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Neu-vermehrtes historisch- und geographisches allgemeines Lexicon ... : In welchem das Leben und die Thaten der Patriarchen, Propheten, Apostel, Vätter der ersten Kirchen, Päbsten, Cardinälen, Bischöffen, Prälaten, vornehmer Gelehrten und Künstlern, nebst denen so genannten Ketzern; Wie nicht weniger derer Kayser, Könige, Chur- und Fürsten, Grafen, grosser Herren, berühmter Kriegs-Helden und Staats-Ministern; ... Und endlichen Die Beschreibung der Kayserthümern, Königreiche, Fürstenthümern, freyer Ständen, Landschafften, Insuln, Städten, Schlösser, Klöster, Gebürgen, Meeren, Seen, Flüssen, und so fortan; .. Dißmahlen von neuem mit Fleiß gantz übersehen
Entstehung
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birst, auch die Doctor-mürbe in der Gottsaelehrtheil erhallen,ward er anfangs Abt zu Langtoun in der Granchaffl Mon-nwnth , und nachgehends Cantzler von ^rrland , aus welchemReiche er Pekrum Warbest, der sich darinnen vor den Hertzogvon Yorck, Richardum, als Königs EduardiV. bruder , amersten aufgeworffen, in kurtzem vertreiben half. Hierauf warder an. 1494. Bifchoff zu Bangor, bekam aber viele Händel mitdem Adel dort herum, welcher verschiedene Stifts - guther ansich gezogen hatte, aber alle wieder hergeben muste. Als ervon dorten in dem jähr i;oo. nach Salisbury verletzet wurde,und den angefangenen bau der Haupt- kirche und des Bischoff-lichen pallasts nicht zu stände dringen können, muste ihm seinNachfolger versprechen, daß er beydes vollends fertig machenwollte. An. r?oi. ward er Ertz-Blfchoff zu Canterbury , starbaber den 15. febr. indem darauf folgenden fahre zu Lambeth.Er hat der kirche daselbst den Evangelisten Iohannem von sil-der vermacht, und ein groß stück von der Ertz - BischöfflichenWohnung zu Orforb erbauet, auch die eiserne galrer, wodurchdie helfte der brücke zu Rochester bevestiget ist, machen lassen.Codyvi», de Episc. Angl. P. 1 . p. 649. 407. & 188. logg.

Dean-Forest, ist einer von den vornehmsten Wäldern in En-gelland, welcher die besten eichen zum schiff-bau hat. Erliegtm Glocestershire, auf der westlichen seile des fiusses Severn zivischen deinfelbigen und dem siusse Wye, und ist nach der ge-meinen rechnung ro. Englische meilen lang, und 10. breit. Essind darinnen 323. Pfarrkirchen.

* Deane, oder Dean - gread, eine kleine stadt in Glo-cestershire , im walde dieses nahmens gelegen. Camdeni Brit.pag. 2,2.

* Deane, oder Dean , ein ort in Northamptonshire ander grentze von Rulland in dem walde gelegen, gehörte ehe-mals der familie derer Deans , nach diesem aber denen Fin-dals, und jetzo dem Grafen von Carbigan. Camdeni Brit.pag· 437 ·

* Debca, ein flecken in Indien , in der provintz Guzerat, sie-ben meilen von Survan und noch einmal so weil von Baroc-ki an einem gehöltze gelegen. Die emwoyner sind rauber,und hat man ehemals daselbst gar menschen-flersch feil gehabt.Thevenals Jnd. reif. I. 4.

* Debeltus, (Johannes) ein Lutherischer Theologus , war

an. 1540. il» Rhembda in Thüringen gebohren, wuroe daraufProfessor Philosophie zu Jena , ferner Professor Grece &Latin* Lingue ju , nachgehends Superintendent zu

Gleichen , und endlich zu Jena Professor Theologie, da

an. 1610. den 2?. aug. in dem 70. ,ahre semeö alters ge.storden. Man hat von ihm : Diss. de praecipuis de CoenaI)omini Controverliis. Zeumer. vit. Pros. Jenenf. Oiear. fyn-tagm. rer. Thuring .

