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Neu-vermehrtes historisch- und geographisches allgemeines Lexicon ... : In welchem das Leben und die Thaten der Patriarchen, Propheten, Apostel, Vätter der ersten Kirchen, Päbsten, Cardinälen, Bischöffen, Prälaten, vornehmer Gelehrten und Künstlern, nebst denen so genannten Ketzern; Wie nicht weniger derer Kayser, Könige, Chur- und Fürsten, Grafen, grosser Herren, berühmter Kriegs-Helden und Staats-Ministern; ... Und endlichen Die Beschreibung der Kayserthümern, Königreiche, Fürstenthümern, freyer Ständen, Landschafften, Insuln, Städten, Schlösser, Klöster, Gebürgen, Meeren, Seen, Flüssen, und so fortan; .. Dißmahlen von neuem mit Fleiß gantz übersehen
Entstehung
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* »Twiott, oder Delcsn, eine ehemals Bistihöffliche stadt,liegt m Romanien, so eine provintz der Europäischen Turckeyist, an einem see, welchen der fluß Dercon machet, jcchs stundenvon Gatopolis, westwärts bey vier Meilen von dem «Lchwartzenmecr. Baudrand.

Dercvllidas, ein Oberster der Lacedämonter, zugenanntSstyphus, verrichtete grosse thaten in Asien . Er vereinigte sichanfangs mit dem Tissaserne wider den Pharnabazum, weil erdiesem letzter» seind war, aus ursach, daß, als er Dercyllidas,nnrer des Lysanbri commando, über Abydum, eine der heuti-gen Dardanellen, gesetzcl war, Pharnabazuö, der die Persi-sche hülfs-völcker in selbiger aegeod führte, ihn bey Lvsanbroangegeben, als hätte er im krieg seine schlildigkeit versäumet;daher er auch von Lysandro verurtheilet worden, einige zeit ste-hen zu bleiben, und den schild im arm zu halten, welches dergröste schimpf war, der einem Lacebämonischen soldaten wieder-fahren konnte. Nachgehenbs A. M. 3583. A. C. zyy. A. U. 335.Olymp. XCv. a. vereinigte er sich mit ihm- und ließ sich angele-gen seyn, den Griechischen städten, die an der Asiatischen rüstelagen, die freyheit wieder zu bringen. Er nahm in 8 . tagen y.stadte hinweg, und legte allenthalben ungemeine proben seinertapferkeit ab. AIs er A. R. 356. in Thracien gekommen, ver-schloß und beschützte er den Chersones durch eine starcke mauer,und als er hernach in Carien angelanget, arbeitete er an demfrieden mit den Persern, und schickte die artlckul nach Lacedä-mon, wie auch an den König Artaxerxes . Xmopbm, hist.Grsec. lib. 111 . & IV. Biod. S'icui. lib. XIV. &c. *

Dercvllus, ein Griechischer Hiitoricus, welcher einen tra-ctal de Locorum Origine geschrieben. Man weiß nicht, zu wel-cher seit er gelebet. Plutarchus führet das erste buch davon an,wie auch das dritte von seinen Italicis; ferner hat er geschriebeniEtolica, Argolica, Satyrica, de Montibus & de Lapidibus.1 lutarcb. in parail. min. c. 17.3 8 · &c. Athen aus , lib. III.Voßus , de Hist. Gr. lib. III. p. 354 ·

* DERDÄL, vor zeiten ein mächtiges volck unter den In-dianern. In ihrem lande soll es so grosse ameisen gegebenhaben, welche nicht viel kleiner als ein Wolf gewesen. Dieseameisen hätten die dasigen gold - minen sehr wohl gewußt zudurchgrabcn, auch in ihre unterirdische hölen viel los gearbei-tetes gold zusammen getragen, welches man mit besondererlist von ihnen hätte erlangen müssen, weil, wenn man es diesenameisen mit gewalt wegnehmen wollen, sich selbige zur wehregesetzer, auch vermögend gewesen, ihren eingeholten feind zu-samt dem vftrde umzubringen. Strabo , XV. p. 103 a.

* Derdingen , ein grosser Würtembrrgischer marckt-ffecken,zwischen Knittlingen und Gochsen , gegen der Pfaltz zu, nebst ei-nem Unter-Amt in das Ober-Amt Maulbrunn gehörig. Cruß

. annales Suevi*.

