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Gottfrid Arnolds unparteyische Kirchen- und Ketzer-Historie : von Anfang des Neuen Testaments biss auf das Jahr Christi 1688
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TH.1I. Buch XVII. Cap.xvii

s«ht»oe..,noch fehl darinn. (0 So redet er auchriß mdc r c u y offte wider die gewöhnlichen lerbes-lrras-/als wenn er saget: ..Wir sollen Juri-Leibes, ßen ftyn nach dem Neuen Testament / undfegen nieder das gantze Recht Justiniani.

.Denn CHRistus führet uns zu einem ge-' *schriebenen Gesetz/welches wirnichtleugnen

können/als h4atlh. Vlt. Alles was ihr wol-1 ^ ,cyn«

letrc. Und ^l--tR.XVin. lehret Er/daß wir i können/ die dem andern das seine nehmen/<-den sünder sollen suchen/heilen und bekehren/! um dorff/stadt/ land / rc. seid-schlachten"nichthmwerffen/verdammen/tödten. Denn thun. Alle gläubigen sind Könige/Prie-«atodten ist heidnisch/nichtChristlich gehandelt/und ist wider das licht der natur. Der Heyde

und bezeugen / daß sie weder CHRistum«^..noch die Schrifft erkannt haben. Denn»??^wiesolte die Schrifft erfüllet werden ?fpvacfe ttLXXXVUI 'CHRistus zu Petro Matth. 26 . der mit"dem schwerdte drein schlagen wolte/dasist/»wie solte CHRistus bey denen seyn / die"um zeitliche güter kriegen/ oder/ wie sollen«die ein volck des Neuen Testaments seyn«

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fustinianus will das böse straffen mit dem,, strange/schwerdt und feuer: Christus wil densünderbekehret haben/ daß er sich bessere und lebe. Was ist das für eine busse oder besse-rung/den dieb hencken/und andere stehlen im-mer hernach. Das fänffte gebot/du soltnicht todten / ist noch von keinem Juristenverstanden worden / denn ihrer keiner er-kennet CHRistum . (g) Der falscheibeo-iogu5 samt öfm Justiniano frnt) widerChri-stum gantz und gar / sie todten den sünder; justinianur kömt/ und spricht ihm das lebenab/ der falsche Theologus billigets/undver-tröstet den sünder/er solle sich hencken oder köpffen lassen. Er, solle es geduldig leiden/so werde ihm die fünde vergeben / welchesgantz wider das Evangelium ist / und widerdas Licht der Natur, (h)

(e) Post. P.I. p. 6 ;. (d) P, II. p. 33r. (e) lbid.p.ifj. (f) Ibid. p.33g. (g) P.III, p> 48.(h) P.Il. p.jji.

Selbst, 43 Von der selbst-mche / dem krieg-rache. und soldaten- leben lehret er / sonderlich vonden so genannten Rcligions-Kriegen:WiltVon Re» meynen/daß diegliedmassen der heiligen

Wons. »kirchen CHRisti um den Glauben und zeit-krieZm.liche guter fechten. O das sey ftrne/dieglie-s derber falschen kirchen rächen sichselber/röd-ten/kriegen/morden um land und leute/lassenihnen ihre falsche krLolicanten hersirgen vonCHRisti Tod und Leyden/ hören sie beich-,> ten/nehmen das Sacrament beyde parrhey- en/darauffziehen sie imnamenCHRisti. ins»Teuffels namen) zusammen/und schlagen ei-nerden andern todt/dasseyndnichtglicdmas-,-senderChristlichenKirchen/dieden Glauben mit krieg/nrord/schwerdr vertheidigen;-..re^csrecht/ CHRistus und seine Apostelnwaren nicht wie ein gedulrig Lamm in den»rtod an das crcutz geschlagen / sie hättenauch gewaltgebraucht/ und die hmschaff-^ten um hülffe angeschrien. (-) CHRistiAnder» leben wird ausdrücklich erkläret in gelassen-heit des willens /und der güter zu wandelnschlaaen sanfftmuth/gedult/in sriedfcrtigkeit zu blei-ben/ niemand mit gewalt zu wiederstehen/sich nicht zu rächen an den feinden/ von sei-nem rechten weichen / das alles erfordertdas leben CHRisti / und also wird dieschrifft erfüllet / die da den Glauben an CHRistum und sein Leben fürhalt. Wiedürffen denn nun diejenigen sich CHRistioder des Glaubens rühmen / welche umb land und leiste kriegen und feldschlachtenthun/ sie sind gantz wider den Glauben/das ist; wider CHRistum und sem Leben/

