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Neu-vermehrtes historisch- und geographisches allgemeines Lexicon ... : In welchem das Leben und die Thaten der Patriarchen, Propheten, Apostel, Vätter der ersten Kirchen, Päbsten, Cardinälen, Bischöffen, Prälaten, vornehmer Gelehrten und Künstlern, nebst denen so genannten Ketzern; Wie nicht weniger derer Kayser, Könige, Chur- und Fürsten, Grafen, grosser Herren, berühmter Kriegs-Helden und Staats-Ministern; ... Und endlichen Die Beschreibung der Kayserthümern, Königreiche, Fürstenthümern, freyer Ständen, Landschafften, Insuln, Städten, Schlösser, Klöster, Gebürgen, Meeren, Seen, Flüssen, und so fortan; .. Dißmahlen von neuem mit Fleiß gantz übersehen
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ten Samuel cmfgöttlichen befehl zu einem König bestimmt, undA. M. 2Y2I. A. C. 106;. gesalbet wurde. Damals soll er 22.jähr alt gewesen seyn ; und ist dabey merckwürdig, daß, ober gleich der jüngste unter den 8. söhnen Jsai war, ihn dennochdiese göttliche wähl vor andern betroffen. Hierauf geschahe esnundaß der Geist des HErrn von vaul wich, und «hn einböser geist unruhig machte; weswegen David zu ihm gebrachtwurde, vor ihm auf der harffe zu spielen, und ihn dadurch zuerquicken. Hiermit machte sich David so beliebt, daß ihn Lautzu seinem waffen-träger ernennte, und bey sich behielt; wiewoldennoch David dann und wann zu seinem vatter kehrte, unddie schaafe hütete. Als aber der krieg mit den Philistern an-gieng , und Goliath den Jfraeliten höhn sprach, wurde David von seinem vatter nach dem lager geschickt, seinen ältern brudernspeise zu bringen ; bey welcher gelegenheit er den riefen Goliatherblickte, denselbigen mit einwilllgung des Königs Sauls in demnahmen des HErrn angriff, mit seiner schleuder erlegte, undihm mit dessen eigenem schwerdte den köpf abhieb. Hieraufbehielt ihn der Konig bey sich, und erlaubte ihm nicht mehrnach seines vatters hause zu kehren, änderte aber sein gcmu-the gar bald , weil man in den lob-sprüchen wegen des erhalte-nen siegs dem David vor Saul den Verzug gab, und diesem nurdie erlegung von iooc>. feinden, jenem aber von ioooo. beylegte.Denn dadurch wurde der König zu einer grossen eifersucht wi-der den David entzündet, welche sich noch mehr vermehrte, daalle Verrichtungen, die er dem David zu dessen verderben auf-trug , von ihm so abgeleget wurden, daß dessen rühm und dieliebe des volcks gegen ihn nur mehr und mehr zunahm. Damiter nun sich dessen unfehlbar los machen möchte, versprach er ihmseine andere tochter zu geben, wenn er ihm vorhero 200. Vor-häute der Philister liefern würde, welches er wiederum zu sei-nem sonderbaren rühme that. Also heurathete David Michal,die tochter Sauls , und kam durch seine klnghctt und tapferethaten von tag zu tag in grösser ansehen, so, baß auch Saul sich entschloß, ihn zu tödten, welches er aber dennoch nicht er-füllen konnte; sonderlich, weil sein eigener söhn Jonathan,sich mit dem David aufs genaueste verband, und ihm die an-schlage seines vatters kund that. Als nun David seine gefahrerkannte, ergriff er die flucht, und wurde von dem Saul voneinem orte zum andern verfolget, ließ aber dennoch von seineraufrichtiqkeit und treue gegen ihm nicht ab, so gar, daß , daer 2. mal gelegenheit hatte, ihn zu tödten, er dennoch solchesnicht thun wollte. Hierdurch wurde nun zwar Saul bewogen,von den Verfolgungen nachzulassen ; allein David glaubte sichdennoch nicht sicher genug zu seyn , begab sich also zu den Phili-stern , und verlangte von Ächls dem Könige zu Gath, daß erihm eine stadt zu seiner sicherheit einräumen möchte, welcher sol-ches auch that, Und ihm Ziklag übergab. Da nun wieder einkrieg zwischen den Jfraeliten und den Philistern entstund, wollteDavid mit diesen zu selbe gehen, sie schickten ihn aber aus miß-trauen wiederum zurücke, da unterdessen die Amalekiter die stadtZiklag geplündert urid verbrannt hatten; welchen David nach-setzte , und ihnen die beute wieder abjagte. Nach dem toteSauls A. M. 2929. A. C. 10^. kehrte er wiederum in Judäam,und wurde von dem stamme Juda zum Könige erwehlet. Dieübrigen stämme aber erkannten , auf anstiften des Abners, denJsboseth, einen söhn Sauls , vor ihren König. Doch da ebenkreser Abner von dem Jsboseth beleidiget wurde, trat er auf diepartey Davids, und wollte die übrigen stämme zu ihm brin-gen » wurde aber darüber von dem Joab getödtet. Dieses Hüt-te zwar bey dem Israelitischen volcke einen Widerwillen verursa-chen können; da sie aber erfuhren, daß es wider Davids willengeschehen, und im übrigen erkannten, daß nach Abners tobeJsboseth nicht viel mehr