*Dereing, oderDeering,lat. veringns, (Edward) hiel-te sich der stuvien wegen m Cambridge in dein Christ - Collegioauf, und wurde hernach ein berühmter Prediger in Londen znSt. Paulus, war aus einer alten abelichen familie in der pro-vintz Kent, starb an. 1676. im jun. und gab in Englischer spräche heraus einen Catechismum; ein gebät-buch; A Brief andmodelt Answer against Harding; Sermons preached beforethee Queen in the Tower of London ; A Commentary uponthe Epistle to the Hebrews. Freheru , theatr. BeNthkMSEngl. kirchen-und sthulen-staat, XXIX. §. 113.

* Deren, ehemals ein schloß und darzu gehörige Herrschafftin Westvhalen, an der Lippe, bey der stadt Lünen , in der Gras-schafft Marck. Aus diesem Herrn-gestblecht von Deren ist sonstniemand bekannt, als Belza, welche Canonißin in dem StiftEssen gewesen. Weil sie nun die letzte ihres geschlechts, sohat sie einige von ihren erb-güthern selbigem Stift zugewendet,die übrigen aber mögen an das Bißthum Münster kommenseyn. Hamelmartn. opp. p. 67;.

Derenburg , eine in dem Fürstenthum Halberstadt gelegeneHerrschafft, so nur ein städtgen und Amt gleiches nahmens , i.dorf und 2. vorwercke in sich bcgreiffet. Vor zeiten gehörte siehalb dem klostcr zu Gandersheim , halb aber dem Stifte zuHalberstadt ; allein an. 1487. hat letzt-besagtes Stift die anderehelfte käuflich an sich gebracht. NachgehendS ward sie denenvon Veltheim verpfändet, welche sich vor dem 30. jährigen krie-ge unter den schütz des Churfürsten zu Brandenburg begaben,daher kommt es, daß sie von vielen zu der alten Marck gerech-net wird. Endlich ist sie dem Churfürsten abgetreten worden,preus. und Brand. Staats-Geographie.

* Derenburg , oder Derneburg , ein berühmtes kloster indem Stifte Hildesheim Cistercienjer-vrdens, zur lincken derInders, andcrthalbe meilen von der stadt Hildesheim beyDoldenburq gelegen, zu welcher Grafschafft sie auch ehemalsgehöret. Die stifter waren zwey brüder, Henricus, Graf zuAsle, und Hermannus, Graf zu Winzenburg , welche es umdas jähr 1140. für jungfrauen erbauen lassen. Magnus, Bi-schoff zu Hildesheim , wollte solches um die mitte des XV. fe-culi reformiren, und als sich die Nonnen heftig darwider setz-ten, zertheilte er sie in andre schon reformirte klöster, daß siesich eine bessere lebens-art angewöhnen möchten. Unterdessenneß er aus Woltingerode kloster-iunafrauen Cistercienser-vrdensholen, die das Derenburgische kloster bewohnen sollten; ja erschenckte es kurtz darauf der Aebtißin zu Woltingerode, worüber

die Hildesheimischen bürger, deren tockter unter den vorigenNonnen gewesen waren, mit dem kloster Marienrode, dessenAbt sie vor den anstifter dielten, Händel anfiengen. Es mußaber nach diesem mit Mönchen seyn besetzet worden, wie sol-ches Bueelinus Monaster. Germ. Imp. p. 171. berichtet; undist an. 1633. dem Cistercienser -orden restituiret worden. Hag.Aula eccl. Ztiler. Reichs-Geogr. X. p-1443·

