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Handbuch für Autographensammler / Eugen Wolbe
Entstehung
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Drittes Kapitel.

als 700 Musikautographen, darunter mehrere vollständige Parti-turen. In seinem Todesjahr umfaßte die Sammlung nahezu andert-halbtausend Nummern.

Zu den freigebigsten Beiträgern zu dieser Sammlung gehörteFelix Mendelssohn-Bartholdy , den Fuchs seit dem Jahre 1830kannte. Bereits im Juli 1831 sandte Felix aus Mailand Auto-graphen von Rossini, Bellini, Mercadante , aus Paris solche vonAuber, Hiller, Liszt, Adam.

Mendelssohn selber war ein großer Autographenfreund. Als ersich im Jahre 1836 verlobte, fand er kein passenderes Geschenk fürseine Braut als ein Autographenalbum, enthaltend Originalkompo-sitionen der ersten Tonschöpfer. Fuchs steuerte aus seinem reichenDublettenschatz hierzu bei. Es ist anzunehmen, daß sich Felix Mendelssohn erkenntlich zeigte, denn ihm flössen die kostbarstenMusikhandschriften mühe- und kostenlos zu. Mit leisem Neidewird heute mancher den Brief lesen, den Felix am 18. Juni 1839an Fanny Hensel richtete:

Gib mir einmal einen guten Rat! Der tolle Kapellmeister Guhrist mein Spezialfreund geworden; wir vertragen uns wie die Kanin-chen, und neulich, als wir ganz vergnügt und kordial waren und ichihn so sehnsüchtig nach seinem großen Haufen Bachscher Raritätenfrage, worunter er zwei Autographen hat, nämlich die SammlungChoralvorspiele für die Orgel und die Passecaille mit einer großenFuge hinten dran, sagte er mit einem Male: .Wissen Sie was?Nehmen Sie sich eins von den beiden Autographen mit, ich willsIhnen schenken. Sie haben doch eben so viel Freude dran wie ich;wählen Sie sich, welches Sie wollen, die Passecaille oder die Prä-ludien.* Das ist übrigens gar kein Spaß, denn ich weiß, daß ihmein gut Stück Geld für die Sachen geboten ist und daß er sie nichtverkauft hat, und ich selbst hätte sie ihm gut bezahlt, wenn sie ihmfeil gewesen wären, und nun schenkt er mir es gar. Aber nunist die Frage, was nehm ich? Ich hab : viel größere Lust zu denOrgelpräludien.

Gleichfalls Musik- und Musikerautographen obendrein aufengbegrenztem Gebiet häufte Carl Meinert in Dessau auf, der