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Neu-vermehrtes historisch- und geographisches allgemeines Lexicon ... : In welchem das Leben und die Thaten der Patriarchen, Propheten, Apostel, Vätter der ersten Kirchen, Päbsten, Cardinälen, Bischöffen, Prälaten, vornehmer Gelehrten und Künstlern, nebst denen so genannten Ketzern; Wie nicht weniger derer Kayser, Könige, Chur- und Fürsten, Grafen, grosser Herren, berühmter Kriegs-Helden und Staats-Ministern; ... Und endlichen Die Beschreibung der Kayserthümern, Königreiche, Fürstenthümern, freyer Ständen, Landschafften, Insuln, Städten, Schlösser, Klöster, Gebürgen, Meeren, Seen, Flüssen, und so fortan; .. Dißmahlen von neuem mit Fleiß gantz übersehen
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amoris 4. Eantes , dei Purgat, eant. r6. Noßradanms , hist.de Provence & vies des Poet. Provenqaux. Du Maine & duVerdicr , bibi.

* Daniel , (Gabriel) ein berühmter Französischer Geschieht'schreiber, warzuRouen an. 1649. aedohren, und begab sichim rg. jähre seines alters unter die Jesuiten . Nachdem er einegeraume zeit an verschiedenen orten die Philosophie, Huma-niora, und endlich auch die Theologie mit vielem rühm geleh-ret, legte er sich auf das bücher-schrciden. Zuerst kam seinEssai delHistoire deFrance, und bald darauf le Voyage dumonde de Des-Cartes anS licht; welche letztere fchrlft wohlaufgenommen, und ins Englische und Italiänische übersetzet,auch bey einer neuen aufläge mit einer piece, Nouvelles Dif-ficilstes touchant la connoiilance des betes , VON ihm vermeh-ret worden ist. Ausser diesen hat man noch von ihm: Entre-tiens de Cleandre & dEudoxe ; dix Lettres au Pere N. Ale-xandre ; Systeme de Louis de Leon touchant la dernierePique de Jesus-Christ, u. a. m. welche alle er selbst unter demtitul: Recueil de divers Ouvrages Philosophiques , Theolo-ciques , Historiques &c. 1724. in 4. zusammen drucken lassen.Am allermeisten aber hat er sich durch seine weitläuftigeHistoire de France; ingleichen durch die Histoire de la MiliceFranchise bekannt gemacht. Von der Französischen Historie hater auch selbst nach ärt des Mezerai ein Abrege heraus gegeben.Er ist Superior domus professae seiner Societät zu Paris ge-wesen , und an. 1728. im junio gestorben. Joumaux Ute.

rarrei.

* Daniel, (Petrus ) ein Criticus und Jurist von Orkans,zu ausgang des XVI. saeculi, hat zu Parts an. 1600. in fol. denServiüm über den Virgilium vollkommener und accurater; in-aleichen Noten über des Plauti Querulum s. Aululariam , unduder den Petronium , auch Excerpta aus dem Cornelio Nepote heraus gegeben. Barberini bibl.

* Daniel, ein Mönch von Raythe, an dem Rothen meer,lebte »im das jähr Christi 600. und schriebe das leben des H.Climachi, welchen Surius und Bollandus in den ;o. mertz se-tzen. Der Cardinal Baronius thut seiner auch Meldung, wo«rübet tXJÜ Martyrologium Romanum schreibet, und redt her-nach von dem H. Climacho.

