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Gottfrid Arnolds unparteyische Kirchen- und Ketzer-Historie : von Anfang des Neuen Testaments biss auf das Jahr Christi 1688
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offetttl.Göitesdicttst/Kirchcli/Soun-UtldFcst-tagetr/ beten itüd singen.

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<AMD HüsfGott / baß mirs gelinge:

JmdcI Worinncn cv auch noch zu letzt seines gefangnis-sesgcdenckcr.

V.pbilipp Nicolai:

Wie schon leuchtet der Morgenstern:

Wachkausf/rufftuns die stimme:

Go wünsch ich nun ein gute nacht.Djoh.Poppus zuStraßburg:Ich hab meinfach Gort heim gestellt: AdamReußner zuFranckfurtamMayn / der auch die Psalmennach dem hebräischen übersetzt: In dich habich gehossct/HErr: LarrbolomLur Ring-walv/ Pfarrer inLangenfeldcn/ der auch cmbuch /dre lautre Warhert /und ein anders/den treuen Eckart/geschrieben:

HErr Jesu Christ/ich weiss gar wol.

Lomr her zu mir / spricht Gottes söhn-

ttim von uns HErr / du treuer GOtt.

G Jesu Lhrist/du höchstes gut.

Es ist gewisslich an derzeit.

Herylrch thut mich verlangen/ und sehrViel andere.

Man. Schalling / 8upermr.zu Amberg undNürnberg :

Hertzllch lieb hab ich dich/o HErr.D.XicslLUL Selnccker:

AUern Gott in der höh sey ehr.

Lobek den HErren/ denn er ist sehr fr.

Nun lasst uns Gott dem HErren.und andere mehr.

Lazarus Spengler / 8yncllcu5 zu Nürnberg :Durch Adams fall rst gantzverderbt. Derneuen lutorum, so in diesem leculo häuffig auf-kommen / nicht zu gchcncken/ darunter die be-kanntesten sind: Cornelius Becker in seinenPsalmen/Bernhard Derscha» zu Königs­ berg / Joh.Michael Dillhcrr / Joh. Fran-ke/ein Jurist und Bürgermeister in Äubcn/von dem das lied: Jlesu meine srcude: irem.Schmücke dich/o siebe seele/ und viclande-reherkommeu. Paul Gerhard / viaconus zu8-^>icvlri in Berlin / hernach rcmovn't undksüorzu Lüden/ der sehr schöne und wol gesetztelieber hinterlassen. Ioh. Hermann/Pastor zuCoden in Schlcsien/derauch sehr anmuthigge-gesüngcn: Ioh. Rist/dessen lieber zwar etwasgezwungen und nicht so kräfftig sind / undvielandere.deren erzehlung hie zu weitlaufftig fällt.

(I)ldemGh)>rrTib.X.8axon, p.z;6. Micrael.Hist.Lat.p,4rj.Drest. killen. VI. ?,l.p.ro6,§hvisi.Weise Tmksch.Pocs.P'l. p.;>.(n) Gh^rr.i.c.so)Micracl.8ynt.H,E.p.36j.Melch. Adami.Vit.Theol,p,i 7 ,Titius in Loc.Comm H:st.Theol.p i044.

5 ^' Insonderheit sind nun so gleich anfangsgestvge.^utheriliedertrefflich beliebet und gelobet wor-' den/so daß auch die andern parthcyen sie nichtallein viel gcbraucht/sondern auch aufrichtig ge-rühmet haben. Welchesaberhinwiederum mit^obwasscrs und andern nitgetl)an.,-So schrci-,-bet einer von dieser materie : Lutherus hat als->cin rechter OrpbeurTeutschlandsdie summa»der Christlichen lehr eund alle stücke des Cate-

chismtunddcrvornehmstenglaubens-artickel/

wieauch die Fcst-materien/ gcbete/ tröst und,'danchsagungen in Teutsche reime sehr schon

»und völlig gefassct/auch mit wolklingenven un»einstimigen melodchcn vcrfthen/ damit sie eben»diebewrgungc in bengemüthern mache möch-»tcn/ welchen die Worte und der verstand erfor-dcrt/und beydem ungelehrtenvolck alles desto..seichter könte begriffen / behalten und durch

