Buch 
Handbuch für Autographensammler / Eugen Wolbe
Entstehung
JPEG-Download
 

240

Sechstes Kapitel.

Wäre doch dies Blättchen größer!Sagt ich mehr und sagt es besser;Da es aber gar zu klein,

Sag' ich nur: Gedenke mein!

Weimar , April 1815.

Für Fräulein von Schiller (10. August 1819):

Weil so viel zu sagen war,Wußt ich nichts zu sagen,

Ob die Blätter gleich ein JahrMir vorm Auge lagen.

Jetzo, da Du sie entführt,

Mag die Feder walten:

Denn es bleibt, wie sichs gebühr,Immerfort beim alten.

Milde zum VerständlichenWird die Mutter mahnen,Deutend zum UnendlichenAuf des Vaters Bahnen.

Für Walter von Goethe (April 1825):

Unter einem Spruch von Jean Paul Der Mensch hat hier dritt-halb Minuten: eine zu lächeln, eine zu seufzen und eine halbe Minutezu lieben; denn mitten in dieser Minute stirbt er:

Ihrer sechzig hat die Stunde,

Über tausend hat der Tag.

Söhnchen! Werde Dir die Kunde,

Was man alles leisten mag.

Für Carlyle und Frau auf eine zierliche Visitenkarte (Weimar ,den 20. Juli 1827):

Augenblicklich aufzuwarten,

Schicken Freunde solche Karten;

Diesmal aber heißts nicht gern:

Euer Freund ist weit und fern.

Für Caroline Ulrich, die spätere Gattin des Geheimen Hof-rats Riemer, verfaßte Goethe die folgenden Verse, welche unterder AufschriftStammbuchsweihe Aufnahme in seine Werke

fanden: ,, ,

Muntre Gärten heb ich mir,

Viele Blumen drinne,

Und Du hast so einen hier,

Merk ich wohl, im Sinne.