Derflinger, (Georg, Freyherr von) Chur-Brandenbur«gischer General-Feld-Marschall , war von sehr geringen eltern»in dem Oesterreichischen gebieth, gebohren, und nahm, da er einwenig zu lahren gekommen, eines gemeinen soldaten dienste an.Sein wohlverhalten aber brachte zuwege, daß er unter derSchwedischen armee allmählich höher stieg, und ungefehr an.1635. Oberst-Lieritenant zu pferdc, an. 1638. aber Obersterward. An. 164a. schickte ihn der General Torstensohn an denSiebendürgischen Fürsten Raqoczy, und als er mir demselbenim nahmen der Königin Christina gewisse tractaten geschlossen,stattete er von solcher Verrichtung das folgende jähr in eigenerperson zu Stockholm bericht ab. Nicht lange nach diesem er-hielt er die stelle eines General - Majors, in welcher qualiläter sich bey vielen gefährlichen actionen sonderlich hervor that,bis an. 1648. der Westphälische ftiede erfolgte. An. 1654. trater gleichfalls mit dem prädicat eines General -Majors, in desChurfürsten von Brandenburg , Friderici Wilhelmi, dienste.An. r6;6. gieng er mit den vereinigten Schwedischen undBrandenburgischen trouppen in Pole». An. 1657. ward erGeneral -Lieutenant, und das folgende jähr General-Feld-Zeug-meister , wie auch geheinrer Kricgs-Rath. In diesem letzt-ge-meldetcn jähre ward er, nebst andern Generals-pcrsonen, wi-der die Schweden in das Hertzogthum Holstein commandirt.An. 1670. erklärte ihn der Churfürst zu seinem General - Fcld-Marschall. An. 1674. schickte ihn derselbe, wegen einer pro-jectirten alliantz mit den Holländern, nach dem Haag. Nochin demselben jähre wohnte er der campagne wider die Franzo-sen an dem Rhein bey, und um eben diese zeit ward er nichtnur zum Statthalter des Hertzogthums Hinter-Pommern unddes Fürstenthums Cammin, mgleichen zum Oder-Gouverneuraller vestungen, sondern auch von dem Kayser, aus seinesChurfürsten Vorschrift, zu der Frcyherrlichen würde erhoben.An. 1673. zu aiisange des Schwedischen und Brandenburgi-schen kriegs überrumpelte er die stadt Ratenau, beförderte denbey Fehrbelli» den 29. april befochtenen sieg, und contribuirtesowol dieses als die folgende jähre sehr viel zu den ungemeinenproqressen, welche stin Churfürst wider die Schweden machte.Nach dem ftieben, welcher an. 1679. erfolgte, behielt er dievorangedeutete hohe charaen, und verwaltete sie mit sonder-barem rühm bis an sein ende, doch daß er etliche jähre vor dem-selben einen grossen theil seiner zeit mir andachts - Übungen zu-brachte. Er starb den 4.sscbr. an. 5693. nachdem er 88. iaheund n. monate gelebt. Einer von feinen lohnen , nahmensCarolus, blieb an. 1686. als Volontair vor Ofen. Er hinter-ließ aber einen andern, nahmens Fridericum, ChurfürstlichenBranbendurgischen Obersten zu fuß, und fünftöchter: 1. Bea-tam Louisen, so an den General -Lieutenant Curt Hildebrandvon der Marwitz, 2.) Louisen, so an den General -LieutenantJoachim Balthasar von Dewitz , 3.) Aemiliam, welche anden Obersten, Hans Otto von der Marwitz, 4.) Charlottam,welche an den General - Major, Johann von Ziethen, ver-heurathet worden; 3.) Dorotheam. Pufend. hist. Suec. &Brandenb. Salomon Sannov. orat. fun.

* Derg, ein grosser see in Irrland, welchen der fluß Shan-non machet, an den grentzen von Connaught und Mounster.

Universal- Lexicon.

* Derg, oder Dery, Dir«, ein fluß in der Irrländischenprovintz Ulster, welcher der stadt Londonderry den nahmen giebt,neben derselben weg fliesset, und von dgr der see Foyle heisset,bis er sich in einen grossen meer-busen ergeußt. Umversai-Le-

xicon.

* Derham, im Sächsischen Desrham genennet, ein klei-nes dorf in Glocestershire, welches aber wegen des blutigentreffens berühmt ist, da die Sächsischen völcker unter ansüh-rung Ceaulin die 3. Brittischen Printzcn Commeail, Condidanund Faricmeiol geschlagen, und die Britten aus diesen gegen-dcn depossedirt haben. Man siehet noch die rudera von ve-stungs-wercken, welche sonder zweifel damals angeleget wor-den. Dieser ort war ehemals die Baronie Iacobi Newmerckoder de novo mercatu , dessen schwieger-sohn Ralph-Ruffel be-kam solche, und brachte sie auf seine nachkommen, bis sie durchdie Heurath der letzten erbin an Gilbert Denkys, und von die-sem an die familie der Winters kam, deren erbin an WilliamDlathayt verheurathet worden. Camdem Brit. p. 238.248.

* Derham, (Wilhelm) ein berühmter Enqelländer, welchereine fthöne wlssenschafft der Mathematic und der natürlichendinge besessen, welche er auch zn dem nutzen der religion,und Überzeugung des irrthums der freygezster fleißig ange,wendet. Er ist 8 . Iheol. Doctor, Canonicus zu Windsor,und Rector oder Pfarrer zu Upmünster, und der Grafschafft Estsex, wie auch ein mitglied der Königlichen Academie der wis-senschafften gewesen, und den 16. apr. an. 1733. zu Londen gestorben. Bey allen seinen gelehrten arbeiten hat er den Ver-richtungen seines Pfarr-dienstes auf das fleißigste vorgestanden.

Der