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Siebzehntes Kapitel.
Das Albumblatt von Hamerling kostete 2,50 Mark, das vonTieck 3, von Stephan 4, das Gedicht von Groth nebst der eigen-händig Unterzeichneten Photographie 5 Mark. Ein Albumblatt vonder Hand Kaiser Wilhelms 1., eigenhändige Briefe von Gneisenauund Hardenberg erhielt ich für je 3 Mark. Mit 2 Mark bezahlte icheinen Brief von Holtei, mit 2,50 Mark ein paar Zeilen von A. v. Hum-boldt; ein interessanter adressierter Brief seines Bruders kostete6 Mark, ebensoviel ein paar Zeilen von Scharnhorst sowie Album-blätter von Jean Paul und Auerbach.
Der Stand hat seine Metallkrone; die Dichtkunst hat ihre Blumen-krone; glücklich ist aber, wer beide vereinen kann.
Zum Andenken für die glückliche Besitzerin dieses Stammbuchs.
Ein alter deutscher Aberglaube sagt: wenn man einem zusieht, wieer Feuer schlägt, so brennt der Zunder nicht. — Das möchte man oftden Menschen zurufen, wenn sie sich neugierig herzu drängen wollen,um die Ursprünge und Entstehungsweisen, der poetischen Produktionenbesonders, zu beäugeln.
Obwohl mich die Freude an den Autographen niemals so sehrbeherrschte, daß ich ihrethalben auf den Genuß schöner Reisen imIn- und Auslande verzichtete, so kamen doch mit der Zeit meineAufwendungen für Autographen der Verschwendung bedenklichnahe. Da ich aber nie am Zigarrenrauchen Gefallen fand, so konnteich ohne nennenswerte Belastung für meinen Etat die Autographen-sammlung vergrößern: selbst schöne, seltene Stücke waren ja da-mals auch für den bescheiden Bemittelten nicht unerreichbar!
Für 7 Mark erwarb ich je ein Albumblatt von Gottsched , J. H.Voß, Andersen und Gutzkow , für 8 Mark von Geibel und Mosen,gleichfalls für 8 Mark einen Brief des Frhrn. v. Stein, für 9 Mark dasauf S. 50/51 angeführte Albumblatt von Uhland ; 10 Mark kosteteein eigenhändiger Brief von Ernst Moritz Arndt , Albumblätter undGedichte von Lavater , A. W. v. Schlegel, Schwab, Anastasius Grün , Hoffmann von Fallersleben , Friedr. v. Schlegel, Rückert usw.