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Gottfrid Arnolds unparteyische Kirchen- und Ketzer-Historie : von Anfang des Neuen Testaments biss auf das Jahr Christi 1688
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LobwaftserS lic»der.

dessen

Historie.

Th.u. B.XVI. C.M. VouderTausscUttdAbmdmchl/

Woraus offenbahr ist / warum heutigestagesauf den Universitäten mehr vomAristoteleundandern HcydeN/ als von der Bibel gehöret undgesehen wird- Da auch GOttetwan anderegleichfalls erweckte unihneeimgäbe/erbaulichelicder zu machen/beylegte/ hat man selbige mitaller gewalt zu unterdrücken gesucht und denGeist dämpften wollen. Nur ein exempcl zugedencken/ so hat man von Ambrosio Lobwas-ser und seinen gcsängen außdrücklich geschrie-ben : Er hätte der Lalvinischen regel dar-ittn gefolget / welches ihm die KircheChristi (dcrLutheraner) gar keinen danckwüste. (z ) &än buch wäre m orten ge»druckt/da man ex proleK, Lalvittisch sey.(als wenn Gott nicht aus allerley volck gotts-fürchtige und ihm angenehme leute erweckenkönte) Er walte es Zwar gut Lutherischmachen/könne sich aber der Calvinischengriffe nicht enthalten. Deßwegen obseine gesange nicht alle insgemein zu Ver-werfen / weil er feine gaben gehabt / sokönne man doch derselben ohne Nachtheilentrathen. (a) Mit welchem urtheil auchandere übereinstimmen und den Lutheranernderselben gebrauch verbieten. Darüber auchzwischen v. Botsacken in Dantzig und den Re-st: mitten umd das jähr 1655. grosser streit ent-stund und viel schrifften gewechselt wurden. (b)Dieser mann ist sonst von Schneeberg ausMeisscnbürtig/einJuristundFürstlicherRath/Professor zu Königsberg/auch vieler Sprachenmächtig gewesen/und erst anno 1585. verstor-ben. (c) Er hatauchnochinseincmvaterlandund also an einemLutherischen ort soo.fi.allmo-stn und 60. Rthl.ins Hospital vermacht, (d)Welches geld man wol schwerlich als Calvi -nischwird verworffenhaben; zumal dergleichenauch unter denLutherancrn nicht allzugewöhn-lich ist. Die Meiste feindschafft wieder ihnmag daher kommen seyn / weil er mit den so ge-nannten und aus Sachsenvertricbenen heimli-chen Calvinistcn bekant gewesen / und auff deßgewesenenWitlenbergifchen Profeflbris Esro-mi Rudingeri anmahnen die Psalmen überse-tzet hat. (e) Da hingegen doch die Predigerselber von ihm gestanden / er habes mit derformula Concordia: gehalten/ sie Mit Handund Hertz unterschrieben/ und allen corrn-ptelctt feind gewesen, (k)

(x) kilenr.biüllerus Programm, inrer scripta Publ,Wittcb.Tom. Vl.pag,402. (y) Idempraef.in

Comm. ad Psalm. ( z) Lucas Osiander Cent.XVLHist.EccI. Lib. IV.c.21, p. 971. (a) Andr,Osianderap, Dedekennum To. I. Consil. & Resp.

k>.r79.Vid.8ocsaceikrojeLt etlicher wolgemeikkcrMotiven gegen die einfuhnmg des Lodw.lieder; «cAnonymiRejecturoProjectum: BotsacciProjectumProtectum , ac alterius Rejectus Protector, (b)

Poiycarpus gi)jcr/ vorrede über Beckers Psalmen.

DannhauerusinSalveResorm.p. 357. (c) Bu-

cholcerusInd.Chronol. pag. 695. Melch. AdamiVit.p. 267, P. FreberusTheat.Vir, Illustr. p.896.

00 §hrist. Mcltzer Gchneeb. §hron. p. 723. (e)

Regenvoll'cius Lib, I. Hist. Eccl. Slavon. p. 6s (f)Laur. Cursor ap.Hartknochium PrenßnischkKir^

chrmHistor. Lib. n. 6 , p, 49-.

Jahren.

frijiMDC

Da§ XII. Kapitel.

Von der Tauffe und dem Abendmahl/der Beicht / Ktrchenzucht / denengeiftlichenGerichtenund Rechten.

§. i.

lZWJßher haben wir die vornehmsten stückeWrLdes öffentlichen Kirchen - dicnsts unter^^den Lutheranern in ihrem brauch undmißbrauch betrachtet / und dabey aus deutli,chcn Zeugnissen erkannt/ wie wenig damit/ zu-mal in dem bald angehenden verfall genutzctworden: Indem sonderlich die Heuchelei) unddas opus operatum alle Übungen von gründaus verderbet und zur erbauung untüchtigge«.macht hat. Mit denen übrigen stucken ist esnicht anders ergangen / von welchen zwar hiernicht die grund-lehrcn sowol selbst als ihre pra- , .xiszu besehenvorkommcn. Von der Kinder- dm.taufte werden wir bey der Historie der Wieder- KL,lauster einige anmerckungen finden. Hier mag fe.gnugseyn aus öffentlichen schrifften die grosseunordnungund mißbräuchezu zeigen / mit wel-chen man solche heilig-genannte Handlungenfast ärger'prottltuiret hat als die Hcydcn ihregötzen. Denn da wird in öffentlichen gesctzenerwähnet/ daß nicht allein viel unchrrstlichemißbrauche und leichrstrrigkeit der da-bey-und umstehenden vorgegangen: son-dern es wird auch außdrücklich geklagt / daß«.-,bey vielen {>40 l)Od}u>uröittc©itcritntcnt^pff sr/der Heil. Tauffe um das einbinden / ge-schaffen,fchenck und sonderlichen Nutzens / etw.auauch unziemlicher prachts und hoffartswillen mit grosser menge der gebetenengevattern in ärgerlichen mißbrauch ge-zogen / und etliche hierdurch kramerey/fast dergleichen wie verrückter zeit dieMcß-psaffen im pabsthum dem^acht-mal des HErrn gethan f auffrichtetenund zu erbärmlichem anstoß dcr einfälti-gen einführten / und also denselben gleichsündigten / die mit dieser lerchtsertigkeitGotkcszornerreFten.(a)Was dicselcutt voreinen begriffvon dcr Tauffe gehabt haben müs-fcn/weiset dieses ihr gedachtes vornehmen klargnug/ ncmlich daß sie nit anders als die HeidenmitihrenAbgöttcr wuchernwollcn /unnichtal-leinihresecligkeit/sondernauchzcitlichen gewinndarunter gesucht. Wozu vielleicht ein grossesmitbeygetraaen/ weil dasgemeine volck gcse-hen/daß die Kirchen-diener selbst vor ihre mühegeld genommen. Laß dannenhero leicht zuschließen ist / es werde wenig gefruchtet oderden mißbrauch abgethan haben/wcnn man ver-ordnete / es sollten bey ioo. st. straffe übetz. gevattern zu einer kind-Tauffe von al--len ständen nicht gebeten werden, (b)Welches elend cinemverständigcn desto grössererscheinen wird/ wenn er den in der Abbildunggeschehenenberichtvomursprungdcrgevatternbey der kinder-tauffe gegen solche greulichemißbräuche halten mag.

(s) Lhms