* Danielli, (Stephanus) gebürtig von Butrio in dem Bo-lognesischen gebiethe, trat allda an das licht dieser weit den ».junii an. 1656. und nachdem er den gründ seiner studien beyden Jesuiten gelegt, studirte er die Philosophie unter Hierony-mo Bassana, einem Dominicaner. Er hat die Medicinunter Hieronymo Navaiäo erlernet , und sich bey zelten darin-nen mercklich hervor gethan, ehe er eilimal den Doctor-gradangenommen hatte. Mau trug ihm nachwärts die Professio-nem Anatomicam zu Bologna aus, welche er mit so grossemrühm versähe, daß ihm bey seinen lebzeiten schon zu Bologna folgendes denckmahl zu ehren ist aufgerichtet worden : 8.1). v.Stephano Danielli, aetatis LXIV. Philosophia : & MedicinaeDoctori., Civi Bononiensi, Musis amicissimo, Instituti S cien-tiarum Academico honorario , Rectori meritissimo : Ob ca-daveris humani sectionem, pluries exhibitam , multos disci-pulos hic & domi edoctos: In Anatomicam Cathedram semeljterumque ascensum, frequentiorem in Theatro Anatomicoargumentationem : In Praeceptorem suum Sbaraleam gratumanimum , editaque opera: devincti animi ergo AntoniusRonchi Mutinensis, Prior aestivus, ac utraque Artistarum uni-versitas poni curavit, Anno Salutis M D CC XIX. Übrigenswar Danielli vieler Cardinäle , die als Legati zu Bologna sich aufgehalten hatten, geib;Medicus, wie nicht weniger etli-cher alldaresidirender Fürsten . Erlebte noch an. 17;». undwar mit vielen leibes-schwachheiten behafftet.) Seine schrif-ten, welche ihn sehr berühmt gemacht haben , sind: Animad-versio hodierni status Medicinae practicae, Venetiis 1709.Vita Praeceptoris fui Sbaraleae, 1710. Raccolta di questioniintorno ä cole di Botanica, Filosofia &c. 172}. &c. Da-uielli hatte auch eine tvchter, genannt Laura, welche er selbstunterrichtet hat, und die mit recht unter die gelehrten Weibs-bilder, so sich durch schriften bekannt gemacht haben , mag ge-zehlet werden. Sie hatte nicht nur verschiedene sprachen wohlerlernet, sondern es auch in der Philosophie und in der Geo-metrie sehr weit gebracht. Manget. bibl. Med. üb. III.

* Daniello , (Bernardin.) von Lucca , florirte um das jähr154;. und schrieb in Italiänischer spräche einen Commenta-rium über den Petrarcham und Dantem, Venedig »zog. in4. ferner die Ceorgica Virgilii, ib. 1549. in 4. wie auch Poe-tica volgare und Rettorica . Ghtlini , theatr.

Danielowiz, eine adeliche familie in Polen , zu deren stamm,valter man Graf Huyden angiebet. Derselbe zog mit einer ar-mer König Daniel» in Halmen und Wlodomirien in Rußland zuhülffe, und nahm dessen bruders tochter zur ehe, mit welcherer einen söhn zeugte, dem erwehnter König in der taufe dennahmen Daniel beylegte. Nachdem desselben söhn Danielo,wiz, nach Rußischem gebrauch, genennet worden, ist solchernähme bey dem geschlechte verblieben, »velches sich nachge-hends in Pocutien, Roth-Reussen und in Polen ausgebrei-tet. Um die mitte des XVI. sieculi lebte Stanislaus, Fähndrichvon Lemberg , und hatte 2. söhne: i.) Johannem , Woywodenvon Roth-Reussen, dessen söhn gleiches nahmens an. r6;o.

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f iauptmann von Corsum war; r.) Nicolaum, der zuerst Ca-ellan von Lemberg , hernach aber Cron-Groß-Schatzmeistergewesen. Des letztern söhne waren 1.) Joh. Nicolaus, der-selbe besaß viel Hauptmannschaffren, und lebte noch an. 1646.als Cron-Groß-Schatzmeister. 2.) Petrus , Cron-Vorschneiderund Hauptmann von Parkow. ,.) Stanislaus, Starost vonCzerwonogrod. 4.) Franciscus, bekam die jetztgedachle charge,nachdem,ener verstorben. 5.) Nicolaus II. Ünter-Cämmerervon Chelm .

Danielowiz, eine adeliche familie in Litthauen, welchemit der vorhergehenden in keiner verwandtschasst stehet, besi-tzet ihre güther in der Woywvdschafft Minskie, und »vird der-selben an. 14»;. in den Reichs-tags-acten zu Hrodlo gedacht.Aus derselben stammet her Alexander Danielowiz, Fürst vonMenzikoff, dessen vatter ein Rußlscher Ober-Officier unterdem regiment von Semenovski gewesen. Er selbst kam garjung in Czaarische dienste, reisete nachgchends mit dem CzaarPeter Alexiewiz nach Teutschland, Holland und Engelland,und brachte es durch seine treue dienste so weit, daß er des,sen erster Favorit, General-Feld-Marschall über alle armecn,General-Gouverneur über Ingermannland, Carelen und inLieffand, Obrist-Hofmeister des Cron-Printzen, Ober-Präsi-sident über alle Collegia , Ritter des Polnischen weissen Ad-lers rc. worden. Der Kayser Leopoldus erhub ihn in des H.R. Reichs Grafen-stand, worauf an. 1705. der Fürstliche ca-racter erfolgte. Orb. Pol. tom. III.