Debora , ein ehe-weib des Lapidoth, war eine Prophetin,und regierte das volck Israel A. M. 268;. A. M. 1301. Siewohnte unter den palmen Debora zwischen Rama und Bethetauf dem gebürge Ephraim, und die kinder Israel kamen zu ihrhinauf Vorgerichte. Sie zöge mit Barak nebst roooo. mannwider Sissera, den Feldhauptmann des Cananäifchen KönigSJabin, und wurde Sissera geschlagen, auch in dem schlafe vonJael umgebracht. Worauf Debora nebst dem Barak ein danck-fied gesungen, welches .lud. V. aufgezeichnet ist. Also wurdeIsrael durch sie aus der Cananitischen dtenstbarkeit erlöset. Sieregierte das volck 4». jähr, und starb an. 272 z. A. C. 1261. ju-du\ IV. Sa'.anus, A. AI. 272;. Tomießus, A. M. 2721. 2760.fetav. de doctr. temp. üb. IX. Vojjev, gencal. ehr. c. 2;.RiccioU chron. ref. tom. I. üb. VI. c. 8-

Debora , war die amme der Rebecca, und starb zu Bethet,woselbst sie unter der eiche begrqdcn war, so daher die klage-eichrgenennet wurde. Gen. XXXV. 8 Ternteiius , A. M. 2504. n. 4.

* Deborah, die frau des Rabbi Joseph Alcaliel, eines Rö-mischen Juden, welcher im ansang des XVII. sseeuli geledethat. Diese frau, nachdem sie sich auf die Italiänische poesiegeleget hat, übersetzte etliche Jüdische stücke aus dem Hebräi-schen in das Italiänische, als die Ilabitatione de' fupplicanti ,ein werck des Rabbiners Mosis Rieti, so an. 1602. und 1609.zu Venedig ist gedruckt worden. Sie hat sonsten noch etlicheandre kleine wercke des nemlichen Rabbiners übersetzet. Bar.toloocii bibüoth. Rabbin. Du Pin , hist. des Juifs depuis J.C. jusquä present, edit. Paris , in 12. 1710.

* Deborah, ein dorf an dem fusse des berges Tabor. DieAraber nennen biests borf den Thurm, und man rechnet,daß es noch drey stunden von dem gipset dieses hohen bergesabgelegen sey. Man zeiget dort noch die holen, wo manglaubet, daß die andern Jünger Christi geblieben sind, als derHErr JEsus Petrum, Jacobum und Iohannem mit sich aufdenderg genommen hat. Etwas davon siehet man noch dieÜberbleibseln einer kirche, welche von der Kayseri » Helenasoll aufgebauet worden ftyN. Corneille le Brun , voyagepag. *22.

Debrezin , eine grosse volckreiche, aber offene stadt in Ober-Ungarn zwischen Tockay und Waradein, welche starcke Hand.hing treibet, 6. jahrmärckte hält, und mit einem ReformirtenGymnasio versehen ist. Dort herum liegt das land der Cuma-ner, und ist eine ebene Heide von solcher grosse, paß man in lj.

Histor. Lexieon lll. Theil.

bis I*. Meilen keinen berg noch wald antrift. Es wird darin-nen vieles vieh erzogen, und von dar nach Teutschland und Jta,lien gebracht. Nicolaus Olahus erzehlct, daß öfters ein ein-ziger dürger zu Debrezin auf einmal,o. tausend stück ochsenzu feilem kaufe gehabt. Die einwohner sind lauter Ungarn undder Reformirten religion zugethan. In den vorigen zeilen hatdieser ort öfters dem Kayser, dem Fürsten von Siebenbürgen und den Türcken zugleich tridut geben müssen; so manches jährüber <So«oo. thaler gekostet. An. 1564. ist er von den Sieben-bürgern, und an. r*ü*. von Lazaro Schwendi fast gar ausge.brannt worden , litte auch in den nachfolgenden kriegenmehrmals feuer-schaden. An. 1640. und isgi. aber ist er durchfeuer im rauch aufgegangen. An. iü86. hat der Kayserl. Ge-neral Caraffa allhier die Winter - quarlier-gelder, monatlich 80.tausend gülden, eingefordert, und hak Debrezin von dieserund auch der letzten innerlichen unruhe vieles erlitten. An.1719. bey dem Landtag-schluß zu Preßdurgist sie mit unter dieKonigl. freystädte, darunter sie schon der Kayser Leopoldus er-nennet, aufgenommen worden, doch daß zu erbauung einer Ca,tholischen Pfacr-kirche, und eines Franciscaner-klosters ein ortangewiesen werben sollte. Szmtyium, mifceli. dec. III. P. I.p. 35. Andr. Stubeiii Hungaria, p. 429. Artic. diata Pofon.$. 108. Zeilerus & Kreckxvitz, descr. Hungar. Ortelii Ungarischechronick. *

