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Neu-vermehrtes historisch- und geographisches allgemeines Lexicon ... : In welchem das Leben und die Thaten der Patriarchen, Propheten, Apostel, Vätter der ersten Kirchen, Päbsten, Cardinälen, Bischöffen, Prälaten, vornehmer Gelehrten und Künstlern, nebst denen so genannten Ketzern; Wie nicht weniger derer Kayser, Könige, Chur- und Fürsten, Grafen, grosser Herren, berühmter Kriegs-Helden und Staats-Ministern; ... Und endlichen Die Beschreibung der Kayserthümern, Königreiche, Fürstenthümern, freyer Ständen, Landschafften, Insuln, Städten, Schlösser, Klöster, Gebürgen, Meeren, Seen, Flüssen, und so fortan; .. Dißmahlen von neuem mit Fleiß gantz übersehen
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tz^ioaenes von Apollonia, war ein Philosophus, welcher infcer LXX. Olymp. U. C. 254· M. 1484. A. G. 500. lebte,und dafür hielt, daß die luft ern element, daß mehr als einewell, und das Vacuum unendlich ley, daß die luft, wenn siedünne und dichte gemacht worden, neue weiten hervor brachte;daß nichts aus nichts werden, und nichts in nichts verändertoder zertheilet werden könnte; daß die erde oval-rund sey, undihre zusammenhängung von der Hitze, damit sie umgeben, ihredicke und bichtigkeit aber von der kalte habe. Lamms.

Suidas , &c. *

SDtoqeneö, ein Philosophus Cynicus , welcher A. R. 34 1 ·Olymp XCI.4. A.M. mi. A. C. 4 U- J« Synope gebohrenworden. Nachdem man ihn aus seinem vatterlande verzaget,machte er die stete der Gynicorum so berühmt, daß, ohngeachtetAntisthenes, sein lehrmeilier, derselben stiftet war, man nichtsdestoweniger Diogenem für der Gynicorum Haupt hielte. Ererwehlte sich eine sreywilliqe armulh, und hielte sich in einemfasse auf. Als Alexander M. zu Corintho war, wollte er ihngerne sehen, gieng dahero zu ihm hin, und verlangte, daß ervon ihm bitten möchte, was er nur wollte. Allein Diogenes be-gehrte nichts mehr von ihm, als nur, daß er ihm aus der sonnegehen möchte, damit ihn selbige bescheinen könnte; woraufAlexander sagte: daß er sich wünschte Diogenes zu seyn, woferner nicht Alexander wäre. Wer von seiner Historie und klugenreden etwas ausführliches zu wissen begehret, kan DiogenemLaertium nachschlagen, lih. VI. Einige berichten , baß er ander überlauffenden gaste, andere aber, daß er an einem hun-des-bisse gestorben sey; und noch andere, daß er sich selbst,durch anhaltung des athems, getödtet habe. Hierinnen aberkommen sie alle überein, daß er 90. jähr alt worden sey, undA. R. 4;o. Olymp. CXIV. 1. A. M. ?66o. A. C. 524. dieses zeit-liche verlasse» habe. Er hat viele schrifken verfertiget, welcheaber alle verlohren gegangen. Er hatte nichts mehr in seinemvermögen, als einen sack, einen stecken und höltzernen becher,welchen letzter» er als etwas üderflüßiges zerbrach und weg-schmisse , als er einen knaben aus der holen Hand trincken sahe.Seine reden waren überaus nachsinnlich. Einsmals kam er amhellen Mittage auf öffentlichen marckt, der voller leuthe war,mit einer laterne in der Hand, und als man ihn gefraget, waser suchte, antwortete er: einen tugendhaften menschen.Er verlachte die Grammaticos, welche des Ulyßis herum irrenuntersuchten, um ihre eigene irrthümmer aber sich nichts beküm-merten : die Musicos, welche die zeit mit stimmung ihrer in-strumenten und nicht vielmehr darzu anwendeten, daß sie ihreaffecten in eine gute Harmonie brächten; die Redner aber, daßsie sich zwar der wohlredenheit, aber nicht löblicher und tugend-haffter thaten beflissen. Als Plato einen menschen dergestaltbeschrieben , daß er sey Animal bipes inplume, brachte er ein-stens einen Hahn, dem die federn auögerlipfet, in die schule, schmißihn vor seinen schülern nieder, und sagte, daß dieses ein Pla-tonischer mensch wäre. Da sich einst ein böses weid an ei-nem öl - bäum gehangen hatte, und er dieses gewahr wurde,sprach er: es wäre gut, wenn alle bäume solche fruchtetrügen. Als ihm jemand vorrückte, daß er in seiner zugendliederlich gewesen, antwortete er: das kommet daher, weilich dasjenige war, was du bist, du aber wirft nim-mermehr dasjenige werden, was ich bin. AIs er voreinen sclavrn verkauft wurde, rief er mit lauter stimme:wer will einen Herrn kaufen '! und zu demjenigen, derihn kaufte, sagte er: du muft bereit seyn, mir zu gehor-chen, gleichwie grosse Herren ihren Aertzten. Diogew.Latrt. in iplius vitalib. VI. Plutarch. in Alex. M. Vater. Max.lib. IV. c. 3. ex. 19. Juvenal. sät. 14. Le Vayer , de la vertude Payens.

