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Gottfrid Arnolds unparteyische Kirchen- und Ketzer-Historie : von Anfang des Neuen Testaments biss auf das Jahr Christi 1688
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unter denen Rcformirtm/ sonderlich in Engelland. _719

stcyhcit.

Gacra-

nieiitoi.

Tauffe.

ZustandDer Predi-ger.

mm 5 fitß »cken/solche leute die mit einem ausseroroent-mdc' "lichen gM und uubetrüglrckm gaben außge-xxciix.rüstet waren-, uns dieses werde vor dem fallundderRoms hergehen.

Äß. Indenglaubms-articulnsiy nichtsgewißZm le-ttr«;» glauben und zu setzen / sondern es müstenGlaubens«allediefreyheit deß gewissens und derprophe-zeihung haben.

Die schrift melde nirgends was von dem sa-crament / uno weder von dem namen / noch^von der fache.

Die muffe sey kein zeichen oder siege! dergnade deß bundes.

Die ktnder-tauffe sey unrechtmäßig und an-».tichristisch/und sey eben so wol vergönnet einekatze oder Hund zutauffen/ alS em kinddergläubigen.

Auch die ungetauften und xrivar-personenkönren tauften und lehren.

Die wunder seyen ein wesentlich stück dertaufhandlung/^l-ttl,.xxvm.iA.

& sey in der schrrft ulchc verdötten/einenöfters zu tauften / uns sey eben so wol zugelas-sen/ als das abendmahl oft gebrauchen,abentmahl Die worr: Das ist mern leib: seyen nach dembuchstabenzuverstehen.

Es sey eben so nöthig/ein gtted der kirchenalsChristi zu seyn / und niemand könne seligwerden / er sey dann ein glied der kir-chen.

Die kirche in Cngelland sey ankichristischund teuflisch/ und sey schlechter dinges verbot-ren ihre diener zu hören.

Dieberuffung und ordinirung derkirchen-,.diener sey nickt im göttlichen recht gegründet;sondern sie würden wie einkaufmann/ buch-führer/schneiderundanderehandwercköleute»darzu gemacht.

Die besold ung vor die diener deß Evangel«/und sonderlich die zehenden seyen unzulaßig/jüdisch und antichristisch.

Diekirchenoienersolten arbeiten / und einepofeföon vornehmen / damit sie der kirchennicht beschwerlich wären.

Beruffund 19. Es solle kein unterschiedener orden Mi-men.ter den kirchendlenernseyn / sondern alle / die

gaben dazu hättmssotten aufder andern wählordentlich predigen/ beten/ tauften/ und als-..dann ftn ein jedweder in seiner stelle ein die-ner/ und an statt eines dieners.

Die Christen hielten alle tage gleich; undwaren eben so wenig an den sonntag als anandere gebunden.

Die Christen dürften nicht alle Wochen zu-«sammen kommen / und eine gewisse zeit be-ten und predigen nach der heyden gewon-

^Ewem jedweden sey vergönnet das Evange-lium zu predigen.

Prchne». Es sey auch den weibern zugelassen zu pre-

»digen/ wannfie/ wie die manner gaben hat-

" Es sey ein stück der freyheit/nicht einem eig-nen gewissen Prediger zu zuhoren/sondern woman belieben/ undwo man mehrnutzenda-

Jhrebe-

Wung.

Zck des

goites»

tsensts.

Ort.

von hoffe.

Es sey unrecht/ GOtt rn einen sogenand-ten heiligen ort zu verehren/ und wo die av-götterey sey qeübet worden/als in denen papi-ffischen kirchen.

Manmusseyhnevorhergehendesstudiren" Jahrund überlegen/predigen und feine gaben anst-" biß

üben/ und sey mcht zuvor ehe man rede zu be-" xxcnxdencken / was man reden wolle / weil es" Predig^der geist demselben augenblick offenbaren"wurde.

Es sey kernemenschliche gelehrsamkeit und" Gelehrsamlesung dersuLdorumvonnothen. Allebücher« tkit?und gelehrsamkeit muffe außgerouet werden «

Und daß man so grosse bücher schreibe/«und die gelehrsamkeit so hoch erhebe/ das"komme von der dürssrigkeit deß qeistes«her.

Etl. weiberhreltenvor unrecht/ einen pre« imwbntdlger öffentlich oder besonders zu hören/« frucht,weil sie nicht gleich seyn sollen den Werbern/«welche immer lerneren/ und nimmer zur«erkandtnüß der warheit kämen. -.Dm-iii.«

6. 7.

ro. Es sey gäntzlich unrecht predigen / als« Glaubens-in der kirche; sonde'rnsofern sey esvergönnek/« lrevhe«.wann man predige als ein wartender Wüler;«das ist.Christen sey nicht also zu predigen ver"«gönnet/daß sie etwas gewisses als einer!"schluß sitzten und bejaheten / sondern daß sie"der andern meynung auch darüber hörten/"und Mit ihnen darvoncliscurrirten.

Es sey unrecht das abendmahl zu geniesi" Reinigkeitsin / wo ein einiger gottloser darbey« ^raemei-

wäre» Absende-

Also sey es auch unrecht in gegenwarteines« ruug dergottlosin zu beten. bösen.

Alw sey es auch unrecht allein mit denen"zu beten/welche keine glieder der wahren/son-«dern der englischen wären.

Ob es wol vergönnet seyn möchte / mit al-«len Unterredung zu pflegen / so sey es doch uu-" gemein,recht mit denen zu reden/welche nicht einerley« schafft dermeynung haben/ ob sie wol sonst fromm/ und« heiligen,glieder einer kirchen seyn/oder auch mit ihnen"vor rffch zu beten.

Es siy unrechtmit andern/ob sie wol siom«seyn / und einerley meynung haben möchten/"öffentlich oder allein zu beten / wann solche"

Personen nit eben auch den unfehlbaren geist«wie die Apostel haben.

Die Christen dürften nicht alle tage zu be-« Geist desffimmter zeir/morgends und abends beten;« gebers.sondern wann sie der geist treibt/und wann«ein Christ in vielen Wochen den trieb oeß«geistesnichtenipfinde/ sodürffeer doch nickt«beten.

Dre gottlosen sotten gar nicht deren.

Die heiligen gelangeundpsalmenDavids« Ast.sotten nicht gesungen werden.

Die lieder / welcher sich dre Christen bedie-nen sotten/müsten solche siyn/welche sie selbst«auß eigenem trieb desgeiftesaemachr/ und"dieselben sotten sie nach dem besondern anlast"undgelegenhert darzu/in derkirche singen/da«dieandernstilleschwiegen.

11. Die liebes-mahle mit welchen das« Liebes-abendmahl zu ftyern siy / sollen allezeit« »radle,in acht genommen werden/ und durffren«alleindiegliederderkirchenbevdenselben zu-"gegen seyn.

Das regiment der kirchen siy bloß civil und"

Sechs oder sieben / welche sich als glieder«ineinenkirchen-bundvemnigerhätten/ die"

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