Echtheit und Fälschung.
377
sowie Pläne weiterer Theaterstücke und andere Beweise tür dieWahrheit seiner nunmehrigen Behauptungen. Mr. Wallis bewahrteaus Schonung für die beiden Irelands Stillschweigen über die ihmabgelegte Beichte. Den übrigen Ausschußmitgliedern antworteteer ausweichend, er halte den „großen Unbekannten“ für nicht ge-nügend geschützt, um schon jetzt seinen Namen der Öffentlichkeitpreisgeben zu können.
Da das Geheimnis trotz des Ausschusses anscheinend nicht zuergründen war, setzte ein wahres Kesseltreiben gegen den altenIreland ein. Malone und seine Leute überschwemmten die Zei-tungen mit Artikeln gegen den alten Herrn, der schließlich beiFreunden in Berkshire Zuflucht suchte. In einem demütigen Briefebat Ireland den grünen Bengel um endliche Aufklärung (“I haveno rest, either night or day“), da laut Andeutungen in den Zeitungenanscheinend andere bereits um den wahren Sachverhalt wissen.
Das beste war’s, dem Vater die Wahrheit zu enthüllen. Auf denRat von Mr. Wallis bekannte er sich in einem langen Schreiben anden Vater als den Urheber aller neu aufgetauchten Shakespeare-Manuskripte.
Nach dem Empfang des Briefes suchte Vater Ireland sofortMr. Wallis auf und erklärte das angebliche Geständnis seines Sohnesfür eine Täuschung: er (Ireland sen.) sei nach wie vor von derEchtheit der Manuskripte überzeugt!!
Als auch diese Offenbarung nichts half, ließ Ireland unter seinemNamen eine 43 Seiten lange Broschüre unter dem Titel: „Authen-tischer Bericht über die Shakespeare-Manuskripte“ drucken; die500 Abdrücke waren so schnell vergriffen, daß der Ladenpreis inner-halb weniger Tage von 1 Schilling auf 1 Pfd. Stlg. stieg.
Die Flugschrift hatte mehrere Gegenschriften zur Folge, vondenen die meisten zum Teil in begeisterten Worten für die — Echt-heit der Shakespeare -Manuskripte eintraten! Andere wiederumgriffen den jungen Fälscher aufs heftigste an. Darum faßte dieserdie Entschuldigungsgründe für seine Mystifikation noch einmal ineiner „General Apology“ zusammen, die in der Erklärung gipfelte:„Ich beabsichtigte nicht, irgend jemanden zu schädigen.“