Dcbschitz, eine adeliche familie in der Laußnitz , derenstamm-schloß gleiches nahmens daselbst unweit Reichenbach ge-legen, ist an. >440. von dem Könige in Böhmen mit dem guthSchadewald beliehe n worden. An. 1426. hat Nicolaus einenfrieden zwischen denen von Schafgotsch und der stadt Görlitz aufrichte» helffen. Magdalena starb an. 1357. als Aebttßin zuLiebenthal «n Schlesien. An. 1640. war Carl Siegmund Lan-des-Aeltister in dem Liegnitzischen, und an. 1660. genoß HeinrichSiegmund, Chur-Sachsischer Rath, gleichmäßige ehre in demGorlitzischen kreise. Nicolaus, Fürstlicher Oelsnischer Rath,Lanb-Hof-Richker nndLandes-Aeltester, gieng an. 169z. mit todrab. An. 1695. waren von dieser familie 24. männliche erbenam leben. Es befindet sich hiernachst noch ein adeliches ge»schlecht von Döbschütz , in dem Breßlauischen Fürstenlhum,welches mit dem obstehenden so wenig dem wapen, als dem Ur-sprünge nach übereinkommt. Aus selbigem war entsprossenAdam auf Silmenan, der an. 1611. die stelle eines Land-Haupt-manns in dem Breßlauischen bekleidet, ingleichen Wentzel, derum das sahr r6;r. der Cron Polen, als Obrister und Commen-dant zu Camnneck, gedienel. Luca Schief, chron. M. GeorgeMende, geneal. des Debsch. geschl.

Decan, em Indianisches Königreich in einer insul disseit desGanges, welches Bengala gegen morgen, das Indianische meergegen abend, Blönagar gegen mittag , und des grossen Mogolsland gegen Mitternacht hat. Vor zeiten war es unter einemKönige, wurde »n 5. provmtzien unterschieden, und hatte vielreiche und grosse stadte; allern nachycro hat sich desselben zu.stand gantz verändert. Denn ausser der grossen stadt Goa , wel-che den Portugiesen gehört, hat der grosse Mogol die städte Ker-by, Chuval, Dolvatabad, rc. unter seine botmäßigkeit gebracht,und die stadt Aurengabad darinnen neu aufgebauet. Der Jdal-cam oder König residirt in seiner Haupt-stadt Decan, wannen-hero er auch der König von Decan genennet wird. Vormalshatte er noch viel andere städte unter sich, als Cunau, Balaga-te, Candls, Hamedanage, rc. i.xeira, üb. I. c.22. Jeande Haros,lib. IX. c. i. Ualdau beschreibung von Malabar undCorom. e. 12.

* Dccapolis, eine gegend in Palästina, welche einen theilvon Galiläa ausmachte, ohnfern dem Jordan und dem Ga.Iiläischen meere. Sie hiesse also, weil darinnen herum zehenstadte lagen, nemlich 1. Scylhopolis , die gröste und die Haupt-stadt. 2. Tarichea. 3. Tiberms. 4. Jotapata. 9. Bethsaida.6. Capernaum. 7. Corasim. 8. Gamala. 9. Gerasa oderGuddor. ro. Lwpon. Baudrand nennet einige davon änderst,wie folgt.^ 1. Casarea Phnippi. 2. Asor. Cedes Naphta-l»m. 4. Sepyec. 9. Corasim. ü. Capharnaum . 7. Bethsai-da. 8 . Jotapal. 9. Tiderias. 10. Brthian, welches Scntho-polis ist. Alle diese statte waren namhafft, und vest mit thür-men und inauren versehen, und lagen um das Galilmschemeer herum. In den büchern per Evangelisten wird erzehlet,daß Christus, nachoem er über dieses meer gefahren, und indas land der Gcrgesener gekommen, aus 2. besessenen die teu-fet ausgetriebe», welche rasend gewesen, daß niemand habedorfen den weg betreten , da sie sich aufzuhalten pflegten , soviel schrecken haben sie allen umliegenden etnqeiaget. Christusaber erlaubte den teufeln in eine hcerd fchwcine zu fahren ,nachdem sie ihn geboten hatten, sie nicht in den adgrund zu stür-tzen, Matth . VIII. 28. Diese geschichte erzehlen auch Marc.V. i. und Lucas Vlll. 26. aber mit dem unterschied , daß dieselrtztern nur eines einzigen besessenen gedencken, da hingegenjener zweyer Meldung thut, welchen anscheinenden Widerspruchdie ausleger der Schrift also heben, dieiveil einer davon rasen,der als der andre gewesen , und so starck besessen, daß der an-dre gegen ihm als wie nicht besessen zu hallen gewesen. Obdieses den stich halte, zweifeln einige. Dann erstlich erzehlet Mat-thäus es nicht so weitläufig als die andern zwey; zweytens re-det Matthäus von beyden auf gleiche weise, beyde haben inden gräbern gewöhnet, beyde waren sehr grimmig, beyder we-

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