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Handbuch für Autographensammler / Eugen Wolbe
Entstehung
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Erstes Kapitel.

Kleist vor seinem Selbstmorde wird jeder Sammler einem ge-schäftlichen oder literarischen Briefe des Dichters vorziehen. Beiden Staatshäuptern werden Briefe und Urkunden aus ihrer Regie-rungszeit bevorzugt; ihr Wert steigt mit der Kürze der Regierungs-dauer. Eigenhändige Briefe des Kaisers und der Kaiserin Friedrich aus den 99 Tagen sind bisher im Handel kaum vorgekommen.Autographen der Kaiserin Auguste Victoria aus Amerongenund Doorn gehören gleichfalls zu den allergrößten Seltenheiten.

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Abb. 11.

Eine autographische Kostbarkeit ersten Ranges stellt ein Tele-gramm dar, welches Kaiser Wilhelm I. am 23 . Febr. 1888also 3 Wochen vor seinem Tode an seine Schwester Alexan-drine zu ihrem 85. Geburtstage niederschrieb. Er erwähnt darinseinen in der Ferne weilenden todkranken Sohn und seine TochterLuise, die vom Besuch des der Sprache beraubten Bruders an dasSchmerzenslager ihres zweiten Sohnes Ludwig eilt (vgl. Abb. 91 ):

Der Großherzogin Mutter in Schwerin .

Meine Dir gestern schriftlich ausgesprochenen Gesinnungenund Wünsche wiederhohle ich heute am lieben Tage nochmals.Luise hat Fritz bei der beschleunigten Rückreise nach Freiburg sehr gut gefunden und schriftlich conversirt, alles am 20Ihr Sohn war gestern Abend etwas besser.

Wilhelm.