Dkre»

hülffe bcrMusic desto ticffer in die hertzeneinge-" Jahr md.drucket werden/und du gottseligen affectcncr-« biß mix.,weckten und anzündeten. - ( P ) Jmmaffen denn Nach.auch solche lieber an ftcmbden orten so bekannt druck,und gemein wurden / daß die Papisten nichtgnug wehren tonten. Sie beklagten sich nichtallein/dass die bertler und andere leuteLu-cheri kärzerrsche lreder auffden gaffen undsonstöfsentilchsüngcu/un die leute damitversühreken/wie im Saltzburgischcn gescheht;

(g) sondern sie bedauerten auch den grossenschaden / den ihnen Luther mit seinen gefangenmachte/sehr hoch. Dre liederLueheri/ schrie- Wirck««»den sie/haben mehrstelengetödtet/als sei» geu.ne schafften un predigte, (r) Es rst zu ver,wundern/ wredre jenige lreder das Luther-tum fortpflantzen/dre inTeutscher sprä-che haussenweise aus Luthers werckstarvgeflogen sind. Etliche sind nach dem La-techismo gesetzt/ etliche lehre/ etliche sindaus den gottsteligen Psalmen genomen/und erzehlcn und bestrassen die laster derChristen-(§) Und ist sehr angmehme zu lesen/was anno i s^.zuHeidclberg in derKirche zumH.Beist vorgrgangcn/da der neueChurf-Jried-rich aus fui chtvor dem Kayscr die Papistischendinge noch nichtabschaffenwolte-DennalsdiLMesse allda einsmalsgewöhnlichcr weise gehal-ten wurde/wurdedasvolck dcrgreuel überdrüs-sigundhcngmit einmüthiger Heller stimeanzusingen: Esistdasheyl unskommenher rworauff der Churfürst bewogen worden / dasAbcndmahlhinführoTeutschund unter beydergestalt halten zu lassen, (t) Auch wird noch eineandere begebcnheit mit diesem liebe erzehltt: wienemlich/nachdcm es 8pcrLtu5 gemacht/ein beltsler ausPreuffen nach Wittenberg kommen unddasselbe unter andern auch vor D. Luthers thürohngcfehr gesungen habe / Luther sichs noch ein- ^mal habe singen lassen/und daraufvor freudengewcinet/daß Gott auch an andern orten die er-kantniß derwaiheithabe auffgchcn lassen, (u)

(p) LcuIcekns?.I.AnuaI.p.Zis.(^)AÄa8a!rrburgen»

sia Msta in Gravaminibus Nuncii Apost. num. 54.

(r) Adamus Conzcnius Lib,II.Pol,t,c,19.p. 100.

(s) Thomas a Jesu deConvers. Gent.Lib.llX.P.II.

p. 541. (0 ex AkingioSecken.Lib.I.p.ifi,(u) Ibid,

36. Allein so angenehm als anfänglich die Berderdlieber waren/so bald nahm der eiffcr auch hier-müdeminnen ab/nachdem alles unter den Lutheranern singen,laulich und endlich gar kalt wurde.Dahernach-makseiner zu Wittenberg öffentlich klagte undzeugetc; die Lirche wäre nun mit solchergottlosigkeit überfallen / und wäre beyvielen eine solche tragheit und kummheit/daß wenn gleich die gesange nach gewon-heit in der Kirchen gesungen warben toder in Schulen erkläret / so würden dochdie wenigsten dadurch beweget / und sän-gen zwar die worte äusserlich mit / ihrehertzen aber waren dabey stumm, welchenachläffrgkeit nicht das geringste zei-chen sey / daß die Lirche und die wahregottsteligkeit werde untergehen. (x) Undanderswosctzet einerbedcnckliche Ursachen hin-zu / woherdie Verachtung der lieber/ Psalmenund anderer geistlichen dinge kommen sey/ nem-lich^weil man an derselben statt heidnische dingeinKüchen unSchulen eingefülnet.Es kalten/spricht er/viele mehr aufdesPbvcyliciiz oderReBüdi schriffcenalsaufdre psabnen. iy)

A L.H. Ruderer Theil

wor-