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Handbuch für Autographensammler / Eugen Wolbe
Entstehung
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Sechstes Kapitel.

Bei dem letzten Besuche in Weimar zeigte sich Goethe für dieihm bereiteten Kunstgenüsse erkenntlich, indem er dem jungenKomponistenetwas Bedeutendes wie er sagte schenkte,nämlich einen ganzen Bogen aus dem Faust-Manuskript (vgl. S.217).

Dem treuen Eck er mann, der Goethes Sohn August auf dieReise nach Italien begleiten soll, überreichte der Meister zumAbschied ein Stammbuch, in welchem er sich mit den Worten ver-ewigte: Es geht vorüber eh ichs gewahr werde,

Und verwandelt sich eh ichs merke.

Hiob. Den ReisendenWeimar , den 21. April 1830. Goethe.

Dem Studenten Thomas Hippius schrieb er den folgendenSpruch ins Stammbuch:

Quo magis res singuläres intelligimus,eo magis Deum intellegimus.

An Frau Senator Stock in Frankfurt , in deren Hause Frau Ratund später, gelegentlich ihres Besuches, auch Christiane und August,viel Freundschaft und Liebe erfuhren, sandte Goethe zu Neujahr1806 dankerfüllt ein Albumblatt mit den Versen:

Was uns Günstiges in fernen LandenAuch begegnet, sehnt, bei allem Glück,

Doch das Herz zu seiner Jugend Freuden,

Zu dem heimischen Kreise sich zurück.

Weimar , den 1. Jan. 1806.

Seiner Jugendfreundin der Frau Senator Stocksich bestens empfehlend Goethe.

Aus der großen Zahl der Albumeintragungen von Goethes Handseien die folgenden aufgezeichnet.

Für Lenz in Straßburg (Mai oder Juli 1775):

Zur Erinnerung guter Stunden,

Aller Freuden, aller Wunden,

Aller Sorgen, aller Schmerzenln guten, tollen Dichterherzen.

Noch im letzten AugenblickLaß ich Lenzen dies zurück.