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Handbuch für Autographensammler / Eugen Wolbe
Entstehung
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Erstes Kapitel.

sehr oft auf dem Goldschnittblatt des Autographenalbums denGeistesbankrott an. Es ist noch gut, wenn ihnen wenigstens einSpruch von Goethe einfällt. Dieser Unsterbliche, der nach dembekannten Ausspruch eines anderen großen deutschen Dichtersalles Vernünftige, was gesagt werden kann, im ,Faust 1 nieder-gelegt hat, verstand es, für alle Lebensverhältnisse passende, indie knappste Form gebrachte, verblüffende Gedanken aus demÄrmel zu schütteln, und in Anbetracht seines Weltkredits ist esnichts weniger als eine Schande, bei ihm eine Anleihe zu machen;im Gegenteil: ehrt dies nicht den Epigonen, der sich in seinemHerzen mindestens für ebensoviel wie — Goethe hält?“

Goethe bemühte sich, jeden Bittsteller mit einem andernAlbumblatt zu erfreuen.- Lessing hat — soweit es sich ermittelnläßt — den folgenden Spruch von Horaz noch in mehrere andereStammbücher eingetragen:

„Horat.

Omnis Aristippum decuit color et Status et res.“

Geibel, Fontane, Ebers, Raabe, Rosegger , Wilden-bruch und Sudermann schrieben sich in jedes Album mit einemanderen Spruch. Felix Dahn ist in Dutzenden von Sammlungenmit dem nämlichen Wort vertreten:

„Das höchste Gut des Mannes ist sein Volk.“

Der aufmerksame Leser findet aber auch in den Stammbuch-blättern von der Hand der verschiedensten Urheber eine gewisseGedankenharmonie. Emilie Uhland schreibt am 9- Mai 1849 inFrankfurt a. M. in ein Stammbuch:

„Ein weinend Kind lagst Du auf Mutterschoß,

Als lächelnd rings umstanden Dich die Deinen.

O, lebe so, daß wenn erfüllt Dein Los,

Du lächeln mögst, wenn alle um Dich weinen.“

Ludwig Uhland setzte am 22. Mai darunter:

„Inzwischen wandle frisch hinan

Die wechselvolle Lebensbahn,