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Handbuch für Autographensammler / Eugen Wolbe
Entstehung
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130 Drittes Kapitel.

Linnö, Melanchthon und Schopenhauer vorhanden. Imganzen wies Mörikes Sammlung 954 Katalognummern auf.

Nach Mörikes Tode war ein Teil seiner Autographensammlungin den Besitz des Präzeptors C. F. A. Kolb (t 1880) übergegangen.Im Jahre 1891 wurde die ganze Sammlung bei Liepmannssohn inBerlin versteigert.

In der glücklichen Lage, bereits in einer Atmosphäre literarischerund künstlerischer Interessen aufwachsen zu können, war derösterreichische Sammler Major Alfred Ritter von Franck(18061884). In seinem Wiener Elternhause verkehrten Beethoven,Schubert, Grillparzer , Lenau und viele andere berühmte Zeit-genossen. Der Vater besaß eine Sammlung von Porträts in Holz-schnitten und Kupferstichen kein Wunder, daß die Lust amSammeln wertvoller Andenken an berühmte Persönlichkeiten auchauf den Sohn überging. Dieser wäre vielleicht gleichfalls Kunst-sammler geworden, wenn ihn nicht die beiden Brüder Collin, zweiSchriftsteller, zum Erben ihrer sorgfältig aufbewahrten Korrespon-denzen eingesetzt hätten. Beide hatten mit Staatsmännern, Schrift-stellern, Gelehrten und Künstlern auch mit dem WeimarerMusenhof korrespondiert. Da Matthäus von Collin Erzieher amKaiserhofe gewesen war, so fanden sich in seinem Nachlaß eineMenge Autographen des Herzogs von Reichstadt. Das damaligeoffizielle Österreich war fast lückenlos vertreten. Alfred Francksuchte sich die besten Stücke aus, vereinigte diese zu einer syste-matischen Sammlung und stellte aus den zahlreichen DublettenPäckchen zusammen, die er an Freunde und Bekannte verschenkte.Diese Interessenten suchten in ihren Bekanntenkreisen alle mög-lichen Autographen aufzutreiben und verehrten diese dem Spenderals Gegengabe. Die mit den Dubletten Beschenkten wurden ihrer-seits mit der Zeit begeisterte Autographensammler.

Dank der lebhaften Unterstützung durch seine im Staatsdiensttätigen Brüder und durch seine Freunde gehörte Franck bald zuden bedeutendsten Sammlern Deutschlands . Mit seinen großenfranzösischen Kollegen Feuillet de Conches und Marquis deChateaugiron stand er in freundschaftlichem Tausch verkehr.