) Zwar hat-ten bereits dieHussten und dieBöhmischen br ü- Der Löh,

der lange zuvor sehr schöne gesange gehabt un ge-wischen

braucht/davonauchLutherus etliche behalten/ '"wer.wiewol fehl geändert. Es kam auch noch ann.

^ ... . .... . 1596. zu Nürnberg herauß ein gesanF-buch

noch vor eine grosse wolthatGottesausgab.(c)i der brüder in Böhmen und vNähren/ dieIlngeacht man in der ordnung selber gestehen man aus haft und neid prerharden undmüssen/ daßdasmuficircndie andachtbindeee. Waldenser nennet / in octav,durM^l0y.

(ch In welcher absicht auch schon ein Theolo- Horniderinbervorrede denM-grnMr^gus dazumal die thorbeiten derer muficirenden werft siinen nntbr über nennet/ von we ch m ^^^1^ ' man viel icköne lieber auch m den Luthenjchm

gesanqbüchem noch sindet/ungeacht er impunet

. . öonl

«och etwas einfältig hergieng. Man findet indenenalten und ersten Kirchen-ordnungen keineMlificin merckmalesonderlich / daß der orgeln gedachtKirche«, wäre/als etwan in grossen Kirchen/ von denendie fache hernach in die kleinen kommen. Alsosiehet man aus der nach der helffte des vorigenUtjVmtifl ieculi gemachten ordnung zu Franckfurt amtchlden. Mäyn/ daß erst damals das musiciren sey ein-geführet worden / welches ein Prediger allda

also entdeckete: Es stehet m'cbt einem jedenCantor ftvf nachfememgefallendre Music

Ä.L.H. Anderer Theil

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