thun. Alle gläubigen sind Könige/Pne-"äGM.ster und Herren durch den Glauben nach"grwaitdem inwendigen menschen/abernach dem aus-»"« «achtfern menschen sind sie nichrPriesiet/Köniae 0 -«Ari-der Herren / sie haben ferne gewalt ju {er»* 1,scheu über die fünde / sie wiederstehen nie-«mand/siesind gehorsainund umerrhan allen»menschen. (0

(i) P.I. Postill p.gö,S7.

44 ., Von dem besitz und gebrauch weltli-DuW»,cher guter halt er davor: «Daß/wenn man »chcr/m.um täglich brodt bitte/ man nur die tägliche' f WNahrung bloß ohne alten üverfluß begehre/«SJJLdaß man keinen Wucher treibe/ keinen vorrath »schaffe auffkünfftige zeit. Es feist keinzinß/«rent/noch schatzung machen/sondern vermaß"sen also leben/als haben wir morgen nichts/«der auff vorrarh dencket/ und macht eigen-»rhum/darffnicht beten umbs tägliche brodt/»kan auch nicht beten/und istkein kind Gottes/«und versorget sich selbst/wer sich selberverso>-''Geitz m

get/mitgeitz/vorrath/wucher/rent-zinsen/der"Ba!!ch.darffnicht sorgen/ er dienet Gort mit dem«sW'maul/ dem rnammon mit dem herben/ und"wird ihm letzlich keiner helffen/svas wir haben«soll frey seyn/als sey es nur ein tag-werck/nur«blosse nothdurfftzurdecke des leibes/nicht zur«hoffart/zur täglichen nahrung.(K) Keinersol« Kmff-gedcncken er wolle das kind JESUM ßn-«MOaftden in grossen kauff-und handel-stadten/ da«man in bctrug/geitz/wucher/schinden/schaben» H"Ml«lebt/und inallerungerechtigkeit/ ja er findet»^'nicht allein CHRistum daselbst/sondernvee-«leuret auch den siern / der da solte zu dem«kindlein führen und leiten. Denn wie die«

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Weisen CHRistum nicht finden zuJeru...lembeyHerode/und bey denSchriffcgelehr-"ten/und verlohren den siern dazu / eben also»wird csauchgeschehen/deli derzeuchtingros"se Handels-stadte / oder in die hohe schule/«und wil nach CHRisti Leben fragen / oder«nach den Glauben/ erwird nichts davon fin-»den/ man wird daselbst nichts wissen was«der Glaube oderCHristus Leben sey/und der«Stern wird ihnen dazu verlohren seyn. (l)''°Und endlich auchvom Ehe-stande: Es ist"

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tige fromme Eltern durch schickung GOttcszusammenkommen/ in aller surcht GOttes"nach den willen Gottes/ daraus werden trcff-«lichcLeutegebohren/ als Abraham/ Jsaac/»Jacob/Samucl/Mose/David / Salomon;»und ist eine menschlicheEhc/da man nurin der«lust-seuche zusammen komt/und wie das viehe«beysammen wohner/alsda ist derHeyden ehe«

undallerUrtglaubigen/diedaaussteisichliehem»

willen gesehtcht/und ist der mehrere theil in «Welcheder welt auch unter den veMeimen Evan-''cme twgelischen der Ehestand eine erbare HurereiC'^o