ausrichten könnte, ergaben sie sich allean David, so, daß er das völlige Reich über gantz Israel er-hielte , nachdem er zu Hebron über Juda?. jähr und 6. monatregieret hatte. David aber, nachdem er diejenigen hatte zurstrafe ziehen lassen, welche den Jsboseth A. M. 2956. A. c. 1048.getödtet, hielt einen allgemeinen land-tag, woselbst er nochmalsvon allen vor einen König erkannt und gesalbet wurde. Wor-auf er das schloß Sion belagerte, und den Jebusikern weg-nahm , sich auch völlig dadurch der stadt Jerusalem bemeister-1e, und in derselbigen zu residiren anfieng. Die benachbartenerfuhren auch gar bald, was nun Israel vor einen tapfern undmächtigen König hatte. Er bezwäng die Philister, Moabiter ,Syrier, und als die Ammoniter feine Gesandtschafften geschän-det hatten, brachte er sie gleichfalls unter feinen gehorsam,und strafte sie mit grosser schärfe. Bey so glücklichem erfolgseiner regierung wollte er auch dem HErrn einen tempelbauen, und machte grosse anstalten darzu; GOtt aber ließ ihmdurch den Propheten Nathan wissen , daß solches von ihm nichtgeschehen könnte, weil er in so vielen kriegen seine Hände mitblut beflecket hätte. Diese grosse glückseligkeit nun, die Davidin seiner regierung hatte, wurde dennoch durch einige übeltha-ten, damit er sich besudelte, wie auch durch innerliche unruheziemlich unterbrochen. Denn als er A. M. 2945. A. C. 1039.den krieg mit den Ammönitern führte, verfiel er in ehebruch mitder Bathseda, und ließ ihren mann, Uriam den Hethiter , vonJoab in dem streit vorne an stellen , daß er muste getödtet iver-den. Nathan der Prophet führte dem Könige dieses sein verbre-chen dermassen zu qemülhe, daß er cS von herben bereuete, undsich in wahrer busse vor GOtt demüthigte. Das kind, fo ausdem ehebruche gezeuget war, starb, und zeugte er nachgehends

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mit der Bathseba den Salomo, der ihm in der regierung folgte.Absalom aber, Davids söhn, empörte sich wider seinen vatterA. M. 295?. A. C. 1029. und zwang ihn, in grosser Verachtungund mit wenig leuthen Jerusalem zu verlassen, denn er hatte mitgrosser list die aemüther des volcks an sich gezogen. Da es aberzu einem treffen kam, erhielte Joab , der Davids armre com-mandirte, die oberhand, und Absalom wurde umgebracht, wel-ches dem vatter sehr nahe gieng, als welcher nicht haben woll-te , daß man den söhn tödten sollte. Da dieses geschehen, undDavid sein Reich völlig wieder eingenommen hatte, empörtesich Seba, der söhn Bichri, und verursachte, daß die Jsrae-liten von David abfielen. Allein der stamm Juda blieb be-ständig bey ihm, und als Joab wider den Seba auszog, tratenauch die Jfraeliten wiederum zu David , aber durch den tod Se,da wurde diese unruhe gäntzlich gestillct. Nach diefem lebte Da-vid in einem geruhigen und vergnügten zustande, bis er sich ver-führen ließ, sein volck zu zehlen, um die macht seines Reichs zuerkennen. Weil aber diese eitelkeit und Hochmuth des hertzensGOtt mißfiel, ließ er ihm durch den Propheten Gab drey gat-tungen der strafen vorstellen, daß er eine auserwehlen sollte,entweder 7. i«hr thcurung über das land , oder daß David 3.monare vor seinen Widersachern fliehen sollte, oder daß 3. tagesollte pestilentz im lande seyn , aus welchen David das letztereerwchlet; doch so bald er den enget sahe, der das volck schlug,trachtete er mit gedät und opfer den HErrn zu versöhnen. Ei-nige zeit hernach, da David alt und schwach worden, und sichAdonia unterstand, das Königreich an sich zu ziehen , ließ Da-vid Salomonem crönen, und übergab ihm das Reich. Als diezeit seines todes heran kam, that er Salomoni von unterschie-denen dingen seinen letzten willen kund , und starb A. M. 2969.A. C. 1013. im 70. iahre seines alters und 40. jähre seiner regie-rung. Im übrigen war David nicht nur ein mächtiger Königund tapferer kriegs-held, sondern auch ein Prophet, und hatin seinen Psalmen, fowol ein excmpel einer »»gemeinen gottes-furcht vor äugen gelegt, als auch die herrlichsten Weissagungenvon Christo und seinem Reiche hinterlassen. Es wird zwar un-ter den Gelehrten disputirt, ob alle Psalmen von David seyen,welches sowvl einige alte Vätter, als neue stribenten behaupten,oder aber, ob einige von andern, deren nahmen sie führe», ge-macht worden , welches letztere wahrscheinlicher ist , auch auSder auffchrtft unterschiedener Psalmen klärlich erscheinet.I. Sam. XVI. XVII. bis zu ende. 2. Sum. per integrum 1 Reg.I. II. I. Chrrm. 11 . & 2. Cbron. II. & XI. bis auf XXX. Joseph.lib. VI. VII. antiq. Jud. Su/pit. Sev. histor. lib. I. Euseb. Gene.b, araus. Sponäanus. Tormeütis. Saltanus. Buyle.

