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Gottfrid Arnolds unparteyische Kirchen- und Ketzer-Historie : von Anfang des Neuen Testaments biss auf das Jahr Christi 1688
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Von d enen Wiedertäufern*

Theolo-

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Auff jh

reti Syn-odis.

?fvDc C nuM30 - rt &!C Wredcrtauffer sich beschwerten /ELü-vm daj) sie von den Schrissrgelehrten undDurch die Vharrseern / den nerdegsu prädrcankenPredigen verfolgt würden, (i) Von welchen nehm-licl) Die iOovigfeit JU solchen exrrernitätenauffgcreitzet worden. Man findet auch un-ter and.ern ein gesprach eines Predigers zuZurch mit einem gefangenen Wiedertaufferanno 1646. darinnen jener wider diesen lan-ge cfisputu'f / daß der Blutschänder beyden Lorrnehern härte sollen am lebengestrafft werden / weil er sich also ambesten hatte können bekehren - woraußer auff diesen schliesset / und endlich setzet :wer! ihr mit uns kerne gemeinschaffthaben wolt/ si> schlrest man euch bülrchvorn schütz / erhaltung und gemeinenUO Ne. Wesen auß. (k) Es gebens auch die vielfäl-Eu^?^ kigen Responsa . Leniuren und urtheile dererTheologen, auff welche die -Obrigkeit ammeisten rectectert ; daher so vieler Synodo,rum gedacht wird / worinnen die Cleristybey der Obrigkeit umb tilgung der Wieder-tauffer inständigst angehalten / als da warder zu Franequer anno 1602. der zu-warden anno r6os.zu Harlingenanno 1610.zu isneeck 1614. zu Boltzward 1608. und1629.^511 Franequerl644.rc. Manhatauchaußdi ücklich gesetzt / wann man die Blut-urtheile wider sie rechtfertigen wollen: Einehohe Obrigkeit müsse das ansehen er-halten / und wo nöthig / das schwerdtund gemalt brauchen / wie sie nehmlichanno 1614. an Hans Landis einem Wieder-tauffer gethan/ der zuZürch enthauptet wor-den. (l) Die bewegungs-ursachen / die derObrigkeit vorgestellet worden/ sindunteran-dern gewesen / weil sie eben wie die Re-forrnirtett eigene Synodo« nach gefallenanstellten / und darinnen noch glück-licher wären als jene / weil sie die Su-periores nicht einmahl umb conscns an-shrachen.(m)Worauß man sich nemlich be-sorget hat / die ordinarii möchten dabei) scha-den leiden. Von ihrer gefahr wegen der So-dnianer werden wir im folgenden.Capitelhören.

{i)Ap,Ottium l.c. x.rrl. & 251. (k) Ibid p.jiS.jt®.(I) Hornbekiusi.c.p,369.37°- ( ra ) Ibid.i.c.Conf. G.Vo£ciusPolit.Eccl.P.I»Lib IV, Tra-itat,i,c. 9 .p.j 39 .

28. Es ist auch freylich auff der Predigergutachtenund anstifften geschehen /daß mandiese leute met gewalr zum kerchen gehenzwin-gen wollen. B' E> Wann man 5. pfund gel-dcs zur straffe angesetzet / wann einer nichtzur kirchen käme / und wann er das andere-mahl nicht käme/10. pfund / das drittemahl1 s. pfund u.sf. (n) Ja man hat sie mitgewalr in die kirche geschleppt/ da dann die-se auff die erde niedergefallen / und durch-aus nicht zuhören wollen / ^auch über sol-chen Gewiffcns-zwang sich höchlich beschwe-, rct. so) Man hat sie auch nur mit dieserh^ingung im lande dulden wollen / wann sieced ' urc 0 ' öie kerchc giengen / stuefj bey erfolgenderWer sie. Weigerung fortgejagt. (?) Was aber die ge-

In ihrenbluk-ur-

^ Zwangzum kir-chcngc»'heg.

gcmeMiglich angeführet / wie selbige nichtso wol umb ihrer lehre / als umb deß unge-^.^ohorsams / Halsstarrigkeit und dergleichenwellen ergeengen : Dagegen aber diese im-merzu über Ungerechtigkeit / falsche bescßul-digungen und dergleichen geklaget. SiesmdVerfobaber dißmahl so wol als im vorigen leculogungenhin und weder / sonderlich in der Schweitzan haab und gut / an leib und lebenstraffet worden / darvon auch öffentlicheEdicta herauß gekommen, (q) Der gedach-te Landes wurde von dem Blut-rath zuZürch öffentlich enthauptet / welchen todEnt.er auch mir grosser fteudigkeet außstunde.haup.Der Rath conälcirte darzu seine guter /tung.und verfolgte seine nachkommen gleichfalls.

(r) Von andern wird gedacht/daßdaselbst,. .denen Weedertauffern über 80000. Reichs-thaler an geld und andern güternabgenom--/^"^"men / sie selbst in grosser anzahl auff viel»jähr lang gefangen gesetzet worden/darin«».Gcfäna»etliche gestorben/ die andern mehr todt als niß.lebendig gewesen / eine schwangere stau»,hätte in ketten und banden müssen geba- ,»ren/und im kindbert ligm/rc. (§)

jn) Editurn Tigur. ap. Ottiump, 209. ( 0 ) ib-p.joff.

(p)p. 3 J 9 - (q) Ibid.p.210. 211. (r) Ibid. p.üj»,t3f.z40.1ss- 297. See. (s) Joost HendriksWiederlegung der gründe ßoncemps ibid»

P 256.

29. InEngetand sind die Wiedertäuffergleichfalls mit c^nKscsrion ihrer guter/ undLandcs-verweisüng beleget worden. (Y Ja 11 on *in Polen / allwo die Sodnianer unter ihremnamen meist verstanden worden / hat man vmvci»die bcgierde nach ihren gütern so gar öffent- sung.lich verrathen / daß auch etliche /^nachdemein Edict wider sie herauß gekommen / als-bald die güter außgebetten. (u) Womitdann diegreuleche Ungerechtigkeit und tyran-ney sampt dem geitz / so wol unter Papistenals andern iecten/offenbar lich an tag gelegrkworden. Die Rcformirte Clcriscy hat auchohne scheu und scharn der Obrigkeit offt weißgemacht/ als wann die vorenthaltungWich»solcher guter das gewissen gar nicht be-träffen/ viel weniger verletzeten / jauchtman könre sie nicht allein vorenthal- cMtt.ren 1 sondern auch gar dem k isco zu-schlagen. (x) Und also ist es durchgehendsüber diese leute hergegangen. Daß man sieso wo! am Gut / als an Leib und Leben ver-derbet / mit gefangnuß und andern plagenlange zeit zum wiedcrruff zwingen wol-len / auch wol auff die Galeen geschmie-det/ (y) zum wenigsten deß Landes ver-wiesen/ (z) oder sie sonst loß zu wer den gesu-chet. Unter den Papisten ist leicht zu er ach-ten/ daß es nicht besser ergangen. In Mäh-ren sind sie anno i6or. vorn Kayser Rudol-p ho 1 1 . auß dem gantzen Lande / wre auch Sxm?auf/ Oesterreich verb.annct worden / wicwolsie sich noch eine zeitlang auffgchalkcn/ biß siehernach anno 1622.gegen den wintcr en grosseme lend / frosi und Hunger alle mitcenander wei-chen / und ihregüterstehen laffenmüffen / da^dann in die so.Familiennach UngarnundSre-benbürgcn gezogen. (-)

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waltsarmn proceduren selbst br trifft / hat man'berwurgm gezogen, [aj

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