Vom Wesen des Autographen.
47
Amtliche Dokumente Moltkes tragen nur die Unterschrift desgroßen Strategen. Als Autographen, die er bereitwillig hergab,prägte er eine treffende Definition der Strategie oder er schriebseinen berühmten Wahlspruch „Erst wägen, dann wagen“ oderdie Übersetzung des alten Sprichwortes: „Si vis pacem, para bellum“oder einfach seinen Namenszug mit Titel, Ort und Datum nieder.
Abb. 8.
Anerkennungs- und Dankschreiben erließ Moltke eigenhändig, bisihm sein Neffe, Major Helmut von Moltke , als Adjutant beigegebenwurde. Dieser schrieb ganz ähnlich und nahm daher dem greisenOheim den größten Teil der Korrespondenz ab. Seitdem beschränktesich der Feldmarschall auf die Unterzeichnung der vom Adjutantenausgefertigten Schreiben, ebenso wie Hindenburg unter die mitder Maschine geschriebenen Dankschreiben seinen Namenszugsetzte. —
Einen weiteren Schritt zum Besitz einer wertvollen Sammlungbedeuten eigenhändige Bruchstücke, Notizblätter und Quittungen.Gewiß, eine von Bach, Lessing oder Schiller ausgefertigte undUnterzeichnete Quittung stellt keine besondere Emanation ihresGeistes dar; aber spricht nicht auch aus den Schriftzügen einerSchillerschen Quittung das Genie des edlen Dichters? Sind’s nichtdieselben Schriftzüge, in denen der „Wallenstein“ niedergeschriebenward? Hat nicht dieselbe Hand, die den „Teil“ schrieb, diese paar