Buch 
Handbuch für Autographensammler / Eugen Wolbe
Entstehung
JPEG-Download
 

188

Viertes Kapitel.

X. Berühmte Frauen.

XI. Musiker.

Innerhalb dieser Gruppen unterschied Bovet nach Nationalitäten;bei diesen ordnete er chronologisch, nach den Geburtsdaten derUrheber.

Da sich Bovet angesichts des fast unübersehbar gewordenenSammlungsbestandes auf Musiker zu spezialisieren beabsichtigte,ließ er am 18. und 19- Februar 1884 seine Schätze zunächst dieersten vier Abteilungen durch Maurice Delestre und EtienneCharavay versteigern.

In Deutschland verfügte der Berliner Bankier Alexander Meyer Cohn 1 ), ein humanistisch und literarisch gebildeter, fein-sinniger Mann, über die bedeutendste Autographensammlung,deren Katalog er im Jahre 1886 gleichfalls nur für Freunde undSammelkollegen, nicht für die breite Öffentlichkeit drucken ließ.Meyer Cohn sammelte streng systematisch. Unter dem Gesichts-punkteGoethe trug er tatsächlich alle Namen zusammen, dieirgendwie Goethes Lebensbahn kreuzten.

\ Der Katalog durfte sich zwar nicht an Ausstattung, wohl aberinhaltlich seinen beiden Vorgängern im Auslande würdig zur Seitestellen, ja, er hat diese vielfach übertroffen. Die Stücke sind chrono-logisch angeordnet und nicht nur genau beschrieben, sondern auchteils vollinhaltlich, teils auszugsweise wiedergegeben. Vom 23. bis28. Oktober 1905 hat J. A. Stargardt auf Veranlassung der Erbendiese 3391 Nummern umfassende Sammlung versteigert; ErichSchmidt hat den für die Auktion hergestellten Katalog mit einerEinleitung versehen (vgl. S. 606 ff.).

Nach dem Vorbild der französischenGesellschaft der Auto-graphenfreunde versuchte es Meyer Cohn zunächst, auch die inBerlin und in den Vororten wohnenden Handschriftensammlerzu einer zwanglosen Vereinigung zusammenzuschließen. Es galt,die beim Sammeln gemachten Erfahrungen auszutauschen, wert-volle Stücke wissenschaftlich zu verwerten, Falsifikate als solche

J ) Vgl. Seite 476.