Aufbewahrung und Erhaltung der Autographeii.
Die innere stille Freude, welche der Sammler über die von ihmoft mit grosser Mühe und bedeutenden Kosten zusammengebrachtenautographischen Schätze empfindet, wird ausserordentlich erhöht, wenndie äussere Aufstellung eine angemessene Form besitzt und damit hin-reichende Zweckmässigkeit verbindet, so dass das Ganze beim Be-schauen einen wohlgefälligen Eindruck gewährt. Sind sie überdiessvollkommen gut geschützt, dann braucht man um ihre Erhaltung nichtbesorgt zu sein und ihr Werth wird dadurch nur vermehrt.
Der angehende Autographenfreund, dessen ganzer Besitz vorläufigaus einer nur kleinen Anzahl von Handschriften besteht, wird sichschon damit begnügen, sie in eine gewöhnliche Mappe in Quart oderklein Folio, inwendig mit Papier- oder Leinwandklappen, ausserhalban drei Seiten mit Bändern zum Zubinden, in der Art, wie man sie zurAufbewahrung von Kupferstichen benutzt, einfach alphabetisch einzu-legen. Man lässt sich zu diesem Zweck wol auch Bücher von blauemoder anderem farbigen Papiere mit Falzen anfertigen, um sie nach ir-gend einer angenommenen Ordnung dazwischen zu bringen; wächstdie Sammlung jedoch schnell an, so schwellen die Bände unangenehmauf, gewähren keine Sicherheit gegen das Herausfallen und machenneues Umordnen öfter nöthig.
Ein ganz anderes Verfahren muss daher bei einer grösseren Samm-lung beobachtet werden.
Vor Allem unterwerfe man die einzelnen Schriftstücke einer ge-nauen Durchsicht, bessere ausgerissene Papiertheile, was insbesonderebei Briefen öfter vorkommt, mit ähnlichem Papier, um den Defect un-sichtbar zu machen, sorgfältig aus, schütze ältere,, die häufig mit durch-geriebenen Brüchen erscheinen, mittelst schmaler Streifen womöglich