Diogenes , Babylonicus zuqenannt , weil er von Seleucia,ohnweit Babylon gelegen, gebürtig, war der Stoischen stetezugethan, und ein distipul Chrysippi. Er hat verschiedeneschriften verfertiget, als : de Divinatione ; Nobilitate ; Legi-bus ; Minerva ; in welchem letzter» er natürlicher weist erkläret,was von der geburt dieser göttin vorgegeben wird. Er brachtesich durch seine gelehrsamkeit in grosses ansehen, dahero ihm dieAthenienstr, nebst dem Carneade, dem Haupte der Academi-corum, und Critolao , dem vornehmste» unter den Peripateticis,A. M. ;8r8- A. C. i;6. U. C. 598. Olymp. CLVI. 1. in wich-tigen angelegenheiten nach Rom abschickten. So gelehrt eraber war, so bescheiden war er auch dabey, so daß er, da ihmeinsmals ein frecher jüngling ins angesichk spye, nicht die ge-ringste empfindung darüber verspüren ließ. Er starb in dem88. jähre seines alters. Diog. Lam. üb. VI. Strabo, üb. XVI.Luc um. in Macrob. Cicero, de divin. üb. I. de senect. c. 7. deiiatura lib. I. de oftic. üb. III. c. 12. & 23. Athen . üb. IV.c. 19. lib. XII. c. 6. Seneca , de ira üb. III. c. 38· Bayle.

Diogenes von Cvzicus , oder Diogenianus, ein Gramma-ticus, verfertigte 7. bücher von den insuln in seinem vatterlande.Stephanus Byzantinus führt ihn zum öftern an, und Voßiushalt dafür, daß er eben derjenige Diogenes oder Diogonetes ge-wesen , dessen Suidas gedencket, welcher ein buch de InstitutisCyzici, als seines vatterlandes, geschrieben. Voßus, de Hist .Graec. üb. II. c. 13. p. 221. & üb. 111. p. 356.

Diogenes Laertius , ein Griechischer gesthicht-schreibet,lebte, wie man dafür hall, zu den Seiten Anronini Philosoph!,und Astxandri Severi. Einige glauben, baß er den zunahmen

Laertius von der kleinen stadt Laerta in Sicilien bekomme,, -andere aber meynen , daß Laertius sein rechter nähme gewesen'Er soll seine 6. buchet, de Vitis Philosophorum, vor einefrauens - Person geschrieben haben, die man für die Arriam hält,welche von den Kavstrn geliebet worden, und deren Galenus inseinem tractat de Theriaea gedencket. Er verfertigte auch einbuch von Epigrammatibus, und zweifelt man nicht, daß er derEpicurischen stcte zugethan gewesen, welches man aus vielenorten seines wercks de Vitis Philosophorum erweisen kan. Mg.tius gedencket eines Sopatri, welcher viel aus diesem auctoregenommen. Unter den editsonibus ist die vollkommenste, soMag. Meibomius heraus gegeben. Phot. in biblioth. cod.Ludov. Vives , de trad. -discipl. üb. V. Voßius , de HistorGraec. lib. II. c. 13. &c.

* Diogenes , oder Diomenes, wie ihn Laertius IX. ^nennet, von Smyrna gebürtig, ein Philosophus. welcher fichvon Nessa oder Neffo, des Democriti zuhöret, halle unter*richten lassen. Eufib. chron. Epipban. tom. I. p. 1088. Ckr,umAlex. ström. I. p. 301. Nach einiger Meynung soll er es mi!der Cyrenäischen stete, und zwar mit Protagora gehalten habe«.Meursius , de Hesych. p. i;6. und Menag. ad Laert. l.chalten ihn mit dem Diogene Apolsoniate für einerley ; alleinda Laertius und Clemens von Alexandria sie von einander un-terscheiden , und sie auch nicht einerley vatterland und lehrmei-stcr gehabt, machen andere zwey besondere Phisosophos aus ih-nen. Fabricius, bibl. Gr. II. 23. §. ig. p. 776. scq.

