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Zweites Kapitel.
Das heißersehnte Autograph hat für den Augenblick vielleichtgroße Freude bereitet. Kaum ein Jahrzehnt später ist es nichtdas Papier wert, auf welchem es der Autor niederschrieb. Werwürde noch Autographen von Rellstab , Streckfuß, Deinhard-stein, Adolf Bube , Fitger , Rollet, Ludwig Pfau , Luise Mühlbach , Friedrich Hofmann und anderer gefeierter, heutelängst vergessener Schriftsteller der sechziger und siebziger Jahreerwerben wollen? (Abgesehen natürlich von den etwa noch leben-den Familienmitgliedern dieser Berühmtheiten von einst.) Auto-graphen der Berühmtheiten von bleibendem Ruf sind solange sie
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Abb. 19.
leben und kurz nach ihrem Tode in der Regel für einen so gering-fügigen Preis erhältlich, daß der Sammler jenen Herren und Damenwahrlich nicht lästig zu fallen braucht.
Sammler und Nichtsammler, namentlich die Erben hoherMilitärs und erfolgreicher Schriftsteller und Künstler, die über einewohlgefüllte Schatzkammer handschriftlicher Andenken verfügen,werden häufig um Überlassung „entbehrlicher“ Blätter gebeten.Die Erfahrung lehrt nämlich, daß das Genie auf die Aufbewahrungempfangener Briefe von mehr oder minder bedeutenden Wander-genossen keinen Wert legt und diese Zuschriften jedem verehrt,der sie erbittet.
Die Erben Schillers zerschnitten die Unterlassenen Papiere