David, aus der familie der Lomnenorum, war der letzteKayser zu Trebisonde, und succedirte seinem bruder Johanni.Er schloß mit Usun Cassan, dem König in Pcrsien, eine alliantz,und vermahlte demselben seines bruders tochter. Der TürckischeKayser Mahomet II. stürtzte ihn von dem throne, und nachdemer ihn nach Cvnstantinvpcl gezogen , unter der Hoffnung, ihmvor sein land einige guther einzuräumen, ließ er ihn an. 1461.nebst seinem söhne umbringen. Andere sagen, daß Mahometihn nebst seinen kindern gefangen weggeführet, und des lebensberaubet. CbalcoiondyUi , hiitor. lib. IX

David I. ein söhn Malcvlmi III. folgte seinem bruder Ale-xandra I. an. 1124. auf dem e>chottlandischen throne, und hieltsich eine geraume zeit mit seiner schwcstcr in Engclland auf, all-wo er die tochter einer nesin des Königs Wilhelmi Conquestorisheuralhete, und mit derselben Northumberland und Hunling-tonshire zum heuralhs-guthe bekam. Gleichwie er seinen vor.fahren in der dercltwllligkeik, arme leuthe gerne zu hören, und ih-nen zu helffen, gleich war; also übertraf er sie noch in der gcrech-tigkert,indem er die Richter zwang, den schaden, den sie durch fal.sche urtheile zuwege gebracht, zu ersetzen. Er reparirte die klö-ster, und fügte die B'ßlhümmcr Ros, Brechn,, Dnnkelden undDunblarn zu den 6. Bißthümmern , die schon vorhin gewesen.Der vertust feiner gemahlm,welche in der blüthe ihrer jähre starb,schmcrtzte ihn dermassen, daß er 20. >ahr em witrwcr blieb.Nachdem sich Stephanus, Grafvvn Bologne, der Engclländi-schen Crone anqemassct halte, ohngeachtet er nebst dem übrigenAdel der Königin Mathildis gchuldiget, schickte er einige Abge-sandten zu dem Könige David, und verlangte, daß er ihin wegenCumberland, Northumberland und Huntingtvn , so er von derCron Engelland zu lehen trug, den eyd der treue schwören sollte 3allein dieser ließ ihm sagen,, daß er nebst ihm , kraffl eines gelei-steten eydes, verbunden wäre, Mathilden, ihrer rechtmäßigenKönigin, zu gehorchen; weswegen er, so lange sie lebte, kcm an-der Oberhaupt erkennen wollte. Hierauf erfolgte ein krieg, dadenn die Engclländer eine wichtige schlacht vcrlohrcn , worunternebst viele» andern von Adel, der General Glocestcr gefangenwurde. Die Schottländer aber wurden gleichfalls bey dem flusseTees geschlagen. Nach einigen ankern mit ungleichem ausgaii-ge gehaltenen treffen wurde endlich friede geschlossen, daß Davidin dem besitz von Cumberland bleiben, und Northumberland biSan den fluß Tees samt Huntingtonshire Henrico, des KönigsDavids »ohne, krafft mütterlicher erbschaffl, zu besitzen gegebenwerden sollte, jedoch dergestalt, daß er deswegen Srcphano denevd der treue schwören muhe. Bald darnach kam die KöniginMathildis wiederum zurück in Engelland, und sandte ihrensöhn Henricum, so hernach König in Engclland wurde,zu seinem vetter, dem Könige David, um sich daselbst in

aller-