Dann , Tannes oder Thann , eine kleine stadt, miteinem darzu gehörigen Amt in dem Sundgau, hart an dengrentzen von dem Ober-Elsaß und von dem gebiethe der AbteyMurdach, an dem fluß Thür , zwischen Sennen und St. Da-marin, gelegen. Nahe dabey war vormals auf einem bergeein feines schloß, Engelburg genannt; davon aber jetzt nichtsmehr zu sehen. Bey der Vorstadt, nahmens Rettenbach, be-findet sich der berg Rang, worauf sehr guter wein wächst,den man davon Rangwctn nennet. Im dreißig - jährigenkriege kam dieser ort mehrmals in consideration, ist auchwürcklich ein sehr wichtiger paß gegen Lothringen . *

Dannebera, ein Lüneburgisch schloß, stadt und Graftschafft an der Ietze oder Jetzel, welche nicht weit hiervon indie Elbe fällt. Der letzte Graf Nicolaus soll an. izo,. oderi)i2. dieselbe an Hertzog Otten den strengen zu Lüneburg verkauft haben. Nachgehends ist das schloß an andere Her-ren gekommen, welche sich auf die raubercy geleget. Hierüberbeschwerten sich sonderlich die städte Hamburg und Lübeck beydem Kayser Carolo IV. auf dessen Verordnung Hertzog Albrechtzu Sachsen und Lüneburg , ingleichen Hertzog Rudolph zuSachsen an. 1)76. das schloß eingerissm, und aufs neue un-ter Lüneburgische herrschafft gebracht. Damals stunden nuretliche fischer-häuser bey dem schloß. Nach der zeit aber ist derort zu einem ziemlichen städtlein erwachsen. Von an. iz66.bis 16)6. ist die stadt samt den dazu gehörigen Aemtern, undder daran gelegenen Graffchafft Luchow, als ein besonder Für-stenthum, von Hertzog Heinrich, dem stamm-vatter des neuenBraunschweiqischen Hauses, und dessen söhn Julio Ernestobesessen worden. Nach jetztgedachten Hertzogs Iulii Ernestitode ist dieses Fürstenthum an dessen bruder Hertzog Augnstum,und von diesem auf Hertzog Rudolph Aucstum gefallen, wel-cher dasselbe an. 1671. an Hertzog Georg Wilhelm zu Zelle ge-gen dessen prätension an die stadt Braunschweig und das klo-tzer Walckenried überlassen, daß es also zum Chur -Hause Han­ nover gehöret. Das Fürstliche schloß liegt fast mitten in derstadt, und ist mit einem hohen thurm von gebrannten stei-nen , und andern gebäuden wohl versehen. In einem altenthurm , der auf dem schloß-platz stehet, soll ehedessen der Dä-nische König Christiernus gefangen gesessen haben. Die stadtDanneberg ist, wie gedacht, viel jünger als das schloß, und hatan. 1608. von dem feuer grossen schaden gelitten. Der ort istwegen der zur vieh-zucht ackcr-und Honig-bau bequemen aegendund des Ietze-stroms sehr nahrhasst; insonderheit »vird vielgeld von der groben leinwand , Pechtling genannt, gemacht,welche häufig nach Hamburg und von dar nach Engellandund Norwegen gebracht wird. Ztiler. topogr. pag. 71. seq.Script. Brunjuic.

t Dannenberg . (Herren von) Dieses adeliche geschlecht,welches in dem Braunschweig -Lünedurgischen seit etlichen ioo.jähren floriret, soll feinen Ursprung von den alten Grafenvon Dannenberg haben. Denn da giebt man insgemein vor,daß Graf Bernhardus I. von Dannenberg unter andern söhneneinen, nahmens Guncelinus, gehabt, einen vatter Henrici, wel-cher sich bey damaliger verjagung seiner aqnaten zwar in dast-gen landen erhallen, doch aber aus ermanglunä GräflichenVermögens, auch den Gräflichen titul fahren ließ, und sichnur einen edlen Herrn von Dannenberg nennte. Er zeugteAlvericum und Henrtcum. Jener war Canonicus und Presby-ter zu Bardewick, und vermachte zu seinem jährlichen gedächt-nis eine marck, welche der Vicarius St. Sixti in der kirche zuRametsloh austheilen sollte. Er starb an. 1)» 8 . Dieser aber,Henricus, welcher auch Heineco und Heynecke genannt wird,lebte noch an. »;7c.als Ritter. Von seinen söhnen sind be.kannt, Otto und Segebandus, welche um das jähr 1,77- einelange zeit die Probstey zu Lüchow verwalteten, und Henricus,

welcher