* Diogenes Oenomaus, ein Athenienstr, welcher zu da

zeit, da Athen von den 30. tyrannen befreyt worden, ohngefehrzu ausgang der XGIV. Olympiadis, tragöbten geschriebenhatte, von denen Suidas folgende anführet: aB iso»,'HgaaAac, , MaVW, OütAVac 5 Xqüoimros, und

itfaixn. Eben diese, ausgenommen die Zi/xix», schreibt Laer­ tius , VI. 8°. dem Diogeni Cynico zu, wiewol andere seinenschüler Philiscum lEginetam, und einige Lucianum Pasiphontemvor den verfertiget halten. Laertius , VI. 7;. Julianus, orat. VIp. 186. Fabricius , bibl. Graec. II. 19. p. 643.

* Diogenes Sophista; unter den vielen Diogenes , welchein der hrstorie bekannt sind, und meistens Wellweise gewesen,florirte dieser zur zeit des Kaysers Titi. Er war von der Cyni-schen stete, und hatte das Hertz, in dem angefüllten thea»»wider diesen Printzen und die Königin Berenice, seine mailreffe,zu reden, weswegen Titus ihn fustigiren liesse. Die, üb. LXVI.Der nähme heißt eigentlich Jove natus, oder von Jupiter selb*sten gebohren, woraus der Hochmuth dieser Heydmschen Welt-weisen erhellet, die sich einen so stoltzen nahmen anzunehmen,nicht zu wenig gebaucht haben.

* Diogenes , ein berühmter und in Judäa sehr angesehenermann, welcher sich durch seine hertzhafftigkeit besonders hervorgethan hat. Alexandra, die wtttib Alexandri Iannäi, liOihn auf antreiben der Pharisäischen sectirer tobten, und zwarnur aus haß, dieweil er dem König, welcher der ehe-gemahldieser wittib gewesen, so lange er gelebet, wider die Pharisäertreu geblieben. Dieses geschahe an. 78. vor Christi geburt.Stehe die umständlichere Ursachen dieses Hasses bey Jostpho inseinen antiquitat. üb. XIII. cap. 24.

Diogenianus von Heraclea, ein berühmter Grammatikunter dem Kaystr Hadriano, schrieb einen tractat von den Säststn, sten und bergen, und machte eine tabelle, welche die stäbteder well in sich begriff. Hesychius versichert, daß er sehr fleißig,und von natürlich gutem verstände gewesen. Suidas gedencketseiner, und Andreas Schottus hat die sprüch-wörter dieses au.üoris.heraus gegeben. Erafini pries. adag.

Diognetus, ein General der Erythräer in Jonia , welcherden Milesiern wider die einwohnet von Naxos beystnnd,und gleichanfangs in einer streiferey auf die insul Polycrikam samt an-dern weibern gefangen bekam, und sie hernach im lager vor derstadt als seine frau hielte. Aber als diese sahe, daß die Milesierbey einer öffentlichen gasterey sich voll getruncken, nahm sie eindünn stücklein bley, schrieb darauf etwas an ihre brüder, thates sodann in einen kuchen, und schickte denselben in die stadt,mit erlaubnis des Diogneti, und unter dem schein den ihrigenauch etwas von der mahlzeit mitzutheilen. Hierauf thäte» diebelagerten einen ausfall, und erwürgeten alle Milesier, bis aufden einzigen Diognetum, weil er sich gegen das weid in ihrergefangenschafft sehr freundlich erzeiget hatte. Allein, da Poly.crita wieder in die stadt hinein gieng, starb sie unter dem thorvor freuden. Plutarch . de virtut. rnulier.

Diognetus, ein Baumeister und Ingenieur von Rhodus, lei-stete seinem vatterlande grosse dienste, als selbige stadt A. AI. 368°·A. C. 304. U. C. 450. Olymp. CXIX. 1. von dem Dcmetrio l'o-üorcete belagert wurde. Epimachuö hatte auf befehl biesesKvnigseinen ungeheuren grossen thurn, den man an die mauren schiedelikonnte, verfertiget: allein Diognetus erfand alsbald ein Mittel,denjenigen platz Unterwasser zu setzen, darüber dieser thurn wren sollte, welcher also nicht konnte gebraucht werden, wodurchdem Demetrio alle Hoffnung, so er hierauf gesetzet, zu schände»

gemacht wurde, und er daher die belagerung aufheben muste,ob er gleich vorher noch niemals vor einer stadt abgezogen. Da-her die einwohnet zu Rhodus dem Diogneto grosse ehre crwiele»,und eine ansehnliche pension gaben. Vitrm. üb. V.