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Vierzehntes Kapitel.
seint wir erbottig, das Mahlen zu bestellen, bitten aber freundtlichE. L. wolle eine solche histori, welche in der Vertzeichnus noch nitvorhanden, eligirn, hirin ertzeigen E. L. vns sonderbare freundt-schafft“ etc.
Als der Kurprinz nach fast fünfviertel Jahren noch nicht ge-antwortet hat, mahnt ihn Herzog Philipp, datiert 9- August 1617,indem er das erwähnte gedruckte Verzeichnis abermals beifügt,„mit andeutung, daß die Masse von dem Stücklein also zu verstehen,das die gemahlte Figur der große sein müsse, vnd gleichwol einRandt nebenher zu lassen, damit er im einbinden ohne Verletzungkenne beschnitten werden“.
Vier Wochen später darf Hainhofer einen Einblick in das Album 1 )tun. Er schreibt darüber vom Jagdschloß Friedrichswald ausunterm 9- September 1617:
„Darnach hat mir mein gn. Herr sein schön, zwar noch un-gebunden Stammbuch gezeigt, an welchem, wegen fast aller christ-lichen Potentaten aignen Handschriften und Symbolen, wegen derHistorien aus dem alten und neuen Testament, wegen der Wappenund dabey stehenden emblematen, und wegen der Kunst undUnderschaid der fürnemsten und beruemtesten Mahler in Europa ,man nit nur etlich Stunden oder Tage, sondern wol etlich Wochenoder Monate zu schaffen hatte, werß verstehet, und alles exacteet considerate besehen wolte, wie es denn bereits etlich tausend fl.kostet, sich noch immer vermehret, in 2 Thail und in gantz guidinDeckhel würdt geheftet werden, und die Künstler und Mahler woleinen guten Patronen an I. F. Gn., alß an ainen kunstliebendenund kunstverstendigen Fürsten , haben.“
Ob Georg Wilhelm die Bitte des herzoglichen Sammlers erfüllte,
x ) Micrälius sagt in seinen „Pommerschen Altertümern“ (Bd. IV, S. 71):„Insonderheit ist das stattliche, kostbare Buch denkwürdig; darinnener (Herzog Philipp) der bey seiner Zeit regierenden Kayser und meisten-theils christlicher Könige, Chur - und Fürsten Handschriften neben ihrenWapen, Symbolis und einer biblischen Figur, durch die berühmteste Mah-ler, auff das allerkünstlichste auff Pergament und Seiden, das Stücke fürhundert und mehr Reichsthaler gemahlet, zusammengeschaffet.“